Die nächste Fasnet lässt noch lang auf sich warten. der Verein Sielminger Belzebuaba ist trotzdem nicht untätig. Er richtet den ersten Sielminger Bierwandertag aus. Warum? Und wann findet er statt?
Es blüht und grünt, und auch in den Weinbergen schlagen bereits die Reben aus. Für viele ist dieser Anblick ein Grund, zum Wengert-Spaziergang aufzubrechen. Und überhaupt: Hierzulande sind organisierte Weinwanderungen, bei denen man an verschiedenen Stationen ein Viertele probieren kann, beliebt. In Filderstadt-Sielmingen hingegen findet am 24. Mai etwas ganz Neues statt: der erste Sielminger Bierwandertag. Ausgerichtet wird er von den örtlichen Belzebuaba und Sichel-Hexa. „Wenn man Richtung Bayern geht, ist das gang und gäbe“, sagt Alexandra Kotik aus dem Organisationsteam. Peter Finkbeiner, der Vorsitzende, lacht auf. „Weinberge gibt es hier nicht.“
Die Sielminger Belzebuaba sind ein klassischer Fasnetsverein. Normalerweise widmen sich die 50 Mitglieder dem Brauchtum. Warum also der Bierwandertag? „Um den Verein zu finanzieren“, stellt Finkbeiner klar. Für die Ehrenamtlichen ist die Veranstaltung ein Weg, Geld zu verdienen. Früher hätten die Narren Fasnetsumzüge durch Sielmingen veranstaltet, „aber die Besucherzahlen waren zu niedrig“. Also habe man sich überlegt, wie man auch abseits des Faschingstrubels die Kassen füllen könne. „Wir haben nach Corona schon angefangen, Ideen zu sammeln“, sagt Finkbeiner.
Er bekennt: Anfangs habe er mit dem Plan, eine Bierwanderung auszurichten, wenig anfangen können. Mittlerweile aber sei er überzeugt. Zumal: Nach seiner Recherche sei das Ganze ein Alleinstellungsmerkmal. „Ich habe noch nie gehört, dass es das in der Region Stuttgart gab.“
Das Konzept für die Premiere in Sielmingen steht bereits. Auf der Homepage des Vereins – er besteht im 25. Jahr, feiert also aktuell sein Jubiläum – kann man sich die Wegstrecke rund um den Ort schon mal angucken. Fünf Kilometer weit geht es um den Flecken herum. Start und Ziel sind jeweils am Festplatz, wo die Belzebuaba ein Fest mit Musik und Bewirtung ausrichten. „Dort kann man auch davor noch eine Rote Wurst essen“, sagt Alexandra Kotik. Zwischen 15 und 18 Uhr starten dann die Rundwanderungen. Und für danach ist auch vorgesorgt. Da an dem Tag das DFB-Pokalfinale stattfindet, wurde für den Festplatz eine große Leinwand organisiert.
Wer am Bierwandertag teilnehmen will, kauft sich für 15 Euro eine Stempelkarte. An fünf Stationen entlang der Wegstrecke erhält man dann fünf unterschiedliche Biere einer großen regionalen Brauerei. „Das ist dann wie eine Bierprobe“, sagt Alexandra Kotik. Sie und Peter Finkbeiner betonen: Die Veranstaltung soll kein Besäufnis werden. Deswegen gibt es nur kleine Flaschen, außerdem werden stets auch alkoholfreie Varianten und Softdrinks angeboten, damit Familien mitwandern könnten. Wer die volle Stempelkarte am Festplatz abgibt, nimmt an einer Verlosung teil. Für möglichst viel Spaß unterwegs sollen darüber hinaus Spiele an den Stationen sorgen. „Wir denken, dass es auf jeden Fall eine Gaudi wird“, sagt Finkbeiner.
Er spricht von aktuell bereits 300 Zusagen. In Summe hofft der Verein, dass möglichst viele Wanderwillige mitmachen – und dass der Bierwandertag in Sielmingen so zum Dauerbrenner wird. „Wenn es funktioniert, wird es wiederholt und kann auch ausgebaut werden“, sagt der Vorsitzende.