Der AG-Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle präsentiert die Zahlen rund um die AG. Foto: /

Die Stuttgarter verbuchen für 2024 Höchstwerte in puncto Ertrag und Gewinn, vermelden aber auch steigende Ausgaben. Vorstandschef Alexander Wehrle sieht den VfB in einer Position der Stärke in einer unverändert anhaltenden Konsolidierungsphase.

Vizemeister, die Europa-Rückkehr, dazu Abende in der Champions League – das Jahr 2024 war ohne Frage ein besonderes für den VfB Stuttgart. Und das nicht nur auf dem Rasen. Die sportliche Bilanz schlägt sich auch in der finanziellen nieder, die einen vereinshistorischen Höchstwert markiert: Auf 299,8 Millionen Euro hat die AG ihren Gesamtertrag im vergangenen Kalenderjahr gesteigert, der zuvor noch bei 217,9 Millionen Euro gelegen hatte.

 

Die Faktoren sind dabei vielfältig, fast alle haben sie mit dem Erfolg der Lizenzspieler-Mannschaft zu tun. Die Spiele in der Königsklasse sorgten für Mehr-Einnahmen etwa durch Ticketverkäufe, was sich aufgrund der umgebauten Haupttribüne mit ihrem größeren VIP-Bereich zusätzlich rechnete. Auch im Sponsoring, bei den Medienerlösen und im Merchandising hat der VfB zugelegt. Und dann waren da ja noch Einnahmen, auf die man lieber verzichtet hätte: Die Abgänge von Kapitän Waldemar Anton, Verteidiger Hiroki Ito und Torjäger Serhou Guirassy im zurückliegenden Sommer schmerzten – brachten aber immerhin Ablösen von insgesamt 65 Millionen Euro.

Rekordgewinn im Jahr 2024

Stichwort Transfers. Die waren einer der Gründe dafür, dass auch die Ausgaben gestiegen sind: Um die Abgänge zu kompensieren, nahm man viel Geld in die Hand. 26,7 Millionen Euro für Deniz Undav, 21 Millionen Euro für Ermedin Demirovic – nie zahlte der VfB höhere Ablösen für einzelne Spieler. Hinzu kommen gestiegene Personalkosten, da der Kader für die Mehrfach-Belastung breiter aufgestellt wurde und Champions-League-Prämien an die Profis flossen. Die Folge: ein merklicher Anstieg auch auf der Ausgabenseite von 217,2 Millionen Euro auf 284,4 Millionen Euro.

In Summe steht damit dennoch eine positive Bilanz zu Buche: Schrieb man 2023 noch eine schwarze Null und in den Jahren zuvor rote Zahlen, liegt der Gewinn für 2024 nun bei 15,4 Millionen Euro – ein Rekordwert in der Geschichte des VfB, der einzig im Jahr 2016 mit 14,5 Millionen Euro in einem ähnlichen Bereich gelegen hatte. Das alles wirkt sich auch auf das Eigenkapital aus, das sprunghaft angestiegen ist auf 60,9 Millionen Euro. Durch besagten Gewinn, aber auch durch den Einstieg von Porsche als Investor. Der Autobauer erwarb zehn Prozent der AG-Anteile, wofür insgesamt 40 Millionen Euro in zwei Tranchen flossen.

„Wir sind noch weit entfernt von einem prall gefüllten Festgeldkonto“

Der Stuttgarter Vorstandschef Alexander Wehrle freut sich einerseits über die Zahlen, mahnt aber auch: „Wir sind noch weit entfernt von einem prall gefüllten Festgeldkonto. Wir befinden uns inmitten der Tilgung unserer Stadionkredite – eine Verantwortung, die uns auch weiterhin fordert.“ Das positive Ergebnis für 2024 bringe den VfB allerdings den Konsolidierungszielen schneller näher als geplant: „Das gibt uns zusätzliche Sicherheit, stärkt unsere finanzielle Stabilität und sorgt dafür, dass wir weiter aus einer Position der Stärke agieren.“

Zum jetzigen Zeitpunkt geht man beim VfB auch von einer positiven Bilanz für das Kalenderjahr 2025 aus, wobei konkrete Prognosen aufgrund des frühen Zeitpunkts der diesjährigen Mitgliederversammlung schwerfallen: Noch steht nicht fest, ob sich der VfB erneut für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert oder das DFB-Pokalfinale erreicht. Und dass sich sportlicher Erfolg in den Bilanzen niederschlägt, hat nicht zuletzt das vergangene Jahr überdeutlich gezeigt.