Binkowskis Welt: Heute geht es um gelöschte E-Mails und deren Folgen.. Foto: LKZ

Heute geht es um gelöschte E-Mails, die nicht nur Stefan Mappus in Bedrängnis bringen. Vor allem dann, wenn man sie wiederherstellen kann. Das gilt nicht nur für die große Politik, sondern auch für die häuslichen Debatten, findet unser Kolumnist.

Leonberg - Stellen wir uns das doch einmal praktisch vor: Sie sitzen im Leonberger Pomeranzengarten, entweder hipp und postmodern mit dem iPad, das Sie dann ab nächster Woche im Sindelfinger Apple-Store gekauft haben, oder etwas traditioneller mit dem Laptop. Und werden von einer unbekannten Schönheit hemmungslos angeflirtet: „Hey Süßer, ich will dich gerne kennen lernen!“ Solch überraschende Angebote kommen per elektronischer Post ja täglich. Die Spam-Mail-Verschicker sind inzwischen auch ziemlich clever und versenden schon lokalisierte Lockangebote: „Attraktive Singles aus Leonberg warten auf dich!“ Natürlich gehen wir auf solche Nachrichten nicht ein. Meistens steckt ja auch eine gar nicht attraktive und schon gar nicht Leonberger, sondern mallorquinische Massenmail-Schreiberin dahinter.

Während wir uns fragen, ob man in Rutesheim dann attraktive Rutesheimer Singles angeboten bekommt, klingelt das andere Apple-Produkt, das Handy. Es ist die bessere Hälfte, die sich gerne mal den Laptop der nicht ganz so guten Hälfte schnappt. Was tun, wenn das Mittagspäuschen vorbei ist und der E-Mailverkehr (!) noch auf dem Notebook ist? Sie ahnen es: lieber löschen. Keine unnötigen Fragen. Keine Erklärungsversuche, keine schwingende Bratpfanne, keine Einladungen in überteuerte Restaurants, sondern einfach: Ruhe.

So ähnlich, ist es auch Stefan Mappus im Märzen des Jahres 2011 wohl gegangen. Er hatte ein paar Mails mit einem befreundeten Investmentbanker geschrieben. Kommt nicht so gut, wenn die möglicherweise bessere, jedenfalls aber siegreiche Hälfte des Politikbetriebes die Mails liest. Attraktiv sind die Aussichten so nicht.

So, jetzt aber der Haken an der ganzen Sache. Einmal in der Staatskanzlei, dort haben die Ermittler nämlich Sicherungskopien der Mappus’schen Festplatte gefunden. Dabei war er auf Nummer sicher gegangen und hatte das Ding sogar zerstört. Ja, und auch auf einer viel kleineren Ebene kann ein Löschvorgang völlig nach hinten losgehen. Denn die Damenwelt weiß inzwischen auch, wo man gelöschte Mails wiederfindet. Es ist wie mit Stefan Mappus: Die Mail zu erklären, ist schon sehr unattraktiv. Aber warum sie erst gelesen und dann gelöscht wurde: aussichtslos.

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