In Murr ist am Sonntag Bürgermeisterwahl. Insgesamt drei Kandidaten haben ihren Hut in den Ring geworfen. Foto: avanti

Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag treten neben dem favorisierten Amtsinhaber Torsten Bartzsch noch die beiden Dauerkandidaten Ulrich Raisch und Samuel Speitelsbach an.

Murr - Während die Corona-Pandemie in vielen Kommunen in Baden-Württemberg zur Verlegung von Bürgermeisterwahlen geführt hat, dürfen die Einwohner von Murr wie geplant am kommenden Sonntag entscheiden, wer in den nächsten acht Jahren an der Spitze der Gemeinde stehen soll. Die 5140 Wahlberechtigten können sich zwischen einem Bewerber-Trio entscheiden. Neben dem Amtsinhaber Torsten Bartzsch, der im Jahr 2012 im ersten Wahlgang mit mehr als 72 Prozent der Stimmen triumphiert hatte und sich für eine zweite Amtszeit bewirbt, treten noch die beiden Dauerkandidaten Ulrich Raisch und Samuel Speitelsbach in der Gemeinde Murr an.

Doch auch wenn die Wahl wie geplant am kommenden Sonntag, 26. April, über die Bühne gehen wird, gibt es wegen der Corona-Pandemie ein paar Einschränkungen. So bittet die Gemeinde die Wähler darum, möglichst zahlreich von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch zu machen. Alle Wahlberechtigten haben die Briefwahlunterlagen automatisch nach Hause geschickt bekommen, ein Antrag dafür war nicht nötig. Dennoch gibt es am Sonntag natürlich auch die Möglichkeit zur Urnenwahl, eine reine Briefwahl ist nach den Vorgaben des Innenministeriums verboten.

Wegen der Coronakrise gelten jedoch einige Einschränkungen: „In jedem Wahllokal gibt es nur eine Wahlkabine, es darf immer nur eine Person im Raum wählen“, erklärt die Hauptamtsleiterin Brigitte Keller. Die rund 50 Wahlhelfer würden auf den notwendigen Abstand vor den Wahllokalen achten. Alle würden mit Mundschutz ausgestattet und hinter Plexiglasschutzscheiben sitzen.

Die Wahlbezirke im Rathaus und in der Gemeindehalle seien bereits zusammengezogen worden. Falls sich am Sonntag herausstellen sollte, dass nicht allzu viele Stimmzettel in den Wahlurnen seien, behalte man sich die Möglichkeit vor, alle an einem einzigen Ort auszuzählen. „Bisher ist die Briefwahl gut angenommen worden, wir haben bereits eine hohe dreistellige Zahl an Rücksendungen“, zeigt sich Keller zufrieden.

Auswirkungen hatte die Corona-Pandemie auch auf den Wahlkampf. Eine für diese Woche geplante öffentliche Kandidatenvorstellung musste abgesagt werden. Stattdessen bekamen die Bewerber die Möglichkeit, sich im Amtsblatt der Gemeinde und auf der Homepage vorzustellen.

Amtsinhaber Torsten Bartzsch verweist darauf, in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte gemeinsam mit den Murrer Bürgern erfolgreich umgesetzt zu haben. Die herausragende Infrastruktur der Gemeinde habe dadurch erhalten und weiter ausgebaut werden können. Zudem sei die Finanzkraft der Gemeinde durch sparsames Wirtschaften und die gute Konjunktur der vergangenen Jahre weiter gestärkt worden. „Als Bürgermeister hat man nie alles erledigt“, sagt Bartzsch aber, der die Schaffung von günstigem Wohnraum sowie den Komplex Energie, Umwelt und Naturschutz als Schwerpunkte seiner künftigen Arbeit definiert. Daher sei man auch der Ludwigsburger Energieagentur beigetreten.

Auch der Verkehr bleibe in den kommenden Jahren ein Thema in Murr. „Trotz der Umgehungsstraße haben wir hier immer noch ein Nadelöhr“, sagt Bartzsch, der zudem plant, dem Zweckverband Kreisbreitband Ludwigsburg beizutreten, um die Digitalisierung durch Glasfaseranschlüsse und schnelles Internet für Verwaltung, Betriebe und Bürger voranzutreiben. „Wir wollen ein moderner Dienstleister werden“, erklärt Bartzsch.

Der Stuttgarter Musikpädagoge Ulrich Raisch, der sich vor drei Wochen bei der Wahl in Erdmannhausen zum 50. Mal als Bürgermeister zur Wahl stellte, kandidiert in Murr mit dem Stabreim „Murr muss man mögen“ und wirbt für den ersten Musikkindergarten im Land. Weiterhin finden sich auf seiner Agenda die Beteiligung junger Bürger, die Beachtung von Ressourcenverbrauch und Folgekosten, Rücksicht auf den Landschaftsschutz und ein menschenfreundliches Wohnumfeld mit Mehrgenerationenhäusern.

Raisch will so viel Internet wie nötig und so viele direkte Gespräche wie möglich. Er plädiert für ein örtliches Versorgungsangebot mit Direktvertrieb und Bürgerläden, Angebote zur ganzheitlichen Pflege und Gesundheitsvorsorge sowie die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements mit Dankeschönfesten.

Der Software-Entwickler Samuel Speitelsbach aus Ravenstein will unter anderem Arbeitslosen kleine Grundstücke anbieten, damit sie Gemüse anbauen und auf dem Markt verkaufen können, ein Institut für Organzüchtung bauen und mit einem Wolfschutzzaun um Murr die Landwirtschaft fördern.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: