Aktuelle Fotos des Konzerts von Bob Dylan gibt es wegen des Fotografieverbots keine. Gerockt hat er Stuttgart trotzdem. Foto: dpa

7000 Stuttgarter Fans feiern bei dem ausverkauften Jazz-Open-Highlight den Altmeister Bob Dylan. Und der 78-Jährige war in Stuttgart richtig gut drauf.

Stuttgart - Punkt 20.15 Uhr folgt er seiner Band auf die Schlossplatz-Bühne und geht wie immer in medias res, ohne ein Wort an sein Publikum zu verlieren. Aber prompt folgt die Überraschung, denn Meister Bob Dylan hebt nicht etwa zu seinem „Things have changed“ an, wie bei all seinen letzten Konzerten auf der „Never Ending Tour“, sondern zur wunderschönen „Ballad of a thin Man“.

Er schwenkt zwar mit dem zweiten Song „It ain’t me, Babe“ sofort wieder ein auf seine Routine und spielt sich in knapp 100 Minuten mit seiner bekannten Setlist durch die Dylan-Jahrzehnte. Auch einer, der als Messias betitelt wird, braucht Kontinuität. Aber ziemlich schnell wird den 7000 Stuttgarter Fans bei dem ausverkauften Jazz-Open-Highlight klar: His Bobness- im flotten Saloon-Look - ist verdammt gut drauf, so gut, dass er am Mikroständer posed, tänzelt, gar versonnen lächelt und nicht allzu viel nuschelt. Stuttgart erlebt einen grandiosen „Song and Dance Man“ mit einer ebensolchen Band.

Nur eine Zugabe: „Blowin‘ in the Wind“ als richtig cooler, rhythmischer Blues. Alle halten sich an das Fotografier-Verbot. Dafür könnte man diesem 78 Jahre alten Rock-Gott doch noch einen Preis kredenzen.

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