Die sogenannte Gelbwurzel stammt aus Asien. Foto: Adobe Stock/mgp

Vergangenes Jahr hat der Bio-Gemüsehof Hörz in Filderstadt-Bonlanden erfolgreich mit Ingwer experimentiert. Jetzt wird eine neue exotische Gewürzpflanze auf den Fildern angebaut.

Bonlanden - Ingwer wurde auf der Filderebene erstmals im vergangenen Jahr geerntet, in diesem Herbst könnte eine neue exotische Pflanze dazukommen. Das Team des Bio-Gemüsehofs Hörz experimentiert am Ortsrand von Filderstadt-Bonlanden wieder. Zwischen Lauch, Salat und Kräutern wurde erstmals Kurkuma angepflanzt. „Das ist etwas ganz Besonderes“, erklärt die Chefin Beate Hörz.

Die sogenannte Gelbwurzel stammt aus Asien und wird in den Tropen vielfach kultiviert. In der jüngeren Vergangenheit ist die Kurkuma als sogenanntes Superfood hierzulande zum Trend geworden. Das goldgelbe Gewürz soll unter anderem verdauungsfördernd und entzündungshemmend wirken.

Der Ingwer-Versuch wird als Erfolg gewertet

Die Chancen für echte Filder-Kurkuma stehen gut. Der letztjährige Ingwer-Versuch wird als Erfolg gewertet. Auf etwa 400 Quadratmetern wurden unter einem Folientunnel die Gewürz- und Heilknollen, die man sonst nur aus tropischen und subtropischen Ländern kennt, angepflanzt, und die Kunden waren begeistert. Beate Hörz spricht von einem Volltreffer. Sowohl Privatpersonen als auch regionale Ladenbesitzer und Großhändler hätten den Premieren-Ingwer gern gekauft, obwohl er durch seine wesentlich dünnere Haut deutlich schneller verbraucht werden musste als das Pendant aus dem Supermarkt. In diesem Jahr wurde die Produktion sogar auf eine zweite Fläche ausgedehnt. „Wir haben die Kultur kennengelernt“, sagt der Teamleiter Sarvjot Khinda.

Die Kurkuma-Pflanzen sind noch klein und unscheinbar. Während das Ingwer-Grünzeug daneben eher an Bambus erinnert und schon etwas höher gewachsen ist, sehen die Neulinge aus wie winzige Bananenbäumchen. Jetzt geht für Sarvjot Khinda die Handarbeit los. Unkraut jäten steht an. Wenn die Temperaturen steigen, muss der Folientunnel beschattet werden. „Das haben wir beim Ingwer gemerkt“, erklärt der gebürtige Inder. Demnach mögen die Pflanzen Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit, aber keine direkte Sonne. Auch gegossen werden muss regelmäßig.

Die Kurkuma-Ernte könnte Ende September, Anfang Oktober sein

Bislang sind die Anbaubedingungen in diesem Jahr schwierig. „Das kalte Frühjahr ist eine Herausforderung für den Gemüseanbau“, sagt Beate Hörz. Die ungewöhnlich niedrigen Temperaturen haben sowohl den heimischen als auch den exotischen Arten zugesetzt. Die Spitzen der Ingwer- und der Kurkuma-Blätter haben sich leicht gelblich verfärbt. „Für die Pflanzen ist das Stress“, sagt sie über die Wetter-Achterbahnfahrt der vergangenen Tage.

Die Kurkuma-Ernte könnte Ende September, Anfang Oktober sein. Selbst wenn die Pflanzen in unseren Gefilden gut gedeihen sollten, werden sie zunächst rar bleiben. Gerade mal 110 Kurkuma-Jungpflänzchen wurden in einer Ecke eines der beiden Ingwer-Gewächshäuser ausgebracht. Zunächst geht es ums Experimentieren mit neuen Kulturen, und das macht dem Hörz-Team Spaß. „Ja, sehr viel“, sagt Sarvjot Khinda. „Das ist etwas Salz in der Suppe“, fügt Beate Hörz hinzu. Die Exoten werden ihr so schnell nicht ausgehen.

Eine der nächsten Versuchspflanzen steht schon fest: Von einem Afrika-Trip hat das Ehepaar Hörz Moringa-Saatgut mitgebracht. Vom sogenannten Meerrettichbaum können mehrere Pflanzenteile verzehrt oder zu Öl verarbeitet werden. Zunächst aber ist die schwäbische Kurkuma dran. „Wenn es nichts wird, ist es nicht so schlimm“, sagt Beate Hörz. Doch Sarvjot Khinda betont: „Wir versuchen alles.“

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