Es riecht nach Frühling! Die wärmenden Sonnenstrahlen der vergangenen Tage haben die ersten Frühjahrsblüher geweckt. Foto: dpa

Von Reimund Abel OFFENBACH. Am Montag haben wir es geschafft: Dann liegt

Offenbach - Am Montag haben wir es geschafft: Dann liegt der Winter hinter uns - wenn es nach den Meteorologen geht. Denn die Wetterforscher ziehen ihren Schlussstrich unter die kalte Jahreszeit bereits Ende Februar. Die Bilanz: Der Winter 2009/2010 war sehr kalt, die Sonne machte sich extrem rar, dafür schneite es wie wild.

Als Durchschnittstemperatur verzeichnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach minus 1,3 Grad, das sind 1,5 Grad unter dem langjährigen Mittelwert. "In der Hitliste der strengsten Winter landet der Winter nur auf dem 20. Platz", sagt DWD-Sprecher Gerhard Lux. Deutlich frostiger ging es 1962/1963 zu - damals war es im Mittel minus 5,7 Grad kalt. Im kleinen Städtchen Dippoldiswalde-Reinberg, südlich von Dresden, bibberten die Einwohner am 19.Dezember bei Rekordfrost von minus 24,3 Grad. Frühlingshaft mild war es dagegen in Müllheim bei Freiburg am 6. Dezember, das Thermometer kletterte auf den Spitzenwert von 16,1 Grad.

Viel Schnee gab es auch in den vergangenen Jahren, ungewöhnlich sei in diesem Winter die Tatsache gewesen, dass zeitweise ganz Deutschland in dichtes Weiß gehüllt war, so Lux. In der Bundeshauptstadt etwa lag 59 Tage lang ununterbrochen Schnee. Das Gefühl vieler Menschen, einen besonders grauen Winter erlebt zu haben, wird durch die Statistik gestützt. Mit rund 113 Stunden Sonnenscheindauer erreichte die kalte Jahreszeit nur etwa drei Viertel des üblichen Solls von 154 Stunden. "Das war richtig trüb", sagt selbst der Meteorologe.

Freudenstadt darf sich rühmen, am meisten Niederschlag - Schnee, Regen und Nebel zusammenaddiert - abbekommen zu haben. Rund 409 Liter auf den Quadratmeter fielen dort in den vergangenen drei Monaten. Klingt nach viel, ist aber weit entfernt vom langjährigen Mittelwert, der bei etwa 500 Liter pro Quadratmeter liegt. Der Rekordwert datiert aus dem Winter 1993/1994 - damals meldete die Mess-Station 1011 Liter für die Winterzeit. "Da muss es quasi Tag und Nacht geregnet haben", sagt Lux.

Übrigens: Der Winter hierzulande war noch gar nichts gegen das, was die Mongolen durchmachen mussten - und was noch vor ihnen liegt. Wegen der extremen Kälte hat die Regierung den Katastrophenzustand ausgerufen. Es herrschen Temperaturen von teilweise unter minus 50 Grad. Mehr als 2,5 Millionen Nutztiere sind bereits erfroren oder verhungert. Erst Ende Juni soll die Kälteperiode zu Ende sein. Selbst die Nomaden, die einiges gewöhnt sind, mussten ihre Jurten genannten Zelte verlassen und zogen es vor, das Ende der bitterkalten Tage in den Städten abzuwarten.

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