In Stuttgart gab es während des Blitzmarathons dieses Jahr mehr Geschwindigkeitsverstöße als 2013. Foto: www.7aktuell.de | Oskar Eyb

Nach dem zweiten bundesweiten Blitzmarathon liegen nun die Zahlen der Polizei in Stuttgart und den umliegenden Landkreisen vor. Klar ist: Einige haben Grund zur Freude, andere wiederum verzeichnen einen Anstieg bei den Verstößen.

Nach dem zweiten bundesweiten Blitzmarathon liegen nun die Zahlen der Polizei in Stuttgart und den umliegenden Landkreisen vor. Klar ist: Einige haben Grund zur Freude, andere wiederum verzeichnen einen Anstieg bei den Verstößen.

Stuttgart und Region - Am Freitag hat die Polizei in Stuttgart und der Region ihre Bilanz des diesjährigen Blitzmarathons veröffentlicht.

In Stuttgart fiel die Bilanz der 24-stündigen Aktion nicht gerade positiv aus. "Wir haben insgesamt mehr Verstöße als letztes Jahr", sagte ein Sprecher. So waren von den 9.558 angemessenen Fahrzeugen 142 zu schnell - 2013 waren es von 7328 gerade einmal 69. Das habe aber am Wetter gelegen, so der Sprecher. Vergangenes Jahr seien die Autofahrer wegen des Regens vorsichtiger gefahren.

In Stuttgart mehr Beanstandungen

Von den 142 beanstandeten Autofahrern wurden 92 verwarnt. Von den 50, die angezeigt werden, müssen elf mit einem Fahrverbot rechnen. Der traurige Spitzenreiter im Stuttgarter Stadtgebiet war auf der Bundesstraße 27 zwischen Möhringen und Degerloch mit 159 km/h geblitzt - erlaubt waren 80 km/h. Auf den Fahrer kommen nun ein Bußgeld von 600 Euro, zwei Punkte und drei Monaten Fahrverbot zu.

Insgesamt kamen beim Blitzmarathon in Stuttgart rund 50 Beamte zum Einsatz. Im Vorfeld der Aktion hatten Bürger 470 Aufregerstellen gemeldet - deutlich mehr als im Vorjahr (188). "Viele der Stellen konnten allerdings nicht berücksichtigt werden, weil sie beispielsweise in 30er-Zonen liegen", sagte ein Polizeisprecher. Und dort sei die Stadt Stuttgart zuständig. Die Polizei kontrolliert lediglich die Ein- und Ausfallstraßen sowie die Bundesstraßen.

Mehr Verstöße auf Landesebene

Trotz aller Ankündigungen des Blitzmarathons sind in Baden-Württemberg insgesamt 15.883 Auto- und Motorradfahrer zu schnell unterwegs gewesen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das eine Zunahme von 5,2 Prozent. "Das zeigt, dass an den richtigen Stellen gemessen wurde", sagte Landespolizeipräsident Gerhard Klotter am Freitag.

Insgesamt müssen 221 Autofahrer mit Fahrverboten rechnen - vergangenes Jahr waren es 280. In 2.381 Fällen müssen die Verkehrsteilnehmer mit einer Anzeige und Punkten in Flensburg rechnen. 13.495 Autofahrer kommen mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung davon.

Landespolizeipräsident Klotter sieht den Erfolg des Blitzermarathons auch darin, dass so viele Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld ihre "Aufregerstellen" gemeldet haben. „Das zeigt mir, dass Raserei von vielen Menschen nicht geduldet wird“, sagte Klotter. Zeitweise sei sogar die Internet-Seite, unter der Bürger Vorschläge für Blitzer-Stellen machen konnten, zusammengebrochen.

Abschließend warnte Klotter: „Die Verkehrsteilnehmer können sich nicht immer auf eine Ankündigung verlassen." Gegen die ungeliebten „Blitzerfotos“ würden nur Gelassenheit und weniger Stress im Straßenverkehr helfen.

Auf den nachfolgenden Seiten sehen Sie, welche Bilanz die Polizei in den Landkreisen Böblingen, Ludwigsburg, Göppingen, Esslingen und Rems-Murr nach dem Blitzmarathon gezogen hat.

Kreise Böblingen und Ludwigsburg: Weniger Verstöße

In den Kreisen Böblingen und Ludwigsburg, die gemeinsam erfasst werden, kontrollierte die Polizei an 100 Stellen in den 24 Stunden 49.200 Fahrzeuge - davon waren 1259 zu schnell unterwegs. "Das ist deutlich besser als letztes Jahr", sagte ein Polizeisprecher. 2013 gab es noch 1541 Beanstandungen. Von den 1259 Verstößen dieses Jahr blieb es in 1043 Fällen bei Verwarnungen, in 163 Fällen müssen Autofahrer mit Bußgeldern rechnen. 23 Mal musste die Polizei Fahrverbote aussprechen. Auch das sei eine Verbesserung, so der Sprecher. Im vergangenen Jahr gab es 309 Bußgelder und 54 Fahrverbote. Insgesamt waren beim Blitzmarathon dieses Jahr in den Kreisen Ludwigsburg und Böblingen 270 Beamte im Einsatz.

Kreis Göppingen: Die Polizei zieht eine positive Bilanz

Im Kreis Göppingen ist die Polizei mit dem Ergebnis des diesjährigen Blitzmarathons zufrieden. An 30 Kontrollstellen sprachen die Beamten 212 Verwarnungen aus. In 22 Fällen kam es zu Anzeigen - zwei Autofahrer müssen mit Fahrverboten rechnen. "Mit knapp drei Prozent beanstandeten Fahrzeugen liegt die Quote erfreulich niedrig. Normalerweise sind deutlich über fünf Prozent zu schnell", sagte ein Polizeisprecher.

Einen traurigen Spitzenreiter gab es trotzdem. Auf der Autobahn 8 bei Aichelberg war ein Autofahrer statt mit den erlaubten 120 km/h mit 172 km/h unterwegs.

Kreis Esslingen: Polizei spricht von erfreulichem Ergebnis

Im Kreis Esslingen wurde die Geschwindigkeit von insgesamt 10.231 Fahrzeugen gemessen, davon waren 331 zu schnell unterwegs. Vier von ihnen müssen mit einem Fahrverbot rechnen. Der schnellste Raser war am Donnerstagabend auf der Bundesstraße 313 bei Köngen unterwegs. Er hatte statt der erlaubten 100 km/h 144 km/h auf dem Tacho. Insgesamt sei erfreulich, dass sich die deutliche Mehrheit der gemessenen Autofahrer an die Verkehrsregeln gehalten habe, so die Polizei. Während des Blitzmarathons waren im Kreis Esslingen 56 Polizisten im Einsatz.

Rems-Murr-Kreis: Leider kein Vergleich möglich

Im Rems-Murr-Kreis kamen während des Blitzmarathons an 30 Stellen rund 100 Beamte zum Einsatz. Den Polizisten kontrollierten dabei 30.850 Fahrzeuge, von denen 926 zu schnell unterwegs waren. Die Polizei sprach zehn Fahrverbote aus und nahm 144 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten auf. In 782 Fällen blieb es bei Verwarnungen.

Ein Vergleich zum Vorjahr sei leider nicht möglich, da die Daten nicht mehr zugänglich seien, sagte ein Polizeisprecher.

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