Biontech-Chef Ugur Sahin ist zuversichtlich, dass der Impfstoff auch gegen die Virus-Mutation wirkt. Foto: dpa/Dominik Pietsch

Das Mittel von Pfizer und Biontech sollen nach Empfehlung der europäischen Arzneimittelbehörde Personen über 16 Jahre bekommen. Am Abend gibt die EU-Kommission grünes Licht. Biontech-Chef Ugur Sahin gibt sich zuversichtlich im Hinblick auf die Virus-Mutation.

Berlin - Biontech-Chef Ugur Sahin zeigt sich zuversichtlich, dass der nun in der EU zugelassene Impfstoff seiner Firma auch mit der Großbritannien nachgewiesenen neuen Virus-Variante funktionieren wird. Man werde dies in den kommenden Tagen prüfen, sagt er „Bild Live“. Er selbst habe sich noch nicht impfen lassen, würde dies jedoch gerne tun.

Die Menschen in den EU-Staaten können gegen Corona geimpft werden. Die EU-Kommission erteilte dem Mittel des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer am Montag die Freigabe, die sie allerdings an Bedingungen knüpfte. Die Arzneimittelbehörde EMA hatte dies kurz zuvor empfohlen. In Deutschland sollten die Impfungen am Sonntag beginnen.

Grünes Licht für Impfstoff

Mindestens 15 Länder haben dem Impfstoff von Pfizer und Biontech bereits eine Zulassung erteilt. In Großbritannien und den USA wird das Mittel bereits eingesetzt. Die EMA mit Sitz in Amsterdam erklärte am Montag, der Impfstoff solle Personen über 16 Jahre verabreicht werden. Die Hersteller müssten im kommenden Jahr weitere Daten vorlegen.

„Das ist wirklich eine historische wissenschaftliche Leistung“, sagte EMA-Chef Emer Cooke. „Es ist ein bedeutender Schritt vorwärts in unserem Kampf gegen die Pandemie.“ Biontech-Chef Ugur Sahin teilte mit, für sie sei es heute emotional.

Am Abend erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Kommission habe sich entschieden, den EU-Bürgerinnen und Bürgern die erste Impfung gegen Covid-19 zugänglich zu machen. Die Marktzulassung sei an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die deutschen Behörden und die in anderen europäischen Ländern haben mitgeteilt, dass sie den Impfstoff ab Sonntag einsetzen wollten.

Die EMA war vergangene Woche unter Druck geraten, weil Länder forderten, dass der Impfstoff so schnell wie möglich zugelassen wird. EMA hatte ursprünglich den 29. Dezember als Datum für die Einschätzung des Impfstoffs angegeben.

Wie lange sind Geimpfte immun?

Jetzt soll in Deutschland eine erste Lieferung mit mehr als 151 000 Dosen am Samstag, dem zweiten Weihnachtsfeiertag verteilt werden, wie die Behörden mitteilten. Drei weitere Lieferungen mit knapp 1,9 Millionen Dosen seien für Ende Dezember und die erste Januarwoche vorgesehen.

Wissenschaftler warten noch auf langfristigere Daten, um feststellen zu können, wie lang Geimpfte immun sind und ob es seltene oder schwere Nebenwirkungen gibt. Endgültige Tests des Impfstoffs laufen noch. Es werden noch weitere Daten zur Wirkung der Impfung in Kindern und schwangeren Frauen benötigt.

Biontech und Pfizer hatten der EU 400 Millionen Dosen des Impfstoffs angeboten, doch die EU-Kommission bestellte nur 200 Millionen mit einer Option auf 100 Millionen weitere.

Die EMA will am 12. Januar ein Treffen abhalten, um über eine Zulassung des Impfstoffs des US-Unternehmens Moderna zu entscheiden. Sie prüft auch Impfstoffe von der Oxford University und dem Unternehmen AstraZeneca sowie von Janssen. Keine dieser Hersteller haben aber offiziell bei der Behörde beantragt, dass ihr Impfstoff zugelassen wird.

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