Binkowskis Welt öööö und ääää

Von Rafael Binkowski 

Rainer Brüderl? Fasching? Tätärä? Alles so verwirrend ... Foto: dpa
Rainer Brüderl? Fasching? Tätärä? Alles so verwirrend ... Foto: dpa

Das Smartphone kann plötzlich Umlaute, Rainer Brüderle hat uns den Herrenwitz versaut, und dann geht die Mail mit der Einkaufsliste versehentlich ans Reisebüro – unser Kolumnist versucht, das alles zusammen zu fassen. Tätäräääää ....

Das ist ja eigentlich ein Fortschritt. Bislang musste man auf dem iPhone immer umständlich lange auf dem A bleiben, wenn man ein Ä wollte. Also „Einen schoooooooönen guten Morgen“ zu schreiben war ziemlich anstrengend. Jetzt allerdings gibt es ein Update, und plötzlich ploppen an der rechten Seite die Umlaute auf. Nun ist das allerdings ziemlich doof, wenn die Finger dem gewohnten Tippen folgen. Statt „Ich fühle mögliches Mäkeln“ steht dann in der SMS schlicht „Ich f&hle m$gliches M§keln“. Gut, man kann fragen, was ein solch elaborierter Satz überhaupt in einer Kurznachricht zu suchen hat.

Wie das wohl der Kanzlerin geht, die ja bekanntlich so viel per SMS regiert, dass die Historiker jetzt schon die Archivierung derselben fordern? Wenn sie plötzlich an den „flötenden Brüderle“ schreibt – was als Frau in diesen Tagen ohnehin ziemlich gefährlich ist. Sp$testens seit dem tiefen Ausschnitt 2008 bei der Er/ffnung der norwegischen Nationaloper könnte des Wirtschaftsministers Spruch mit dem Dirndl .... aber halt! Sexismus-Alarm, das darf man nicht mal mehr denken. Her Br&/)derle hat uns das mit Altherrenspr%chen versaubeutelt, danke auch. Einzelne Superm§rkte haben wohl die „Flotte Biene“ jetzt aus dem Sortiment genommen. Gut gut, wir wollen das jetzt nicht verharmlosen, sonst kommt der n“chste #Aufschrei.

Jetzt aber genug des Umlaut-Kauderwelsches, es gibt auch noch ganz andere Probleme. Fehlgeleitete E-Mails hatten wir hier schon genüge. Eine besonders lustige muss dieser Tage aber noch reflektiert werden. Das private Geburtstags-Brunch will vorbereitet sein, und um sich den Einkaufszettel besser merken zu können, schickt sich der moderne Mensch selbst eine Mail aufs Handy. Dachte er. Hat aber dummerweise die E-Mailadresse vom Reisebüro erwischt.

Reichlich irritiert über den Text „Zwölf Weißwürste, sechs Weizenbier, Baguette, süßer Senf“, und unter der Rubrik „Getränke“ nicht zu vergessen „Johannesbeersaft“. Sie nahmen’s mit Humor: „ Ich nehme an, wir sind die falschen Adressaten, aber guten Appetit.“ Vielleicht wird das bayerische Brunch demnächst ins Reiseprogramm aufgenommen.

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