Binkowskis Welt: Die Kolumne von Rafael Binkowski. Foto: LKZ

Heute geht es um kryptische Baby-Sprache. Wie einfach wäre es, wenn wir immer im Dutzi-Dutzi-Stil kommunizieren könnten? Unser Kolumnist hat dies an einigen Leonberger und weltweiten Beispiel einmal durchexerziert.

Leonberg - Die E-Mail ist neulich ins Leonberger Postfach geflattert: „Hier mein Nachweis für das Studium im WS 12/13.“ Abgesendet von „Kiri_Biri88“. An scheinend hat die Gute meine Mahnung für klare Betreffzeilen in E-Mails glatt ignoriert. Aber der Kommunikationsstil könnte schon beispielgebend sein. Wir stellen uns das mal so vor. Für alle sauertöpfischen Gemüter: Achtung, jetzt folgt Satire! Also, unser OB Bernhard Schuler schreibt an seinen Bürgermeister Ulrich Vonderheid: „Hier Bernie-Schuli, hier mein Nachweis für die Mehrkosten.“ Und „Vondi-Heidi“ würde natürlich blitzschnell schalten und zurückmailen: „Verstanden, eine Million für die Gemeinschaftsschule.“ So sind viele Buchstaben gespart.

Und wenn das unterm Engelberg klappt, dann bestimmt auch auf ganz anderen Ebenen, in der großen Politik sozusagen. Wer wird wohl folgenden Dialog führen: „Angie-Buki: Hier mein Nachweis für deine Rentnerhetze.“ Sie ahnen es, die Antwort käme dann von Ursel-Supermami: „Verstanden, ich mag dich auch.“ Und, um noch einen drauf zu setzen: „Obami-Präsi“ wird wohl an „Mitti-Millionari“ in diesen Tagen kabeln: „Hier mein Nachweis für Clint Eastwoods Halluzinationen.“ Und der schreibt zurück: „Verstanden, dann scheint unser Werbegag auf dem Republikaner-Parteitag geklappt zu haben.“ Nur falls es zu kryptisch war: Es ging um Angela Merkel, Ursula von der Leyen, Barack Obama und Mitt Romney.

Aber zurück nach Leonberg. Man könnte mit einer solchen Sprache durchaus Erfolg haben. Eintritt ins Leobad? „Hier Warmduschi-Linksbahnschwimmi, hier mein Nachweis fürs Schwarzbaden.“ Und es antwortet fröhlich flötend „Stefani-Hilsi“: „Verstanden, als Bäderleiter drücke ich mal beide Augen ganz fest zu.“

Ja, die Welt kann so einfach sein, wenn man die Sprache ebenso einfach hält. In diesem Sinne verabschiedet sich Ihr Binki-Rafi heute von Ihni, wünscht Ihnen noch eini schöni Wochi, und immer schöni die Zeitung lesi, gelli? Und Sie sagen? Verstanden, der Mann will ja weiter seinen Job machen dürfen. Vielen Dank für den Nachweis.

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