Sieben Bürgermeisterwahlen hat es 2025 im Kreis Esslingen gegeben. Deren sechs finden turnusgemäß in diesem Jahr statt: vier davon am 8. März, parallel zur Landtagswahl.
Der 8. März wird ein „Super-Wahltag“, zumindest in den vier Esslinger Kreisgemeinden Denkendorf, Erkenbrechtsweiler, Frickenhausen und Wolfschlugen. Dort finden an besagtem Sonntag neben der Landtagswahl auch Bürgermeisterwahlen statt.
Das passt einerseits, da die Amtszeiten der jeweiligen Rathauschefs zwischen Mitte April und Anfang Mai zu Ende gehen. Zum anderen verringert sich – durch das Zusammenlegen der Wahltermine – sowohl der organisatorische und personelle wie auch der finanzielle Aufwand für die Kommunen: angesichts leerer Kassen sicher ein angenehmer Nebenaspekt.
In Ohmden wird am 26. Januar gewählt
Insgesamt stehen 2026 im Landkreis Esslingen sechs Bürgermeisterwahlen an. Neben den vier bereits angesprochenen Urnengängen wird am 26. Januar in Ohmden sowie zu einem noch nicht feststehenden Termin im Herbst in Neuffen gewählt.
Siebenmal wurde hingegen im vergangenen Jahr kreisweit nach neuen Rathauschefs gesucht. Genauer gesagt standen in Bissingen, Weilheim, Hochdorf, Deizisau, Altbach, Bempflingen und Unterensingen Wahlen an. Dreimal machten dabei die Amtsinhaber das Rennen, sodass die neuen Rathauschefs die alten geblieben sind.
Bissingen indes hat – am 19. Januar und im zweiten Anlauf – wieder einen Bürgermeister bekommen. Jens Fritz, der zuvor die Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, Grundstücksverkehr und Recht im Wendlinger Rathaus innegehabt hatte, machte bei der Neuauflage der 2024er-Wahl als Solo-Bewerber mit 97,7 Prozent der Stimmen das Rennen.
Die Neuauflage war notwendig geworden, da es beim ersten Versuch, einen Nachfolger für Neu-Landrat Marcel Musolf zu bestimmen, „kein Ergebnis“ gegeben hatte. Kein Ergebnis deshalb, weil die beiden nominellen Kandidaten dem „Nicht-Bewerber“ und stellvertretenden Schultes Siegfried Nägele unterlegen waren, dieser aber auf eine Amtsübernahme verzichtet hatte.
Einem Herausforderer musste sich genau eine Woche später Bürgermeister Johannes Züfle in Weilheim stellen. Die Wählerinnen und Wähler sprachen sich allerdings mit großer Mehrheit nicht für einen Wechsel an der Spitze der Zähringerstadt aus. Ralf Kwiatkowski kam auf 18,5 Prozent der Stimmen. Züfle ging mit 72,6 Prozent durchs Ziel.
Ebenfalls am 26. Januar wurde auch Hochdorfs Rathauschef Gerhard Kuttler in seinem Amt bestätigt, der sich wiederum keinem Mitbewerber stellen musste. Kuttler brachte es auf eine Zustimmung von 89,2 Prozent, während 10,8 Prozent der Wahlberechtigten einen anderen Namen in die freie Zeile des Stimmzettels schrieben. Auffällig war zudem ein mit 11,3 Prozent hoher Anteil an ungültigen Stimmen.
Dieses „Problem“ hatte der Deizisauer Schultes Thomas Matrohs am 29. Juni nicht. Er kam bei seiner zweiten Wiederwahl – gleichfalls im Alleingang und bei nur 2,5 Prozent an ungültigen Stimmen – auf 97,5 Prozent. Die Wählerinnen und Wähler hatten es ihm ganz offensichtlich nicht krumm genommen, dass er im Jahr zuvor bei der Landratswahl nach Höherem gestrebt hatte.
Ganz anders lief es am 19. Oktober auf der anderen Seite des Neckars in Altbach. Nicht nur, dass sich Bürgermeister Martin Funk eines Konkurrenten erwehren musste. Vielmehr unterlag er seinem Mitbewerber Sebastian Flörchinger, der es aus dem Stand und ohne kommunalpolitische Vorerfahrung auf 54,4 Prozent der abgegebenen Stimmen brachte. Für Funk votierten lediglich 45,5 Prozent der Wahlberechtigten, womit es am 20. Januar zu einem Wechsel auf dem Chefsessel des Altbacher Rathauses kommen wird.
Neue Bürgermeister in Bempflingen und Unterensingen
An neue Gesichter an der Ortsspitze muss sich auch die Bevölkerung von Bempflingen und Unterensingen gewöhnen. Allerdings wurden weder hier noch dort die bisherigen Bürgermeister aus dem Amt gekegelt. Ebenso wie Bernd Welser in Bempflingen zog sich auch sein Unterensinger Kollege Sieghart Friz freiwillig und nach vielen Dienstjahren aus der kommunalen Verantwortung zurück.
In Bempflingen machte am 9. November Frank Lindner das Rennen, der gleich im ersten Wahlgang vier Mitbewerber aus dem Feld schlug. Für den 43-Jährigen, der bis jetzt noch als Verwaltungsleiter im Hochbauamt der Stadt Stuttgart tätig ist, sprachen sich 69,3 Prozent und damit mehr als zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler aus.
Die Geschicke in Unterensingen wird künftig Robin Schmitt leiten, der sich am 7. Dezember klar gegen seinen Mitbewerber Kevin Wagner durchsetzen konnte. Der 42-Jährige, der noch bei einer Tochtergesellschaft der Stadt Stuttgart als Berater der Kommunalverwaltung für Digitalisierung und Modernisierung arbeitet, holte satte 66,7 Prozent der Stimmen.
In sechs Kommunen wird gewählt
Auftakt
Am 26. Januar findet die Bürgermeisterwahl in Ohmden statt. Die 57-jährige Amtsinhaberin Barbara Born wird dabei von Achim Dschafarow herausgefordert. Dschafarow ist 37 Jahre alt, arbeitet als Justizvollzugsbeamter und lebt in Ohmden.
Viererpack
In gleich vier Kommunen im Kreis Esslingen werden die Bürgerinnen und Bürger am 8. März und damit parallel zur Landtagswahl auch ihre Rathausspitze neu wählen. In allen vier Fällen könnte der alte auch der neue Schultes sein. Ralf Barth (Denkendorf), Roman Weiß (Erkenbrechtsweiler), Simon Blessing (Frickenhausen) und Matthias Ruckh (Wolfschlugen) kandidieren samt und sonders für eine weitere Amtszeit. Von Mitbewerberinnen oder Mitbewerbern ist bis jetzt noch nichts zu hören.
Abschluss
Am 31. Dezember 2026 endet außerdem die Amtszeit des Neuffener Bürgermeisters Matthias Bäcker. Ob er sich um eine rein rechtlich mögliche dritte Amtszeit bewirbt, hat der dann 68-Jährige noch nicht kommuniziert. Offen ist auch der genaue Termin für die Wahl, die aber mit einiger Sicherheit im Herbst stattfinden wird.