Blutspenderin aus Münchingen wird geehrt Hilfsbereitschaft steckt ihr im Blut

Von Claudia Bell 

Angelika Rehländer aus Münchingen hat seit 1982 bereits 105 Mal Blut beim Münchinger Ortsverein des DRK gespendet. Nun wird sie dafür ausgezeichnet. Foto: factum/Granville
Angelika Rehländer aus Münchingen hat seit 1982 bereits 105 Mal Blut beim Münchinger Ortsverein des DRK gespendet. Nun wird sie dafür ausgezeichnet. Foto: factum/Granville

Alle drei Monate legt sich Angelika Rehländer auf eine Pritsche und spendet etwa einen halben Liter Blut, 105 Mal inzwischen. Mit ihrem Engagement hofft sie, auch andere zur lebensrettenden Blutspende zu motivieren.

Korntal-Münchingen - Eigentlich wollte sie das gar nicht, dass in der Zeitung ein Artikel über sie steht. „Das, was ich mache, ist doch nichts Besonderes und auch selbstverständlich“, wehrte die 59 Jahre alte Angelika Rehländer aus Münchingen zunächst die Anfrage für ein kleines Interview bescheiden ab. Dass sie sich nun doch für eine Berichterstattung über ihr Engagement als fleißige Blutspenderin entschied, hat wiederum mit ihrer grundsätzlich sozialen und fürsorglichen Einstellung zu tun: „Vielleicht kann ich damit ja auch noch mehr Menschen animieren, ihr Blut für andere Menschen zu spenden“, sagt sie. Dafür, dass sie selbst das mittlerweile genau 105 Mal getan hat, wird sie an diesem Montag im Münchinger Rathaus geehrt.

Vier Mal im Jahr geht sie zur Spende

Es war im Jahr 1982, als die Mutter zweier erwachsener Töchter das erste Mal zum Blutspenden beim Münchinger Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ging. Schon damals waren sie und ihr heute 62 Jahre alter Mann Hartmut dort ehrenamtlich engagiert. Und als eine Freundin sie aufs Blutspenden ansprach, dachte sie gleich, dass sie das einmal ausprobieren wolle. Seit damals geht sie vier Mal pro Jahr zu den DRK-Blutspende-Aktionen in die Bürgerstube Lamm und legt sich für etwa eine Viertelstunde auf eine der zwölf Liegen. Wenn es klappt, am liebsten neben eine Freundin oder Bekannte, damit man nebenbei auch noch ein wenig schwätzen kann. „Langweilig wird uns nie, und dort trifft man immer allerhand bekannte Gesichter, mit denen man einiges zu erzählen hat“, sagt Angelika Rehländer und lacht.

Langweilig wird der umtriebigen Frau aber vor und nach der Blutspende ohnehin nicht, denn sie belässt es nicht etwa beim bloßen Aderlass, sondern sorgt auch noch dafür, dass alle Blut spendenden Menschen nach der Aktion noch etwas zu essen und zu trinken bekommen. Dafür steht sie stundenlang in der Küche, bereitet im Winter etwa eine warme Gulaschsuppe oder Würstchen in der Brühe zu, im Sommer werden jede Menge Butterbrezeln geschmiert. Und der Kuchen, der wird natürlich auch selbst gebacken von den ehrenamtlich engagierten DRK-Damen.

Es kann jeden treffen

Dafür, weshalb sie seit so vielen Jahren regelmäßig zum Spenden geht, hat die 59-Jährige eine ganz einfache Erklärung: „Mir geht es danach immer blendend, mir ist nicht schwindelig und nix.“ Außerdem, und das findet sie eigentlich noch viel wichtiger, könne eines schließlich jeden treffen: Jeder könne in die Situation kommen, in der er eine Blutkonserve brauche, etwa nach einem Unfall oder einer Operation. Da möchte sie eine derjenigen sein, die den in jenen Situationen Bedürftigen helfen können.

Motiviert hat sie in all den Jahren ihres Engagements schon einige andere; auch ihre beiden 29 und 33 Jahre alten Töchter machen sich regelmäßig auf den Weg, um etwas von ihrem Lebenssaft abzugeben. „Meine Tochter ruft mich immer an und fragt, wann ich gehe, damit wir uns nebeneinander auf die Liegen legen können.“ Ihre große Tochter sei nun auch schon 35 Mal dabei gewesen – außer in der Babypause, da habe sie natürlich ausgesetzt. Auch ihr Mann Hartmut sei bis vor einiger Zeit jahrelang mitgegangen.

Noch heute engagieren sich beide beim DRK, helfen bei den Straßenfesten und beim Weihnachtsmarkt mit. Denn, da ist sich Angelika Rehländer sicher: „Es braucht engagierte Menschen wie uns.“

Wer wie oft zur Blutspende gehen kann

Altersgrenze
Jeder gesunde, erwachsene Mensch zwischen 18 und 65 Jahren kann als Erstspender zum Blutspenden gehen. Das maximale Spenderalter ist das vollendete 73. Lebensjahr.

Häufigkeit
Bei einer Blutspende geht dem Körper wichtiges Eisen verloren. Nach einer Spende dauert es etwa zwei Monate, bis dieser Eisenverlust wieder ausgeglichen ist, bei Frauen aufgrund der Menstruation etwas länger. Daher dürfen Frauen nur vier Mal innerhalb von zwölf Monaten spenden, Männer sechs Mal. Hat ein Mensch zu wenig roten Blutfarbstoff, darf er gar nicht spenden.

Ausgleich
Der Flüssigkeitshaushalt nach einer Blutspende muss durch viel Trinken ausgeglichen werden. Die Blutzellen erneuert der Körper in etwa zwei Wochen.

Termine
Das DRK bietet regelmäßig Termine an, auch in Krankenhäusern kann Blut gespendet werden.

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