Ursprünglich sollte das Frauenzeichen schon 2010 sprießen. Foto: Achim Zweygarth

Ein feuerroter Spiegelder Venus aus Tulpenblüht zurzeit an der Alexanderstraße. Gepflanzt hat das blumige Symbol der Gleichstellung die Stadt.

Stuttgart-Mitte - Hier sprechen Blumen: Symbolisch weisen sie auf den Internationalen Frauentag am 8. März hin. Allerdings kommt ihr Aufruf etwas verspätet –Anfang März war es den roten Tulpen noch deutlich zu kalt. Jetzt aber stehen sie in voller Blüte auf der Wiese an der Ecke Alexanderstraße und Hohenheimer Straße, unterhalb der Villa Scheufelen. Etwa 30 Meter lang ist das Frauenzeichen aus knallroten Tulpen, und die sind so akkurat kreisrund gepflanzt, dass dahinter nur Fachleute stecken können.

„Das waren tatsächlich wir“, kommentiert der Leiter des Garten-und Friedhofsamtes Volker Schirner die ungewöhnliche Bepflanzung. Dabei hat das botanische Venussymbol im Verborgenen eine längere Entstehungsgeschichte hinter sich, bevor es sich in diesem Frühjahr in voller Pracht entfalten konnte. Eigentlich sollte es schon 2010 zum 100. Internationalen Frauentag blühen. Aber damals war es im zeitigen Frühjahr so bitterkalt gewesen, dass viele der Blumenzwiebeln den Start verschlafen hatten. Das berichtet Ursula Matschke, die im Rathaus unter anderem für die Frauenförderung und Gleichstellung von Frauen und Männern zuständig ist und die Drahtzieherin für das botanische Venussymbol bei der Bushaltestelle Olgaeck ist.

Im November 2010 hatte sie dafür selbst auf dem Hangwiesenstück zum Schäufelchen gegriffen und Blumenzwiebeln ins Erdreich gesteckt. Unterstützt hat die Aktion die Abteilung Frauen des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit dessen Landesvorsitzender Marion von Wartburg und natürlich das Gartenamt. Dessen weibliche Auszubildenden hatten die Umrisse vorbereitet, gepflanzt wurde gemeinsam. Der große Kreis mit dem anhängenden Plus-Zeichen soll in stilisierter Form den Spiegel der Venus darstellen.

Das Garten-und Friedhofsamt war lange Zeit eine typische Männerdomäne. Mittlerweile sind die Frauen dort auf dem Vormarsch, und es ist das einzige städtische Amt, das eine Frauenvertreterin aus den eigenen Reihen wählt. Im Bereich Garten-und Zierpflanzen arbeiten rund 40 Prozent Frauen. Bei der Baum-und Gartenpflege stehen 37 weibliche Mitarbeiterinnen den 120 männlichen gegenüber, und unter den 37 Auszubildenden sind elf junge Frauen.

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