Die Björn-Steiger-Stiftung will in Asien große Pläne umsetzen – und auf dem deutschen Markt der DRF Luftrettung aus Filderstadt Konkurrenz machen Foto: DRF Luftrettung

Die Björn-Steiger-Stiftung aus Winnenden verfolgt große Pläne. Sie will nicht nur in zwei chinesischen Modellregionen, sondern auch in Sri Lanka ein Rettungswesen nach deutschem Vorbild aufbauen. Dabei geht es um Milliardenaufträge für das beteiligte Firmenkonsortium.

Stuttgart/Winnenden - Notrufsäulen waren gestern – jetzt sucht sich die Winnender Björn-Steiger-Stiftung (BSS) neue Ziele. Nach Informationen unserer Zeitung plant sie nicht nur in zwei chinesischen Modellregionen den Aufbau eines Rettungswesens nach deutschem Vorbild, sondern auch in Sri Lanka. Dort hat die BSS bereits ein Büro eröffnet und konkurriert mit einem indischen Anbieter um den Auftrag.

Die Stiftung agiert dabei ebenso wie in China als Spitze eines Konsortiums, das aus zahlreichen deutschen und internationalen Firmen besteht. Unterstützt werden die Pläne vom Bundeswirtschaftsministerium. Allein in Sri Lanka geht es um 1050 Rettungswagen, 555 Rettungswachen, 260 Notarztfahrzeuge, 24 Hubschrauber, 20 Luftrettungszentren und 29 000 Mitarbeiter. Sie sollen vorwiegend aus der Armee rekrutiert werden, die nach Ende des Bürgerkriegs Personal abbauen muss. „Wir äußern uns zu noch nicht umgesetzten Projekten nicht, können diese Zahlen aber nicht bestreiten“, sagte Präsident Pierre-Enric Steiger unserer Zeitung.

Experten sprechen von einem Jahrhundertprojekt

Bei den beiden Modellregionen in China könnte noch in diesem Jahr der Startschuss für die ersten Projekte fallen. Beteiligte sprechen von einem „Jahrhundertprojekt“. Sie gehen von einem Investitionsvolumen von zehn Milliarden Euro aus. Sollte das Konzept erfolgreich sein und auf das ganze Land ausgedehnt werden, könnte sich diese Summe auf mindestens 100 Milliarden Euro erhöhen. Allerdings gilt der Markt für ein Rettungswesen in China als schwierig.

In Deutschland plant die Steiger-Stiftung den Einstieg in die Luftrettung. „Wir erwägen bei allen anstehenden Ausschreibungen von Standorten ein Angebot abzugeben“, sagte Steiger. Damit geht die BSS auch in Konkurrenz zu ihrem einstigen Ableger, der DRF Luftrettung in Filderstadt, die neben dem ADAC größter deutscher Anbieter ist.

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