Schüler einer 5. Klasse der BiL-Privatschule in Stuttgart Foto: dpa

Neun Prozent der Schüler im Land besuchen Privatschulen. Waldorfschulen besonders beliebt.

Stuttgart - Der Anteil der Privatschüler wächst, während die Schülerzahlen an den öffentlichen Schulen sinken. Grund genug für Privatschulen, eine stärkere finanzielle Unterstützung zu fordern.

So viele Kinder und Jugendliche wie noch nie im Land besuchen Privatschulen. Die Schülerzahl an privaten allgemeinbildenden Schulen ist im Vergleich zum letzten Schuljahr nach Angaben des Statistischen Landesamts um zwei Prozent gestiegen.

Im aktuellen Schuljahr besuchen etwa 100.900 Schüler im Land eine allgemein bildende Privatschule. Insgesamt gibt es im Südwesten zurzeit etwa 1,1 Millionen Schüler. Die steigende Tendenz bei den Privatschulen hält sich damit seit Mitte der 1980er Jahre. Den größten Anteil haben die Gymnasiasten: Jeder dritte Privatschüler steuert dem Abitur entgegen.

Schülerzahlen gehen zurück

"Wir können schnell auf die Bedürfnisse von Schülern und Eltern reagieren", sagt Jan Schlimgen, Geschäftsführer des Landesverbandes Deutscher Privatschulen (VDP). Das sei der Hauptgrund, warum private Schulen einen großen Zulauf haben. Ganztagesbetreuung, die Einstellung von zusätzlichen Lehrkräften oder materielle Anschaffungen seien einfacher und schneller zu verwirklichen als an staatlichen Schulen.

Insgesamt gibt es im Land 436 allgemeinbildende Schulen in freier Trägerschaft, wie sich die Privatschulen selbst nennen. Dazu gehören 111 Internate. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die freien Waldorfschulen. Fast jeder vierte Privatschüler besucht eine von 56 anthroposophischen Bildungsstätten im Land.

Die Schülerzahlen an staatlichen Schulen gehen hingegen seit dem Schuljahr 2003/2004 konstant zurück. Nach Auskunft des Statistischen Landesamtes besuchen im aktuellen Schuljahr fast 23.000 weniger Schüler eine öffentliche Schule als noch ein Jahr zuvor. Das entspricht einem Rückgang von zwei Prozent. Ausschlaggebend ist auch der Geburtenrückgang.

Der VDP fordert eine stärkere finanzielle Unterstützung. Private Schulen müssten mit 80 Prozent der Summe gefördert werden, die staatliche Schulen erhalten. Derzeit werde lediglich ein Zuschuss von etwa 70 Prozent geleistet.