Die grün-schwarze Koalition will in den nächsten zwei Jahren keine Laptops für Schüler und Lehrkräfte kaufen. Geld für weitere Beschaffungen gibt es im Haushalt bisher nicht.
Die in der Corona-Pandemie begonnene Ausstattungsoffensive, in der fast 200 Millionen Euro in Laptops für Schüler und Lehrkräfte in Baden-Württemberg investiert worden sind, droht in Baden-Württemberg abrupt abzubrechen. Die Landesregierung stellt laut dem bisherigen Entwurf für den Doppelhaushalt in den nächsten zwei Jahren keine Mittel für den Kauf weiterer digitaler Geräte bereit. Dies hat das Kultusministerium in Stuttgart auf Anfrage unserer Redaktion erklärt.
Leerstelle im Landesetat
„Ansätze zur generellen Beschaffung und Wartung von Endgeräten finden sich nicht im Haushalt“, erklärt das Ministerium. Zwar seien bei der jüngsten Sitzung der Haushaltskommission vier Millionen Euro für „innovative pädagogische Entwicklungen“ zur Digitalisierung der Schulen bereitgestellt worden. Außerdem verweist das Haus von Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) ohne Summen zu nennen auf Fördertöpfe für die Digitalstrategie des Landes und die Verwaltungsmodernisierung, die Schulen zugute kommen können. Ob es dabei bleibt, will die Landesregierung in Gesprächen mit den kommunalen Spitzenverbänden klären.
Stuttgart in Vorlage
Die weitere Ausstattung der Lehrkräfte mit Computern gilt bei den Schulträgern als Schlüsselinvestition für den digitalen Fortschritt an den Schulen in Baden-Württemberg. Obwohl Land und Kommunen sich über die Lastenverteilung bei diesem Thema noch nicht einig sind und obwohl die Städte dies nicht als Aufgabe der kommunalen Schulträger sehen, hat die Landeshauptstadt Stuttgart im Gemeinderat deshalb bereits die Ausstattung aller rund 6000 Lehrkräfte beschlossen. Für 76 000 Stuttgarter Schülerinnen und Schüler sowie 6000 Lehrkräfte wurden im Zuge der Coronaförderprogramme der vergangenen Jahre rund 36 000 Computer zur Verfügung gestellt. Im ganzen Land wurden mit den Geldern aus den Corona-Sofortprogramm laut Schätzungen zwischen 80 000 und 100 000 Laptops für Lehrkräfte und etwa 280 000 Geräte für Schüler beschafft. Die Ausstattung aller rund 130 000 Lehrkräfte im Land sowie die turnusmäßige Ersatzbeschaffung würde laut Berechnungen des baden-württembergischen Städtetags etwa 72 Millionen Euro jährlich kosten.