Nach dem deutlich schwächeren Blutregen erklären Lackierexperten aus dem Kreis Esslingen, wie man sein verschmutztes Auto schnell wieder sauber kriegt.
Gerade erst sind die meisten Autos von dem Schmutz des sogenannten Blutregens befreit, da fällt bereits der nächste im Kreis Esslingen. Zwar brachte dieser Regen deutlich weniger Saharastaub mit sich, als der vor gut zwei Wochen. Doch so manch einer wird die gelb-rötlichen Rückstände wieder auf seinem Fahrzeug vorgefunden haben. Lackexperten aus Esslingen erklären, auf was bei der Autowäsche geachtet werden muss.
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Schon vor Tagen hatte der Deutsche Wetterdienst angekündigt, dass der Saharastaub nach Süddeutschland zurückkehren werde. Aber ganz so eindrucksvoll wie vor zwei Wochen war das Wetterphänomen dieses Mal nicht. Der Regen wusch den Staub weitgehend aus, auf den Fahrzeugen blieb also deutlich weniger Schmutz zurück, als vor ein paar Tagen. Doch weil es nach der vergangenen Staubwolke einen Ansturm auf die Waschanlagen gab, kursierten im Netz einige Anleitungen, auf was bei der Reinigung der Autos geachtet werden müsse. Zum Beispiel, dass der Schmutz angeblich schnellstmöglich abgewaschen werden sollte, weil sich der Staub sonst in den Lack brenne. Gewarnt wurde auch davor, mit einem trockenen Tuch über die Beschichtung zu gehen, weil auf diese Weise Kratzer entstünden.
Wichtig: Fließendes Wasser
Andreas Kaiser, der in Esslingen eine Lackiererei betreibt, versteht den Trubel um den Saharastaub nicht. „Einfach normal in die Waschanlage fahren, da passiert gar nichts“, sagt er. Spezielle Waschprogramme, um die Rückstände des „Blutregens“ zu beseitigen, sind aus seiner Sicht „nur Geldmache“. Kaiser erklärt: „Wenn es regnet und Sie haben patschnasse Haare, dann trocknen Sie sich mit einem Handtuch ab. Wenn Sie etwas stärker reiben, tut das dem Haar nichts.“
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Auch Wolfgang Auer von der Lackiererei Öner in Deizisau sagt: „Wichtig ist, dass das Fahrzeug mit fließendem Wasser gereinigt wird.“ Einen feuchten Lappen zu nehmen und die Staubschicht abzuputzen, davon rät er ab. „Die beste Option ist die Waschstraße“, sagt der Lackprofi. Michele Pennella, der in Esslingen ebenfalls eine Lackierwerkstatt betreibt, empfiehlt: „Bevor man in die Waschstraße fährt, sollte man sein Auto mit einem Hochdruckreiniger gründlich abwaschen.“ Wer gleich mit einer Bürste dem Dreck zu Leibe rücken will, der verteile ihn nur. „Einfach mit Wasser sauber machen“, erklärt Pennella. Die Warnung, dass man den Staub schnellstmöglich entfernen müsste, weil ihn sonst die Sonne einbrennt, kann er nachvollziehen. Allerdings kann er beruhigen: „Bei diesem Wetter passiert da so schnell nichts. Wenn man drei, vier Tage wartet, ist das nicht schlimm.“ Wochenlang würde er jedoch den hartnäckigen Staub nicht auf der Beschichtung lassen.
Bürste verteilt den Schmutz nur
Doch wie gehe ich in der Waschanlage bei der Reinigung am besten vor? Während man bei der Waschstraße im Grunde keinen Einfluss hat, gibt es bei der manuellen Wäsche mit Hochdruckreinigern durchaus Dinge, die beachtet werden sollten. Reinhardt Libal, der Betreiber des Kärcher Clean Parks in Oberesslingen, sagt: „Zuerst das Auto gründlich mit dem Hochdruckreiniger abspritzen. Danach mit der Bürste den Schaum auftragen und zuletzt ebenso gründlich wieder spülen.“ Dann glänzt das Auto wieder wie neu.