Gegner der Trucks befürchten noch mehr Kommerzialisierung öffentlichen Raums. Foto: privat

Ein Street-Food-Markt sollte den Bezirk noch mehr beleben. Doch die Veranstalter bekamen von Bürgern und im Bezirksbeirat heftig Gegenwind. Nun geben sie den Westen auf.

Snacks unter freiem Himmel genießen und Freunde treffen – das ist das Konzept von „Eat and Meet“ der Eventagentur Heldenreich. Auf dem Bismarckplatz sollten vom Anfang Mai bis Ende September jeden Freitag von 15 bis 22 Uhr zehn Laster stehen, von denen regionale Bioprodukte verkauft werden. Im vergangenen Jahr hatten die Veranstaltung donnerstags bis zu 10 000 Leute auf den Karlsplatz gelockt. Laut Daniel Rosner, dem Inhaber der Agentur Heidenreich, haben sich das Street-Food-Market Programm zur Belebung der Bezirke die Eventagentur und die Wirtschaftsförderung der Stadt Stuttgart gemeinsam ausgedacht. Anfang März hatte der Bezirksbeirat West über eine solche Veranstaltung auf dem Bismarckplatz diskutiert und ihr zugestimmt. Es fehlte bloß noch das Placet vom Amt für öffentliche Ordnung.

Zahlreiche Bedenken

Doch nun kommt alles anders, nämlich gar nicht. „Nachdem es in der Sitzung des Bezirksbeirates und im Anschluss auch von einigen Bürgern kritische Anmerkungen zu der Veranstaltung Meet & Eat (Food Trucks) gab, hat der Veranstalter seine Planungen für den Westen eingestellt“, teilt Bezirksvorsteher Reinhard Möhrle mit. „Eat and Meet“ wird auf dem Bismarckplatz somit nicht stattfinden.

Die Bezirksbeiräte im Westen hatten sich bei ihrer Sitzung am 8. März ihrerseits sehr schwer getan mit der Entscheidung für die Food-Trucks. Einigen schien die Veranstaltung zu groß und zu häufig. Sie befürchteten eine ungute Konkurrenz für die umliegende Gastronomie und den Wochenmarkt, zu viel Trubel auf dem Bismarckplatz und eine fortschreitende Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes. Letztlich erhielt die Eventagentur Heldenreich mit nur einer Stimme Mehrheit das „Go“ für ihre Food-Trucks. Bezirksvorsteher Möhrle bat daher den Veranstalter nach dem knappen Abstimmungsergebnis, die Argumente der vorangegangenen Diskussion zu beherzigen, sollte das Event vom Amt genehmigt werden.

Die Karawane zieht weiter

Offenbar ist aber den Veranstaltern nun der Gegenwind im Westen zu stark geworden, nachdem sich auch einige Bürger gegen die Food-Trucks ausgesprochen haben. Sie hatten eigentlich gehofft, im Bezirk mit offenen Armen empfangen zu werden. Die Agentur wird anderswo ihr Glück versuchen, der Westen ist ja nur einer von insgesamt acht möglichen Standorten. Vorgespräche mit den Bezirksvorstehern sowie den ansässigen Handels- und Gewerbevereinen werden auch in Vaihingen, Feuerbach, Stammheim, Zuffenhausen, Degerloch und Untertürkheim geführt.

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