Auf dem Schulhof der Grundschule werden im Herbst höchstwahrscheinlich zwei Container aufgestellt. Foto: Jacqueline Fritsch

Die Grundschule in Stuttgart- Kaltental möchte im Oktober einen Antrag stellen, dass sie vom Schuljahr 2018/2019 an Ganztagsschule werden darf.

Kaltental - Zum Schuljahr 2018/2019 möchte die Grundschule Kaltental Ganztagsschule werden. Der entsprechende Antrag soll im Oktober gestellt werden. Die Schulkonferenz, bestehend aus Eltern und Lehrern, muss vorher noch zustimmen. Für die Schulleiterin Jutta Heisig stehen bereits einige Eckpunkte fest. Vor allem die Wahlmöglichkeit für Eltern ist der Rektorin wichtig. Eltern sollen sich demnach entscheiden dürfen, ob sie ihr Kind in die Ganztagsbetreuung geben oder nur halbtags unterrichten lassen wollen. Diese sogenannte teilgebundene Ganztagsschule lässt die Möglichkeit offen, weiterhin nur bis 13 Uhr den Unterricht zu besuchen. „Das ist uns wichtig, denn einige Eltern brauchen ganz dringend den Ganztag und andere können sich das für ihr Kind gar nicht vorstellen“, sagt Heisig.

Zusätzliche Betreuung möglich

Der verpflichtende Unterricht für Ganztagsschüler endet an vier Tagen in der Woche entweder um 15 Uhr oder um 16 Uhr. An einem Tag ist Halbtagesunterricht. Heisig spricht sich für das Unterrichtsende um 16 Uhr aus. „Es hat den größeren pädagogischen Mehrwert, wenn die Schüler nach dem Mittagsangebot noch zwei Stunden und nicht nur eine da sind“, erklärt sie. Zusätzlich können Ganztagsschüler noch eine Betreuung bis 17 Uhr in Anspruch nehmen. Halbtagsschüler haben die Möglichkeit, ergänzend bis 14 Uhr betreut zu werden.

Bisher gibt es für berufstätige Eltern, die die lange Betreuungszeit benötigen, das Angebot des Schülerhauses. Dort können die Kinder nach Schulschluss essen, spielen und Hausaufgaben machen. Doch das sei immer eine vorübergehende Lösung gewesen. „Das Schülerhaus ist ein Einstieg in die spätere Ganztagsbetreuung“, sagt Heisig. In Zukunft sollen die Grundschüler direkt in der Schule bis am Nachmittag betreut werden und in den Unterricht gehen. „Die Schüler lernen dann nicht den ganzen Vormittag durch“, erklärt Heisig, „es gibt eine gesunde Mischung und ist insgesamt entspannter.“ Neben Mathe und Deutsch seien bei der Ganztagsschule auch individuelles Lernen und Freizeitangebote in den Stundenplan integriert.

Container auf dem Schulhof

Das Ganztagsangebot soll im Schuljahr 2018/2019 nur bei den ersten Klassen eingeführt werden, sodass die Grundschule erst nach vier Jahren eine komplette Ganztagsschule ist. Das Schülerhaus steht dann erst einmal noch den Klassen zwei bis vier zur Verfügung. „Das wächst dann langsam raus“, sagt die Rektorin. Das Jugendamt, das derzeit Träger des Schülerhauses ist, soll auch bei der Ganztagsschule der Kooperationspartner werden.

Wenn die Ganztagsschule eingeführt wird, betrifft das wahrscheinlich nicht nur zwei, sondern drei erste Klassen. Denn vom kommenden Schuljahr an wäre eine Dreizügigkeit durchaus möglich, meint Heisig, „Ich warte aber die Schulanmeldungen ab.“ Derzeit gehen 192 Kinder in die Grundschule, die Tendenz steigt, so die Rektorin. Für das kommende Schuljahr müssen aller Wahrscheinlichkeit nach zwei Container auf dem Schulhof aufgestellt werden, die Platz für zwei zusätzliche Klassenräume bieten. Das macht wiederum den Pausenhof kleiner.

Schulleiterin zeigt sich optimistisch

Der mangelnde Platz stellt die Schule in Sachen Ganztagsschule vor ein Problem. Denn neben dem ohnehin verkleinerten Pausenhof würde das Ganztagsangebot eine Mensa und Ganztagsräume voraussetzen, die bisher an der Schule nicht vorhanden sind. „Ein Neubau ist angedacht und erste Planungsgespräche laufen gerade“, erzählt Heisig. Dadurch würde der Pausenhof noch kleiner. Heisig meint, dass deshalb etwa Pausen in Schichten denkbar seien. Oder man müsse den Platz hinter der Sporthalle nutzen. Dort gibt es noch eine Fläche mit Spielgeräten.

Die Eltern der derzeitigen Grundschüler und Kindergärten in Kaltental wurden in der vergangenen Woche an zwei Abenden über die Pläne informiert. Neben der Schulleiterin Heisig waren auch Vertreter des Schülerhauses und des Schulverwaltungsamts vor Ort. „Ich habe das Gefühl, dass es bei den Eltern sehr gut angekommen ist“, sagt Heisig. Einige hätten sich Sorgen gemacht, wie sie die Schule der Kinder mit ihrem Berufsleben vereinen sollen. „Diese sind meiner Meinung nach sehr entspannt aus der Veranstaltung gegangen“, so die Schulleiterin weiter.

Wenn die Schulkonferenz ihr Okay gibt, kann der Antrag auf Ganztagsschule beim Land wie geplant im Oktober gestellt werden. Jutta Heisig ist optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass wir 2018/19 am Start sind.“

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