Curevac-Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender Ingmar Hoerr. Foto: Curevac

Der Tübinger Imfpstoffhersteller Curevac drückt weiter aufs Tempo, um Krebsmedikamente auf den Markt zu bringen. Internationalen Investoren haben weitere 100 Millionen Euro bereitgestellt.

Tübingen - Microsoft-Gründer Bill Gates und SAP-Gründer Dietmar Hopp haben schon zig Millionen in Curevac investiert – Millionen, mit denen das Tübinger Biotech-Start-up neue Impfstoffe und innovative Krebstherapien entwickelt. Jetzt hat das Unternehmen weitere 100 Millionen bei neuen Investoren eingeworben und sich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, um sich für weiteres Wachstum zu rüsten. „Diese erfolgreiche Finanzierungsrunde ist ein wichtiger Schritt für Curevac, da sie uns die nötigen Mittel zur Verfügung stellt, um die eigene vorklinische und klinische Entwicklung von mRNA-Therapien weiter zu stärken“, sagte Ingmar Hoerr, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender von Curevac. Die Firma ist Technologieführer in der Entwicklung von Wirkstoffen auf Basis sogenannter Messenger-RNA (mRNA). Die mRNA hat in lebenden Zellen die Aufgabe, die in der Erbsubstanz DNA gespeicherten Baupläne für Eiweißmoleküle weiterzuleiten. Bislang sind noch keine Medikamente auf RNA-Basis am Markt.

Seit seiner Gründung im Jahr 2000 hat das Unternehmen rund 300 Millionen Euro an Eigenkapital eingeworben. RNA habe das Potenzial, eine neue Klasse an Medikamenten zu schaffen, sagte Peter Singlehurst, Investment-Analyst bei Baillie Gifford, stellvertretend für den Investorenkreis. Nach der neuen Kapitalerhöhung dürfte das Unternehmen mit rund 1,5 Milliarden Euro bewertet sein – rund 30 Prozent mehr als im Frühjahr. Damals war Bill Gates bei den Tübingern eingestiegen und hat sich dort über seine Stiftung mit 46 Millionen Euro beteiligt. Das Gates-Engagement hat für viel Furore gesorgt und die Firma ins internationale Rampenlicht gebracht.

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