Die Erhöhung der Grundsteuer soll mehr Geld in die leeren Steinheimer Kassen fließen lassen. Foto: dpa

In Steinheim (Kreis Ludwigsburg) müssen Hausbesitzer künftig tiefer in die Tasche greifen. Gleiches gilt für Hundehalter. Unternehmer können dagegen aufatmen.

Viele Steinheimer haben beim letzten Grundsteuerbescheid wahrscheinlich zweimal hingeschaut. Der Betrag dürfte sich nämlich im Vergleich zu den Vorjahren bei nahezu jedem Immobilienbesitzer mal mehr, mal weniger stark verändert haben. Das lag jedoch einzig daran, dass sich die Bemessungsmethode geändert hat, der Bodenrichtwert und die Grundstücksgröße zu den maßgeblichen Faktoren geworden sind. Die Kommune hatte nicht an der Gebührenschraube gedreht, sondern ihre Hebesätze nur so an das neue Modell angepasst, dass die Gesamteinnahmen gleich geblieben sind. Das wird sich nun aber ändern.

 

Aufgrund der angespannten finanziellen Lage hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen, die Sätze anzuheben, und zwar durchaus spürbar von 189 auf 210 Punkte. Das soll unterm Strich etwa 225000 Euro mehr in die Kasse der Stadt spülen, die letztmals vor 25 Jahren die Grundsteuer B erhöht hatte. Jeder Besitzer eines Areals müsse damit vom nächsten Jahr an rund elf Prozent mehr überweisen, erklärt Tatjana Bremer, die Pressesprecherin der Kommune.

Wer beispielsweise im Bereich der Schillerstraße/Goethestraße ein Häusle auf einem 400 Quadratmeter großen Grundstück stehen hat, muss dafür aktuell rund 480 Euro berappen. Künftig werden es 535 Euro sein. An der Marktstraße, für die ein niedrigerer Bodenrichtwert angesetzt ist, wird für eine gleich große Fläche 340 Euro fällig. Vor der Erhöhung waren es 306 Euro. Im Neubaugebiet Scheibenäcker im Neubaugebiet Kleinbottwar müsste man für ein 400 Quadratmeter-Anwesen 515 statt 464 Euro bezahlen.

Die Stadtverwaltung hätte auch gerne die Unternehmen stärker zur Kasse gebeten. Die Rathausspitze hatte vorgeschlagen, den Hebesatz bei der Gewerbesteuer um 20 Prozentpunkte von 380 auf dann 400 anzuheben. Das sollte eine zusätzliche Einnahme pro Jahr von rund 180000 Euro bringen. „Das wurde aber mehrheitlich abgelehnt“, sagt Tatjana Bremer. Der Daumen sei unter anderem deshalb vom Gros der Räte gesenkt worden, weil man dadurch ein schlechtes Signal an die Wirtschaft senden würde und dies nicht im Sinne der Unternehmensförderung wäre.

Hundehalter müssen für ihre Lieblinge tiefer in die Tasche greifen. Foto: Archiv (IMAGO/Bihlmayerfotografie)

Mehrheitlich durchgewunken wurde indes, die Hundebesitzer stärker zu belasten. Insgesamt wird dadurch mit einem jährlichen Plus von 10000 Euro im Haushalt gerechnet. Für einen Vierbeiner sind von 2026 an 132 Euro zu entrichten. 120 Euro waren es bisher. Jeder weitere Hund schlägt mit 264 und nicht mehr mit 240 Euro zu Buche. Für so genannte Kampfhunde müssen Halter fortan 900 Euro überweisen und damit 150 Euro mehr als seither.