Alma Beaumont ist nach dem Brand ihres Biergartens geschockt. Foto: Simon Granville

Ausgerechnet an Heiligabend brennt der Biergarten von Alma Beaumont in Asperg (Kreis Ludwigsburg) ab. Die Wirtin lässt sich aber nicht unterkriegen und hofft auf Hilfe.

Der verheerende Brand im Biergarten Alma und Franky beim Kleinaspergle hat tiefe Spuren hinterlassen. Besonders hart trifft es Wirtin Alma Beaumont, die ihren Biergarten im Asperger Osterholz verloren hat – jenes Herzstück, das sie gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner aufgebaut hatte. „Alles, was uns gehört, ist verbrannt“, sagt Beaumont. Wie es zu dem Feuer kommen konnte, kann sie sich nicht erklären. Auch die Polizei steht bislang vor einem Rätsel.

 

Die Beamten waren zwar am Samstag an der Brandruine, mussten den Ort laut Beaumont jedoch wieder verlassen. Das Dach sei einsturzgefährdet gewesen. „Jetzt müssen erst einmal Statiker kommen und die Reste sichern“, erklärt die Wirtin. Erst danach könne die Polizei ihre Ermittlungen fortsetzen. Die Ursache des Feuers bleibt unklar.

Die Flammen wüteten an Heiligabend. Foto: Feuerwehr Asperg

Für die Wirtin ist die Unsicherheit schwer zu ertragen. Elektrische Geräte seien abgesteckt gewesen, betont sie. Denkbar sei vielleicht ein Kurzschluss, etwa wenn ein Tier – etwa eine Ratte – an einem Kabel genagt habe. „Wir sind draußen in der Natur, sowas ist möglich“, sagt sie. Seltsam finde sie jedoch den Zeitpunkt: Ausgerechnet an Heiligabend habe es gebrannt. „Sonst bin ich fast immer da – und genau an dem einen Tag, an dem man mal nicht da ist, passiert so etwas.“

Durch den Winter zu kommen

Finanziell ist die Situation angespannt, erklärt Alma Beaumont. Viele Mittel seien zuletzt in die Ausstattung und Lebensmittel investiert worden, die ebenfalls den Flammen zum Opfer fielen. Ob die Versicherung alles zahlt, sei fraglich. Erst am Sonntag habe sie die bittere Erkenntnis aus den Unterlagen gezogen: „Wir haben nur den Betriebshinhalt versichert, aber nicht das Gebäude.“

Die Polizei schätzt den Schaden auf 100.000 Euro – der Polizeiposten Asperg ermittele und stimme sich mit der Kriminaltechnik der Kripo ab, teilt das Polizeipräsidium Ludwigsburg mit. „Hinweise auf eine Brandstiftung gibt es derzeit keine.“

Große Spielräume haben Alma und Franky nicht. Umso wichtiger sei für ihren Betrieb nun, irgendwie durch den Winter zu kommen, sagt Alma Beaumont. Der Sommer sei normalerweise die starke Zeit: Dann füllten sich die rund 1000 Plätze des Biergartens oft mit vielen Gästen, und es würden bis zu 40 oder 50 Mitarbeiter beschäftigt. Auf diese Zeit hofft Alma Beaumont, die einen möglichst zeitigen Wiederaufbau anstrebt.

Alma Beaumont hofft, dass möglichst viele Gäste kommen und damit ihre Solidarität ausdrücken. Foto: Simon Granville

Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt: Das Restaurant neben dem Biergarten, das Alma Beaumont gepachtet hat, blieb unbeschädigt. Es soll vom 6. Januar an geöffnet werden, obwohl es bisher nur für Feiern und Veranstaltungen am Wochenende diente, ein Betrieb nicht lohnte. „Für uns ist jeder Spaziergänger, der auch nur ein Getränk bestellt, eine Hilfe.“

Derzeit verkaufen die Wirte Glühwein und rote Würste aus einem Anhänger vor dem Gelände. „Das ist ein erster Anfang“, sagt sie. Täglich von 14 Uhr an, sonntags ab 12 Uhr ist sie vor Ort. Immer wieder bleiben Zaungäste stehen, machen Fotos, einige sprechen ihr Mut zu. Besonders freut sie der Rückhalt der Stammgäste, die bewusst etwas bei ihr konsumierten. Auch die Naturfreunde seien ihr entgegengekommen und hätten die Januar-Pacht für das Restaurant zunächst gestundet.

Bereits die Corona-Zeit war hart

Die vergangenen Jahre waren ohnehin schwierig. Schon die Corona-Zeit habe sie hart getroffen, berichtet Alma Beaumont. Zwei Wochen vor Ausbruch der Pandemie sei ein großes Zelt aufgebaut worden, staatliche Hilfen habe es nicht gegeben, weil der Biergarten noch neu war und keine Einnahmen aus den Vorjahren vorweisen konnte.

Trotz allem lässt Alma Beaumont den Kopf nicht hängen. „Für mich muss es immer weitergehen“, sagt sie. Vielleicht entstehe aus der aktuellen Situation auch neue Solidarität. Noch ist das Restaurant geschlossen, doch der Verkauf von Glühwein und Würsten soll ein Zeichen sein: Das Tafelhaus Kleinaspergle lebt – und seine Wirte geben nicht auf.