Das perfekte System Neuner: Magdalena Neuner ist kaum zu stoppen. Bei der WM in Ruhpolding will die zehnmalige Weltmeisterin sechs Medaillen holen. Fünf Gründe sprechen dafür, dass ihr das gelingen kann. Klicken Sie sich durch die Bilder. Foto: AP

Nicht nur Topfavoritin Magdalena Neuner hat das Potenzial, eine Medaille bei der Heim-WM zu holen.

Ruhpolding - Wenn Magdalena Neuner den Raum betritt, geht die Sonne auf. Zumindest startet bei jedem Satz, den sie beginnt, ein Blitzlichtgewitter. Sechs Medaillen möchte der Biathlon-Star bei der WM gewinnen – und damit Historisches schaffen. Alles andere rückt in den Hintergrund, auch die eigene Mannschaft. „Zum einen ist es gut für die anderen, weil sie sich an der Lena orientieren können“, sagt Cheftrainer Uwe Müßiggang. Aber auf der anderen Seite sei es „nicht einfach, in der zweiten Reihe zu stehen“.

Dabei gibt es auch hinter Neuner einige Athleten, die eine Medaille gewinnen können. Allen voran Andrea Henkel, die Doppel-Olympiasiegerin von 2002, die schon in allen Einzeldisziplinen Weltmeisterin geworden ist. „Ich bin jetzt so gut drauf wie die ganze Saison nicht“, sagt sie und träumt neben zwei Staffelmedaillen auch von einem Podestplatz in einer Einzeldisziplin.

„Warum sollte ich tiefstapeln?“Auch Andreas Birnbacher ist in dieser Saison im Weltcup schon dreimal Erster und zweimal Zweiter geworden. Ein anderer, der das Zeug hat, allen davonzulaufen, ist Arnd Peiffer. Dass er es kann, hat er vor einem Jahr gezeigt, als er in Chanty-Mansijsk Gold im Sprint gewonnen hat. „Daran denke ich gar nicht mehr. Der einzige Vorteil ist, dass wir deshalb einen Startplatz mehr haben“, sagt Peiffer. Auch die Frauen dürfen wegen des Titels von Neuner im WM-Sprint 2011 fünf statt vier Athletinnen ins Rennen schicken.

Trainer Müßiggang ist von seiner Mannschaft auf jeden Fall überzeugt: „Wir sind stark aufgestellt.“ Bei den Frauen und den Männern: „Auch ein Michael Greis würde nicht antreten, wenn er nicht der Meinung wäre, dass er nach vorne laufen kann.

Im Schatten von Neuner austoben

“Die meisten im deutschen Team sehen es als Vorteil, dass Neuner das Blitzlichtgewitter auf sich zieht. Die jungen Biathleten können im Hintergrund fast alles machen, was sie wollen. „Es ist gut, dass sie den Druck abfängt und wir unser Zeug in Ruhe erledigen können“, sagt beispielsweise Peiffer.

Doch was die Mixed-Staffel am Donnerstag (15.30 Uhr/ZDF) betrifft, hat Neuner die Ansprüche erst einmal nach oben geschraubt. Selbstbewusst erklärt sie, dass sie die Goldmedaille gewinnen möchte. „Warum sollte ich tiefstapeln? Wir können das schaffen“, sagt sie frech. Wenn es klappen soll, dürfen aber auch die anderen drei nicht patzen. „Alle Teams werden in Top-Besetzung antreten. Das wird nicht einfach“, sagt Peiffer dann doch etwas zurückhaltender.

Andrea Henkel wird die Staffel übrigens eröffnen, bevor Magdalena Neuner, Andreas Birnbacher und Arnd Peiffer auf die Strecke geschickt werden. Das hat Uwe Müßiggang schon festgelegt. Auch, wer in den Sprints am Samstag (ab 12.30 Uhr/ZDF) an den Start darf, hat er bereits beschlossen. „Daniel Böhm und Juliane Döll werden die Ersatzleute sein“, sagt Müßiggang.

Die restlichen neun deutschen Biathleten dürfen sich im Schatten von Magdalena Neuner so richtig austoben. Und wenn es gut läuft, klicken am Samstag die Auslöser auch bei Birnbacher, Peiffer sowie Henkel und dann werden auch sie im Rampenlicht stehen, wenn sie einen Satz beginnen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: