Künftig werden auch Küchenabfälle aus dem Kreis Göppingen im Kompostwerk Kirchheim verarbeitet. Foto: dpa/Peter Steffen

Bei der Verwertung von Bioabfall kooperiert der Kreis Esslingen seit langem mit dem Kreis Böblingen. Ab 2027 kommt der östliche Nachbarkreis hinzu. Das sind die Gründe.

Für rund 20 Millionen Euro wird das Kompostwerk in Kirchheim unter Teck zurzeit grundlegend modernisiert. Die Einweihung der neuen Anlage ist für den Sommer 2026 vorgesehen. Die Weichen für die Zukunft sind jedoch nicht nur in punkto Technik gestellt. Auch die Auslastung wird neu geregelt.

 

Seit 1994 arbeiten die Kreise Esslingen und Böblingen bei der Verwertung von Bioabfall zusammen. Esslingen macht aus Küchenabfällen und Grüngut Qualitätskompost für Kleingärtner und landwirtschaftliche Betriebe, während Böblingen auf die Vergärung zur Energiegewinnung setzt. Dabei unterstützt man sich gegenseitig – die Kreise sind zu jeweils 35 Prozent am Entsorgungsbetrieb des Partners beteiligt. Nun aber soll aus dem Duo ein Trio werden: Zum 1. Januar 2027 wird der Landkreis Göppingen dem Verbund beitreten.

Das Kompostwerk in Kirchheim wird derzeit fit gemacht für die Zukunft (Archivfoto). Foto: Ines Rudel

Konkret bedeutet das: Im Kompostwerk Kirchheim werden künftig pro Jahr neben 19 000 Tonnen Biomüll aus dem Kreis Esslingen noch 32 000 Tonnen Gärreste, die in der Vergärungsanlage in Leonberg bei der Biogaserzeugung anfallen, sowie 9000 Tonnen Biomüll aus dem Kreis Göppingen verarbeitet. In der Leonberger Anlage landen wiederum 17 000 Tonnen Biomüll aus dem Kreis Esslingen und 9000 Tonnen aus Göppingen, der Kreis Böblingen sammelt in seinem Gebiet 34 000 Tonnen Bioabfälle ein. Die Verwertung in beiden Anlagen soll dadurch wirtschaftlicher werden.

Ein entsprechender Kooperationsvertrag soll in den nächsten Monaten unterzeichnet werden. Darin heißt es: Durch die interkommunale Zusammenarbeit leisten die Landkreise Böblingen, Esslingen und Göppingen „einen relevanten Anteil zum bundesweiten Klimaschutzplan und stellen eine hochwertige Verwertung der Bioabfälle im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgesetzes sicher“.

Es gibt auch eine gute Nachricht für die Bürgerschaft: Durch den Verkauf von Anteilen an der Bioabfallverwertungsgesellschaft Leonberg fließen dem Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Landkreises Esslingen im Jahr 2027 außerplanmäßig gut vier Millionen Euro zu. Dieser Erlös soll in die Gebührenkalkulation des AWB einfließen und so den Kunden zugute kommen, kündigte Landrat Marcel Musolf in der jüngsten Sitzung des Kreistages an.