Wie in den USA wollen Menschen in Stuttgart gegen Rassismus demonstrieren. (Symbolbild). Foto: AFP/JASON CONNOLLY

Am Samstag wollen sich zwei Kundgebungen der Black-Lives-Matter-Bewegung aus den USA anschließen und in Stuttgart gegen Rassismus, Polizeigewalt und Diskriminierung von schwarzen Menschen demonstrieren.

Stuttgart - Der Straßenprotest nach dem Tod von George Floyd hat Stuttgart erreicht. Für Samstag sind in der baden-württembergischen Landeshauptstadt zwei Demonstrationen zum Thema Rassismus und Black Lives Matter („Schwarze Leben zählen“) geplant und von der Stadt genehmigt worden. Beide Kundgebungen wollen um 14 Uhr im Schlossgarten beginnen und wurden von Privatpersonen angemeldet.

Die Veranstalter der mit „Gegen Rassismus“ betitelten Demonstrationen rechnet laut der Stadt mit 700 Teilnehmenden. Diese Kundgebung ist im Oberen Schlossgarten verortet, während die zweite Demonstration unter dem Motto „Black Lives Matter“ firmiert und mit 100 erwarteten Menschen im Unteren Schlossgarten veranstaltet wird. Beide Veranstaltungen wollen auf einen Marsch durch die Stadt verzichten und ihren Protest vor Ort durchführen.

Mobilisierung auf Social Media

Die Demonstranten wollen mit einem sogenannten Silent Protest(„Stillen Protest“) ihre Solidarität mit der US-amerikanischen Protestbewegung und den weltweiten Opfern von Rassismus ausdrücken. „Unsere kollektive Wut, Trauer und Hilflosigkeit machen uns sprachlos, weshalb wir den Silent Protest in Deutschland ins Leben gerufen haben, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen“, heißt es in einem digitalen Flyer. In dem Schreiben distanzieren sich die Proteste zudem deutlich von Gewalt.

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In den sozialen Netzwerken wie Instagram wird zu einer Reihe solcher Kundgebungen mobilisiert, die am Samstag in fast allen deutschen Großstädten über die Bühne gehen sollen.

Das Team hinter dem Protest tauscht sich in einer öffentlichen Telegram-Gruppe mit Interessierten über den Protest am Samstag in Stuttgart aus. Am Donnerstag zählte die Gruppe über 1.300 Mitglieder (Stand 10.30 Uhr). Die Organisatoren bitten außerdem am Samstag ein schwarzes Oberteil zu tragen und auf Plakaten oder ähnlichem auf Beleidigungen, Provokationen, Hetze und den Spruch „All Lives Matter“ zu verzichten.

An dem Slogan „All Lives Matter“ wird kritisiert, dass er schwarzen Menschen die strukturelle Diskriminierung wegen ihrer Hautfarbe und das Recht sich dagegen zu wehren, abspricht. Außerdem nutzen ihn Rechte, um der Black-Lives-Matter-Bewegung zu unterstellen, sie würde das Leben schwarzer Menschen als wertvoller ansehen.

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