Symbolbild Foto: dpa

Spaziergängerin schneidet den 66-Jährigen vom Strick - Hintergründe der Tat noch unklar.

Bietigheim-Bissingen - Ehetragödie in Bietigheim-Bissingen: Ein 66-Jähriger hat laut Polizei seine zwei Jahre jüngere Frau umgebracht. Der Mann versuchte sich danach das Leben zu nehmen, wurde aber gerettet. Er liegt schwer verletzt in einer Klinik.

Der Tatort ist ein Mehrfamilienhaus an der Schubartstraße in Bietigheim-Bissingen. Hier hat das Ehepaar bis vor einigen Monaten zusammengelebt. Dann aber, so der Ludwigsburger Polizeisprecher Peter Widenhorn am Donnerstag, war die Frau ausgezogen. Warum es zu der Trennung gekommen war, ist noch unklar. Der 66-Jährige liegt auf der Intensivstation und kann nichts dazu sagen. "Er ist nicht ansprechbar", so Widenhorn. Angehörige des Paars sollen am heutigen Freitag von Ermittlern befragt werden.

Die Eheleute, das steht fest, hatten sich am Mittwochnachmittag in ihrer Wohnung an der Schubertstraße getroffen. "Sie hatten gegen 14 Uhr einen Maklertermin", weiß der Polizeisprecher. Es ging darum, die Wohnung zu verkaufen. Nach Zeugenaussagen hat der 66-Jährige die Wohnung gegen 15.30 Uhr verlassen - alleine. Seine Frau war zu der Zeit offenbar schon tot.

Spaziergängerin wird zur Lebensretterin

Gut zwei Stunden später wird eine Spaziergängerin zur Lebensretterin. Die Frau ist im Gewann Türmle zwischen Untermberg und Unterriexingen unterwegs. Dort, auf freiem Feld, stehen Strommasten. An einem davon hängt an einem Seil ein Mann. Die Frau eilt zu ihm, erkennt Lebenszeichen, greift zu ihrem Taschenmesser und schneidet den Mann vom Strick.

Die Spaziergängerin alarmierte Rettungsdienst und Polizei. "Sie hat alles richtig gemacht", lobte am Donnerstag Widenhorn. Der Mann, der den Freitod gesucht hatte, wurde in ein Krankenhaus gebracht. Polizisten informierten Angehörige. Verwandte des Paars waren es dann auch, die nach der 64-Jährigen suchten. Sie fanden sie am Mittwochabend in der Wohnung - tot.

Die Frau hat schwere Schläge ins Gesicht bekommen. Auch am Hals fanden sich Spuren von Gewalteinwirkung. Sie ist erdrosselt worden. Das ergab die Obduktion.

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn und die Kripo Ludwigsburg gehen davon aus, dass der 66-Jährige seine Frau getötet hat - und danach versuchte, sich das Leben zu nehmen. Der Tatort und die Stelle, an der sich der Mann aufhängen wollte, sind dreieinhalb Kilometer voneinander entfernt.

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