Auf dem Gelände des Mercedes-Werks in Sindelfingen war am späten Montagnachmittag eine Bombe entdeckt worden. Rund eineinhalb Stunden nach dem Fund war sie entschärft.
Nachdem am späten Montagnachmittag eine Weltkriegsbombe auf dem Gelände des Mercedes-Benz Werks entdeckt worden war, ging alles ganz schnell. Der Blindgänger wurde laut einem Mercedes-Sprecher gegen 16.30 Uhr gefunden. Bereits um 18 Uhr begann der Kampfmittelbeseitigungsdienst die Bombe zu entschärfen. Das dauerte etwa 20 Minuten. „Die Entschärfung lief wie geplant ohne Probleme ab“, teilt der Kampfmittelbeseitigungsdienst am Dienstag mit.
Bei dem Blindgänger handelt es sich demnach um eine amerikanische Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit circa 50 Kilogramm Sprengkraft. In einem Radius von 300 Metern um den Fundort wurde das Werksgelände nach der Entdeckung evakuiert. Das Sindelfinger Stadtgebiet war nicht betroffen. Die Daimler-Mitarbeiter konnten laut Mercedes-Sprecher ab 18.40 Uhr weiterarbeiten.
Daimler-Werk mehrmals bombardiert
Die Bombe war bei Erdarbeiten für eine neue Lackiererei auf dem Gelände gefunden worden. Derzeit wird dem Mercedes-Sprecher zufolge das Gebäude der alten Lackiererei abgerissen. Die Grundsteinlegung für den Neubau ist am 3. April geplant. Ein Kampfmittelsondierungsdienstleister begleitet die Bauarbeiten und hatte die Bombe entdeckt. An Orten, die während des Zweiten Weltkriegs Ziel von Bombenangriffen waren, ist eine solche Begleitung notwendig.
Das Sindelfinger Daimler-Werk war vor allem im Jahr 1944 direkten Luftangriffen ausgesetzt. Während des Kriegs wurden dort, so schreibt es der ehemalige Sindelfinger Kulturamtsleiter Horst Zecha, unter anderem Flugzeugteile und Heckteile der V2-Rakete – eine der angeblichen „Wunderwaffen“ der Nazis – gebaut.
Bereits 2017 waren auf dem Daimler-Gelände kurz hintereinander Weltkriegsbomben entdeckt worden. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob es sich bei dem Blindgänger von Montag um den letzten handelt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst schließt weitere Funde zumindest nicht aus, da „Ballungszentren und andere Produktionsstätten im Zweiten Weltkrieg gezielt und mehrfach bombardiert wurden“.