Hunderte Stellen will der Autozulieferer Valeo in Deutschland streichen. Im Traditionsstandort in Bietigheim-Bissingen geht es für die rund 2000 Beschäftigten aber erst einmal weiter.
Der französische Automobilzulieferer Valeo war zuletzt bundesweit in die Schlagzeilen geraten, weil Stellen an Standorten in Deutschland abgebaut werden. In Bad Neustadt wird das Werk geschlossen, in Bad Rodach und Ebern werden Stellen gestrichen oder an andere Standorte verlagert. Insgesamt sind von den Maßnahmen etwa 500 Arbeitsplätze betroffen.
Die Nationaldirektion Valeos sitzt in Bietigheim-Bissingen, aber auch Wisch- und Waschsysteme werden in der Stadt entwickelt und produziert. Insgesamt beschäftigt der Konzern an Enz und Metter rund 2000 Menschen. Diese sind von den aktuellen Stellenstreichungen aber nicht betroffen, wie der Konzern auf Anfrage erklärt.
„Die geplanten Schließungen in Mühlhausen und Bad Neustadt haben keine Auswirkungen auf den Standort Bietigheim-Bissingen. Der Valeo-Standort Bietigheim ist nicht Teil des aktuellen Restrukturierungs-Projektes“, erklärt ein Valeo-Sprecher.
Insgesamt betreibt Valeo nach eigenen Angaben 15 Produktions- und Forschungsstandorte in Deutschland. Als Grund für die aktuellen Maßnahmen verweist Valeo laut dpa auf die allgemein angespannte Situation in der Automobilbranche.
„Der Übergang zur E-Mobilität ist stockend und der Wettbewerb aus Asien nimmt zu“, so der Sprecher. „Das ist knallharte Realität der Zulieferer in Europa und setzt uns sehr unter Druck.“ Forschung und Entwicklung müssten daher neu gedacht werden.
In Bietigheim hat die frühere Wischerfabrik eine lange Tradition. Seit 1942 wird am Standort produziert, zunächst allerdings als SWF. Die Spezial-Werkzeugfabrik Feuerbach wurde 1923 gegründet. Ende der 1990er-Jahre übernahm Valeo den Standort. In Bietigheim soll in der Folge der Parksensor entwickelt worden sein. Auch heute wird dort noch viel im Bereich Schalter, Assistenzsysteme und Steuerung geforscht.