Smoothies mixen mit dem Saftrad: eines der neuen Angebote der Bierwecketse Foto: tki

Für die diesjährige Bierwecketse in Neuhausen konnten Jugendliche erstmals ein Angebot für ihre Altersgruppe mitgestalten. Auch künftig sollen sie sich mehr einbringen können.

Am 25. Juli ist es in Neuhausen wieder soweit: Das „schönste Fest auf den Fildern“ – wie die Gemeinde selbst die Bierwecketse bezeichnet – beginnt. Am ganzen Wochenende wird auf dem Schloßplatz das Traditionsfest der Vereine gefeiert.

 

In diesem Jahr gibt es ein Novum. „Es ist das erste Mal, dass wir auch ein Angebot extra für Jugendliche haben“, sagt Stefan Lehmann, pädagogischer Mitarbeiter im Jugendzentrum Penthaus.

Die Jugendlichen waren außen vor

Die Idee dafür kam vor zwei Jahren bei der letzten Bierwecketse. „Ich bin abends über das Fest gelaufen und habe gesehen, dass die Jugendlichen alle etwas abseits standen“, erklärt Lehmann. Das Rahmenprogramm habe sich an Kinder und dann wieder an Erwachsene gerichtet, die Jugendlichen seien als Altersgruppe nicht wirklich bedacht gewesen.

Seitdem ist vor allem hinter den Kulissen viel passiert. Mit der Arbeitsgemeinschaft Neuhausener Vereine (ANV) habe er im vergangenen Herbst ein erstes geführt, sagt Lehmann. Das Ergebnis: Für die Planung eines Angebots für Jugendliche müsse man die Jugendlichen selbst fragen. Im Januar startete dann der Ideenprozess mit dem ersten sogenannten Jugendforum im Penthaus. Hier entwickelte sich die Grundidee: „Chillen und Action.“

„Im Januar war noch relativ wenig Zulauf“, resümiert Lehmann. Dies änderte sich beim zweiten Jugendforum im März. „Es kamen zwischen 20 und 30 Jugendliche, die dann in Gruppen ihre Ideen diskutierten“, sagt Lehmann. Von einem DJ-Mischpult über Sitzsäcke bis hin zu einem Tischkicker kamen viele Vorschläge zusammen. „Manche Ideen sind in diesem Rahmen natürlich nicht umsetzbar“, erklärt Lehmann. Für ein Fußballangebot sei in der Tiefgarage hinter dem Rathaus, in der das Jugendangebot seinen Platz haben wird, beispielsweise schlicht kein Platz.

Viele Ideen jedoch können umgesetzt werden. So werden am Freitagabend ab 21 Uhr in der Tiefgarage DJs auflegen. Wer es etwas ruhiger will, kann in der „Chill-Ecke“ auf Liegen oder Sitzsäcken entspannen. Überschüssige Energie kann am Tischkicker oder am Saftrad rausgelassen werden.

Ein Hulk zum Trinken

Mit dieser Apparatur können sich die Jugendlichen in Eigenleistung selbst ihre Smoothies mixen: Früchte in den Mixer, aufs Rad gesetzt, ordentlich in die Pedale getreten und dann einen „Topmodel“ oder einen „Unglaublichen Hulk“ – so die Namen der Getränke – genießen. „Ich hoffe, dass sich die Jugendlichen dort wohl fühlen und Bock auf die Aktion haben“, sagt Lehmann.

Für die Zukunft sieht er weitere Möglichkeiten, dieses Konzept der Jugendbeteiligung zu wiederholen. Denn das Projekt werde von der Baden-Württemberg Stiftung im Rahmen des Programms „Partizipative Suchtprävention im Jugendalter 2.0“ unterstützt, erklärt Lehmann. Die Förderung sei jedoch nicht nur finanziell, die Jugendbeteiligung werde auch wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. „Die Stiftung unterstützt uns auch, weil es keine einmalige Sache sein soll“, sagt Lehmann. Denkbar sei beispielsweise ein mit Jugendlichen gestaltetes Fest im Jugendzentrum.

Das Ziel: Ermutigte Teenager

Jetzt gelte es aber erst einmal, bei der diesjährigen Bierwecketse Erfahrungen zu sammeln. „Meine Hoffnung ist, dass die Jugendbeteiligung dann in zwei Jahren bei der nächsten Bierwecketse komplett normal ist“, erklärt Lehmann. Den Jugendlichen solle das Gefühl vermittelt werden, dass man auch im Teenager-Alter etwas mitgestalten kann. „Das sollte viel selbstverständlicher sein“, sagt Lehmann.