Die Blumenhändler haben sich zuletzt für den Valentinstag gerüstet und mehr bestellt. Allerdings kommt ihnen die Fasnet in die Quere – eine Umfrage im Kreis Böblingen.
Der Valentinstag am 14. Februar gilt als „Tag der Liebe“. Da gehören bunte Blumensträuße und insbesondere rote Rosen dazu, die man seinen Partnerinnen und Partnern schenkt. Blumengeschäfte müssen sich für solche Tage rechtzeitig rüsten – wobei sich die Begeisterung über den Valentinstag bei den Händlern in Grenzen hält, wie eine kleine Umfrage zeigt.
„Wir haben natürlich mehr Blumen bestellt als sonst“, sagt Doris Wagner-Schmidt, die gemeinsam mit ihrer Schwester das Böblinger Blumengeschäft Stierle-Wagner in vierter Generation führt, „und mehr rote Rosen.“ Dreimal pro Woche fährt die Floristin um 4 Uhr morgens auf den Stuttgarter Großmarkt und kauft möglichst von regionalen Produzenten ein. „An das frühe Aufstehen habe ich mich gewöhnt“, sagt Wagner-Schmidt, „und vor Ort hat man ein gutes Angebot, ich gehe gerne hin.“
„Tag der Liebe“ fällt ungünstig
Viel Ware haben die Böblingerinnen schon vor zwei bis drei Wochen bestellt, damit sich die Einkaufspreise noch in Grenzen halten. „Wenn man kurzfristig noch mehr braucht, muss man Tagespreise bezahlen, die sehr hoch sind“, weiß Doris Wagner-Schmidt.
Aber auch so hat es der Markt vor dem Valentinstag in sich. Bei Stierle-Wagner kostet eine rote Rose an diesem Samstag 6,50 Euro, andere Farben weniger. „Wir müssen beim Einkauf hohe Summen zahlen und geben das nur weiter“, entschuldigt sich die Floristin, für die der Valentinstag nicht unbedingt sein müsste. „Uns wäre lieber, die Kunden kauften gleichmäßig übers Jahr verteilt.“
Sowieso fällt der 14. Februar in diesem Jahr ungünstig – zum einen geht der „Tag der Liebe“ in der Fasnet-Hochphase etwas unter, zum anderen hat der Samstag seine Tücken. „Wochentags haben wir länger auf und zudem auch viele Firmenkunden“, berichtet Wagner-Schmidt. Auf einen treuen Käuferstamm kann das Geschäft im Böblinger Herdweg allerdings zählen: die US-Amerikaner von der nahe gelegenen Panzerkaserne. „Wir haben viele Kunden von dort, in den USA hat der Valentinstag ja eine noch größere Bedeutung.“
Dennoch hat Doris Wagner-Schmidt diesmal zurückhaltender eingekauft: 800 rote Rosen stehen zur Verfügung, im vergangenen Jahr waren es 1200. Parallel wird der Automat vor der Tür bestückt, falls Interessierte nach Ladenschluss um 13 Uhr kommen. „Wir haben dafür 80 bis 90 Sträuße vorbereitet und füllen immer wieder auf.“
Nur kurz kann Sandra Metzger von Sandras Blumenstudio in Weil der Stadt ans Telefon. „Hier ist gerade viel los, aber ich nehme mir die Zeit“, sagt sie. Auf ihr Geschäft warte ein superguter Samstag, aber: „Der Valentinstag ist nicht mit Muttertag zu vergleichen, da geht noch viel mehr“, sagt Metzger, die ihr Geschäft in der Keplerstadt seit sechs Jahren führt. Normalerweise fahre sie dreimal pro Woche nach Stuttgart auf den Großmarkt, diese Woche sei sie fünfmal vor Ort. „Wir brauchen ja frische Ware, müssen flexibel sein und viel vorbereiten.“ Einen schönen Strauß zu binden, dauere rund 15 Minuten – „50 Stück kann man dementsprechend nicht an einem Tag machen.“
Valentinstag treibt Preise hoch
„Der Valentinstag treibt vor allem die Preise hoch“, sagt Edgar Schönleber vom gleichnamigen Blumengeschäft in Altdorf, „aus unserer Sicht bräuchte es das nicht.“ Anstatt 2,50 Euro wie an sonstigen Tage müsse er die roten Rosen nun für 5,50 Euro verkaufen. Insgesamt würde die Branche die steigenden Kosten und die zunehmende Kaufzurückhaltung umtreiben. „Aber ich bleibe positiv“, sagt Schönleber, der das Unternehmen in Altdorf in dritter Generation führt.
Nichtsdestotrotz hat er für den Valentinstag eine ganze Menge eingekauft: 1300 Rosen, 300 davon in Rot. „So optimistisch bin ich“, sagt der Blumenhändler.