Beim Christopher-Street-Day präsentiert sich die Gesellschaft bunt und vielfältig Foto: dpa

Am Samstag planen sowohl Bildungsplangegner als auch die verschiedenen Gruppierungen aus der schwul-lesbischen Gemeinde Demos in der Innenstadt. Die Polizei befürchtet Ausschreitungen.

Stuttgart - Der von Grün-Rot diskutierte Aktionsplan, der die Gleichstellung von Homosexuellen fördern soll, hat Wasser auf die Mühlen der Bewegung der Bildungsplangegner gegossen. Diese hat angekündigt, am Samstag von 15 Uhr an auf dem Schillerplatz gegen die Ausweitung der Rechte von Homosexuellen zu demonstrieren. Angeheizt durch die Krawalle in Frankfurt gegen die Eröffnung des neuen Sitzes der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet die Polizei gewaltbereite Gegendemonstranten aus dem linken Spektrum, die sich um 14 Uhr zu einer Kundgebung für Toleranz auf dem Schlossplatz treffen.

Die Bildungsplangegner formierten sich 2014 aus Protest gegen den Plan der grün-roten Landesregierung. Demnach sollte das Thema Homosexualität an Schulen stärker berücksichtigt werden. Mit dem Aktionsplan, über den noch vor den Sommerferien entschieden werden soll, will Grün-Rot im Interesse des Netzwerks für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, intersexuelle und queere Menschen (LSBTTIQ), die Rechte sexueller Minderheiten weiter ausbauen. 900 Vorschläge hat die schwul-lesbische Gemeinde erarbeitet. Ein 40-köpfiger Beirat aus Vertretern der Regierung, des Parlaments, der Kommunen und der LSBTTIQ-Bewegung hat diese bewertet und Zwischenbilanz gezogen, wobei die internen Dokumente öffentlich wurden.

Das hat nicht nur die Bildungsplangegner, sondern auch die Partei Alternative für Deutschland (AfD) auf den Plan gerufen, die das Vorhaben als „Umerziehungsversuche“ und „Gedankenpolizei“ schmäht. Landesparteichef Kölmel ruft auf seiner Internetseite zur Demonstration gegen den Aktionsplan auf. Die CDU ist zwar für mehr Toleranz, steht aber einigen Punkten des Plans ­kritisch gegenüber. Die Landesregierung hat insgesamt 500 000 Euro zur Umsetzung des Aktionsplans zur Verfügung gestellt.

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