Geländelimousinen, sogenannte SUV, wie dieser BMW X 5 sind bei Dieben begehrt Foto: obs/BMW Group

Selbst in abgelegenen Wohnstraßen in Ortsrandlage, die auch Einheimische ohne Blick in den Stadtplan kaum finden würden, sind die Besitzer von hochwertigen Geländewagen nicht mehr sicher. Organisierte Autodiebe haben derzeit erhöhten Bedarf an teuren SUVs.

Stuttgart - Selbst in abgelegenen Wohnstraßen in Ortsrandlage, die auch Einheimische ohne Blick in den Stadtplan kaum finden würden, sind die Besitzer von hochwertigen Geländewagen nicht mehr sicher. Organisierte Autodiebe haben derzeit erhöhten Bedarf an den sogenannten SUV, den Sport Utility Vehicles, wie die Geländelimousinen genannt werden. Die Täter werden dabei in Stuttgart immer öfter fündig.

Den jüngsten Fall musste die Stuttgarter Polizei am Donnerstag vermelden: In der Straße Brunnenwiesen, am Ortsrand des Stadtteils Riedenberg gelegen, verschwand in der Nacht zum Mittwoch ein Geländewagen des Typs BMW X 5 mit einem Zeitwert von etwa 70 000 Euro. Der 62 Jahre alte Autobesitzer hatte den Wagen mit dem amtlichen Kennzeichen S - FR 217 am Dienstag gegen 20.15 Uhr vor seiner Garage geparkt. „Als er am Mittwoch gegen 7.30 Uhr wegfahren wollte, war das Auto weg“, sagt Polizeisprecher Thomas Geiger.

Ein neuer Fall für das Kripo-Dezernat 23, das für Eigentumsdelikte zuständig ist. Die Ermittler hoffen auf Zeugenhinweise unter der Rufnummer 07 11 / 89 90 - 57 78, haben aber wenig Hoffnung. Vieles spricht dafür, dass der Wagen längst in Richtung Osteuropa weggeschafft wurde. Die Geländelimousinen sind dort hoch begehrt.

Seit Pfingsten verschwinden hochwertige Fahrzeuge – bis auf wenige Ausnahmen – vor allem auf den Fildern. Der Honda CR-V war mit vier Fahrzeugen am häufigsten im Visier. Die Täter ließen sie aus Sillenbuch, Plieningen und Degerloch verschwinden. Fünfmal waren Fahrzeuge des Typs Range Rover auf der Liste der organisierten Autodiebe – die zwischen 68 000 und 75 000 Euro teuren Fahrzeuge verschwanden unter anderem aus Sillenbuch und von der Hauptmannsreute im Stuttgarter Westen.

Jetzt scheinen die BMW an der Reihe zu sein. Vor dem Diebstahl des X 5 in Riedenberg war ein X 3 vom Gelände eines Autohauses in Vaihingen verschwunden. Die Täter hatten den Originalschlüssel aus einem Firmenbriefkasten geangelt.

Der Weg der Fahrzeuge dürfte nach Osteuropa führen. Nach Erkenntnissen von Ermittlern werden die gestohlenen Geländewagen bevorzugt über Polen nach Litauen gebracht. Von dort geht es weiter Richtung Osteuropa. Reporterteams haben jüngst einen ungewöhnlichen Zielort entdeckt, in dem besonders viele Nobelkarossen auftauchen: Tadschikistan in Zentralasien. Die neuen Besitzer machen sich nicht mal die Mühe, die grünen Umweltplaketten mit den deutschen Kennzeichen wegzukratzen.

Elektronische Wegfahrsperren und Satellitenortung scheinen keine Hindernisse zu sein: Offenbar schließen die spezialisierte Täter tragbare Computer an den elektronischen Diagnosesystemen an und manipulieren die Schlüsseldaten.

„Und doch gibt es immer wieder Überraschungen“, sagt Polizeisprecher Geiger. Der BMW X 3 aus Vaihingen wurde tags darauf in Bönnigheim, Kreis Ludwigsburg, in einem Weinberg gefunden. Zurückgelassen, abgeschlossen. Warum, ist unklar, sagt Geiger: „Der Schlüssel fehlt weiterhin.“

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