Der Spaß steht bei den radbegeisterten Teilnehmern des Bike-Erlebnis-Camps an erster Stelle. Mountainbike-Profi Fabian Scholz (mit Rad und Helm) besuchte die Kinder am Dienstag, vorne sitzend Karl-Heinz Liebemann, der erste Vorsitzende des Radsportvereins Vaihingen (zweiter von links). Foto: Sandra Hintermayr

In dieser Woche bietet der Radsportverein Vaihingen ein Bike-Erlebnis-Camp für Kinder und Jugendliche an. Neben Radtouren, Fahrradtechnik und Ausflügen zu Pumptracks und Radrennbahnen steht der gemeinsame Spaß im Vordergrund.

Vaihingen - Das Mittagessen im Max-Planck-Institut in Büsnau können die Kinder kaum erwarten. Nach der Fuchsjagd am Dienstagvormittag sind sie quasi ausgehungert. Gestartet sind die Radler in zwei Gruppen um kurz nach 9 Uhr am Gelände des RSV Vaihingen im Gewerbegebiet Obere Waldplätze, wo in dieser Woche das Bike-Erlebnis-Camp angeboten wird. Die Tour geht durch den Wald zum Bärenschlössle, dann weiter zum Max-Planck-Institut nach Büsnau, wo eine große Portion Penne Bolognese wartet. Mit Fabian Scholz haben die Kids einen besonderen Gast auf ihrer Tour. Scholz ist amtierender deutscher Meister im Enduro-Mountainbiken, einer Mischung aus Downhill und Cross-Country. Dabei geht es vor allem bergab, mal mehr, mal weniger anspruchsvoll.

40 Kinder zwischen acht und 14 Jahren haben sich in diesem Jahr zum Bike-Erlebnis-Camp angemeldet, das der RSV bereits zum siebten Mal veranstaltet. Damit ist die Erlebniswoche ausgebucht. Die Idee zum Radcamp kam von Reinert Tschinkel; er wollte damit die Kinder- und Jugendarbeit vorantreiben. „Angefangen haben wir mit 20 Kindern, inzwischen können wir uns vor Zulauf kaum retten“, sagt Karl-Heinz Liebemann, der erste Vorsitzende des Radsportvereins.

Kinder gewinnen Sicherheit – und neue Freunde

Die Kinder sind nach Können in vier Gruppen eingeteilt; pro Gruppe sind zwei bis drei Betreuer zuständig, die ein Auge auf die Kinder haben. Denn bei aller Vorsicht ist Radfahren immer noch ein Sport, bei dem auch schnell etwas passieren kann. „Ein paar Tränen und Blut fließen schon ab und zu, aber größere Verletzungen sind selten“, sagt Liebemann. Man versuche, die Kinder langsam an schwierige Hindernisse und Abfahrten heranzuführen. „Nach der Woche ist jedes Kind eine ganze Ecke besser und bewegt sich viel sicherer“, sagt Liebemann. Im Vordergrund steht allerdings der Spaß.

Lars Hanssen war in den vergangenen Jahren schon beim Radcamp dabei. „Ich fahre in meiner Freizeit gern Rad, und hier kann man so schöne Touren durchs Gelände machen“, sagt der Zwölfjährige. Die neunjährige Anna-Maria Braun ist dieses Jahr zum zweiten Mal beim RSV. „Ich habe hier Freundinnen gefunden“, sagt sie. Eine davon ist Sarah Tschinkel, die Tochter des Mitbegründers des Bike-Erlebniscamps. „Ich bin schon mehrmals hier gewesen, weil es Spaß macht“, sagt die Zehnjährige.

Auch Fahrradtechnik wird vermittelt

Die Kinder lernen nicht nur Radfahren, sondern auch vieles über die Technik eines Fahrrads. Ein Schlauchwechsel sollte danach kein Problem mehr sein. Fahrradausfahrten und Spiele sind an der Tagesordnung. Ausflüge zu Pumptracks und Radrennbahnen stehen ebenso auf dem Programm wie die große Bike-Olympiade und das Race of Champions zum Abschluss der Woche. „Und bei den tropischen Temperaturen haben wir am Vereinsheim jede Menge Wasserspiele vorbereitet, um die Kids abzukühlen“, sagt Liebemann. Neben den Mountainbikes können die Kinder auch erste Erfahrungen mit Rennrädern sammeln. Liebemann: „Wir möchten alle Facetten des Radsports vermitteln.“

Nach dem Mittagessen wollen die Kinder so schnell wie möglich zurück ins Vereinsheim. Denn Fabian Scholz hat versprochen, dort Autogramme zu geben. Und so werden kurzerhand Räder, Helme, Trikots und Trinkflaschen hervorgeholt, um die begehrte Unterschrift zu bekommen.

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