Der Aufsichtsrat des Blühenden Barocks hält eine kostenlose Öffnung für nicht umsetzbar. Die Stadt Ludwigsburg sieht das genauso – ganz zufrieden ist OB Matthias Knecht trotzdem nicht.
Besonders groß war die Hoffnung der Befürworter ohnehin nicht, nun hat sich die Sache ganz erledigt: Den Südgarten des Blühenden Barocks Ludwigsburg darf auch in der kommenden Saison nur besuchen, wer Eintritt zahlt. Das hat der Aufsichtsrat des Blüba entschieden. Er verwirft damit einen gemeinsamen Antrag von SPD und Freien Wählern, den Bereich ganzjährig kostenlos zu öffnen.
Die Stadtverwaltung hatte sich schon Anfang des Jahres gegen den Vorschlag ausgesprochen. Die Argumente: drohender Vandalismus, steigende Kosten für Sicherheitsdienste und Reinigung sowie die Befürchtung, ein frei zugänglicher Südgarten könnte die Attraktivität der restlichen Anlage mindern.
Aufsichtsrat lehnt Öffnung einstimmig ab
Zwar hatten Befürworter einer Öffnung diese Punkte als „nicht stichhaltig“ bezeichnet, trotzdem lehnte der sechsköpfige Aufsichtsrat im Juli eine Südgarten-Öffnung endgültig ab. „Das war eine einstimmige Entscheidung, hinter der wir als Verwaltung auch stehen“, sagte Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht am Dienstagabend im Wirtschaftsausschuss der Stadt.
Gleichzeitig machte der OB keinen Hehl daraus, mit dem Verlauf der Gespräche in Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung nicht zufrieden zu sein. Denn eigentlich hatte die Verwaltung im Januar zugesagt, Alternativen zur kostenlosen Öffnung einzubringen. Schließlich seien die Anliegen „absolut nachvollziehbar“, wie Knecht damals bekräftigte.„Da gab es von Seiten des Landes aber große Bedenken“, sagte der OB jetzt, er sprach von einer „Leidensgeschichte“.
Zum Hintergrund: Im Blüba-Aufsichtsrat sitzen je drei Vertreter von Stadt und Land. Von Seiten der Stadt sind das neben Knecht die Stadträte Klaus Hermann (CDU) und Laura Wiedmann (Grüne). Hinzu kommen drei Ministerialrätinnen des baden-württembergischen Finanzministeriums. Diskutiert wurden im Aufsichtsrat zwei Alternativen zur Südgartenöffnung.
Zum einen war das die Einführung einer Durchgangskarte. Mit ihr hätte es innerhalb der Öffnungszeiten möglich sein sollen, den Südgarten von der Mömpelgardstraße zum Kaffeeberg kostenlos zu durchqueren. Außerdem war im Gespräch, den Südgarten bereits ab Anfang November zu öffnen und dafür zusätzliche Kassenhäuser an den Eingängen zu den Leuchtenden Traumpfaden aufzustellen.
Allerdings, so heißt es in der Mitteilungsvorlage, habe das Land diese Alternativen nicht mittragen wollen, die Finanzierung hätte die Stadt deshalb allein übernehmen müssen. Eine Durchgangskarte hätte nach Rechnung der Stadt einmalig bis zu 35.000 und dann jährlich 10.000 Euro gekostet. Bei der November-Öffnung wären es einmalig 15.000 und dann jährlich rund 63.000 Euro gewesen. Kosten, die die Stadt in ihrer angespannten finanziellen Lage nicht allein tragen will.
„Es waren lange Diskussionen, das Ergebnis ist enttäuschend“, sagte Knecht. „Da fehlt es manchmal an Fingerspitzengefühl im Aufsichtsrat.“ Eine recht deutliche Kritik, die die Stadträte teilen. „Man bekommt immer mehr das Gefühl, dass dem Finanzministerium alles außer den Zahlen egal ist“, befand etwa Sebastian Haag (FDP). „Dem müssen wir entgegenwirken.“