Biodiversität in Waiblingen Mehr Engagement für Fauna und Flora

Von Harald Beck 

Ein Wildbienenprojekt zählt zu den Aktivitäten der Stadt. Foto: dpa
Ein Wildbienenprojekt zählt zu den Aktivitäten der Stadt. Foto: dpa

Für Naturschutz und Erhalt der Artenvielfalt stellt der Gemeinderat im kommenden Jahr 20 000 Euro zur Verfügung.

Waiblingen - Die Artenvielfalt geht zurück in der Pflanzen- und in der Tiewelt, betroffen sind vor allem auch Insekten. Um die Vielfalt im lokalen Raum besser zu schützen und zu erhalten, hat die Ali-Fraktion im Waiblinger Gemeinderat beantragt, einen kommunalen Masterplan für Insektenschutz und Biodiversität aufzustellen – zur Bündelung und Fortführung der bisherigen Maßnahmen des Naturschutzes in der Stadt. In der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses des Gemeinderates hat nun der Landschaftsökologe Jürgen Stotz zusammengefasst, was in Waiblingen in dieser Hinsicht bereits unternommen worden ist und welche Möglichkeiten es gibt.

Artenschutz in den vergangenen Jahren verbessert

Am Ende hat das Gremium beschlossen, im kommenden Jahr 20 000 Euro für die sinnvoll abgestimmte Fortführung der bisherigen Maßnahmen, eine Gesamtstrategie für Artenerhalt im kommunalen Raum und für Bürgerkonzepte für den Naturschutz bereit zu stellen. Unter anderem, so lautete ein fraktionsübergreifend mit Wohlwollen aufgenommener Vorschlag von Ali-Rätin Iris Förster, wird Waiblingen in näherer Zukunft wohl einen Wettbewerb für insektenfreundliche Gärten ausloben.

In den vergangenen Jahren sei eine Vielzahl an Maßnahmen im Sinne des verbesserten Artenschutzes realisiert worden, bescheinigte der Experte Stotz den Waiblingern. Verschiedenen Grünpflegekonzepte gehörten dazu, wie zum Beispiel das Beweidungsprojekt in der Talaue, eine Wildbienenaktion, die Anlagen mit Blühflächen im sogenannten Eisentalpark, das Alvarium sowie Gemeinschaftsaktionen mit BUND oder Nabu oder Glyphosatverzicht bei der Pflege öffentlicher Flächen. Dazu zählten aber auch beispielsweise die Renaturierungen von Kätzenbach oder Schüttelgrabenring, die Neugestaltung des Remsbetts zwischen Häckerwehr und Firma Stihl oder die weiteren Projekte im Rahmen des Waiblinger Gewässerentwicklungsplanes.

Insgesamt existierten durchaus diverse Bausteine im Sinne des Strebens nach verbesserten Chancen für biologische Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt, konstatierte Stotz. Angeraten sei es, diese Einzelmaßnahmen zu einer Gesamtstrategie für mehr Biodiversität zusammenzuführen. Der Landschaftsökologe rät hier zu einem Monitoring, mit Hilfe dessen an repräsentativen Flächen überprüft werden könne, ob durch die Aktivitäten auch tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielt wird. Angeraten sei im Übrigen eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit mit Bürgerinformationen und gezielten Schulungen im Sinne des Artenschutzes.

Von komplett neuem Masterplan wird abgeraten

„Wir haben schon viel getan“, stellte denn auch die Baubürgermeisterin Birgit Priebe fest und riet von einem komplett neuen Masterplan ab: „Wieder bei Null anzufangen hat aus unserer Sicht hier wenig Sinn.“ Ob das Ganze denn Masterplan heiße oder Gesamtkonzept für Biodiversität, sei letztlich nicht entscheidend, hieß es dazu seitens der Antragsteller.

Im Gremium wiederum war die Mehrheit der Meinung, die von der Verwaltung als ausreichend betrachteten 5000 Euro pro Jahr seien für das wünschenswerte Monitoring, eine wirksame Informationsoffensive und die Vorbereitungen für den angestrebten Wettbewerb zu wenig. Ohne Gegenstimme hat der Planungsausschuss am Ende für die von der Ali-Fraktion beantragten 20 000 Euro im kommenden Haushalt für die Fortschreibung der kommunalen Strategie und das Gesamtkonzept zum Naturschutz votiert.

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