Bhz in Stuttgart-Feuerbach Die Arbeit geht der Doppelspitze nicht aus

Von Torsten Ströbele 

Rund zwölf Monate sind Susanne Rabente und Michael Langer in neuer Funktion beim Bhz in Stuttgart-Feuerbach. Nach dem ersten Jahr haben sie nun Bilanz gezogen: Der Umzug in die Dornbirner Straße und die Weiterentwicklung der Kreativabteilung standen im Fokus.

Susanne Rabente und Michael Langer haben seit fast genau einem Jahr die Leitung im Werkhaus an der Magirusstraße inne.Foto: Torsten Ströbele

Feuerbach - Ziemlich genau vor einem Jahr haben Susanne Rabente und Michael Langer die Nachfolge von Bhz-Werkhausleiter Stefan Wegner angetreten. Seit 1. September vergangenen Jahres ist er Geschäftsführer der Theo-Lorch-Werkstätten gGmbH in Ludwigsburg. Beim Bhz haben ihn seine beiden langjährigen Stellvertreter beerbt. Sie kennen das Bhz, die Mitarbeiter und Beschäftigten. Langer ist seit mehr als 20 Jahren bei dem diakonischen Träger beschäftigt, Rabente seit etwa 14 Jahren. Sie teilen sich das umfangreiche Aufgabengebiet, das im und rund um das Werkhaus an der Magirusstraße auf sie wartet. Rabente hat die pädagogische Leitung, Langer kümmert sich um alles Technische. „Hinzu kommen dann aber eben noch hunderte weitere kleine Arbeitsbereiche“, sagt Susanne Rabente und lacht. „Was zu tun ist, lässt sich nicht ordentlich voneinander trennen. Viele Absprachen sind notwendig.“ Und Michael Langer ergänzt: „Es ist anstrengend. Die Herausforderung ist groß, aber spannend.“ Zudem mache die Arbeit immer noch sehr viel Spaß, betont Susanne Rabente.

Umzug an die Dornbirner Straße

In den vergangenen zwölf Monaten sei unter anderem der Umzug in die Dornbirner Straße 9 (D9) noch intensiv zu begleiten gewesen. „Das war doch noch mehr Arbeit als zunächst gedacht“, sagt Rabente. „Bis alles richtig gelaufen ist, hat es dann doch fast ein Jahr gedauert.“ Die Kreativabteilung ist aus dem Gebäude an der Dieselstraße in die D9 gezogen. Dort werden nun von der neuen Gruppe „Pro“ Industrieaufträge für die Firma Bosch und einen Spielzeughersteller bearbeitet. Zudem ist auch die sogenannte Grüne Gruppe, die sich um Garten- und Landschaftspflege kümmert, an der Dornbirner Straße im Zentrum Feuerbachs zu finden. Sie war zuvor im Werkhaus angesiedelt. Die dort frei gewordenen Kapazitäten kommen vor allem dem Bildungsbereich zugute. „Es wurde eine neue Küche eingerichtet. Jetzt können dort auch Menschen mit Behinderung in diesem Bereich ausgebildet werden. Und sie müssen sich nicht mehr die Küche mit unserer Hauswirtschaftsgruppe teilen“, sagt Langer.

Insgesamt arbeiten 42 Menschen mit Behinderung in der D9, die von den Bhz-Mitarbeitern „Beschäftigte“ genannt werden. Neu an der Dornbirner Straße ist auch, dass dort Kaffee geröstet wird. „Wir kooperieren mit der Firma Hochland“, sagt Langer. Im November soll das Projekt offiziell starten. Derzeit gibt es drei Röstungen (Espresso, Crema und Filterkaffee), die dann auch verkauft werden sollen. Grundsätzlich arbeite man auch in den verschiedenen Kreativabteilungen derzeit daran, dass man noch mehr verkaufsfähige Produkte entwickelt. „Bisher haben wir Dinge hergestellt und gehofft, dass sie auch gekauft werden, was meistens auch passiert ist“, sagt Rabente. „Jetzt wollen wir noch ein wenig systematischer an die Sache herangehen.“ Den Unterschied zu einer „normalen“ Firma beschreibt Rabente so: „Die Unternehmen haben Projekte und suchen dafür Leute, die sie umsetzen. Wir dagegen haben die Leute und suchen dann passende Projekte.“ In naher Zukunft gelte es aber erst einmal, die bestehenden Projekte zu etablieren, sagt Langer. „Dann machen wir uns über neue Projekte Gedanken.“

Tafelladen ist seit 20 Jahren eine feste Institution im Stadtbezirk

Der Tafelladen an der Hohner Straße sei seit 20 Jahren eine feste Institution im Stadtbezirk. Und auch die Gruppe im Burgenlandzentrum sei sehr gut akzeptiert und aufgenommen worden. Das gelte für das ganze Bhz in Feuerbach. Das zeige nicht nur, dass selbst in den Sommerferien rund 100 Besucher nachmittags ins Bistro Cube im Werkhaus zum Essen kommen. „Aber auch hier müssen wir schauen, wie es weitergeht. Die Resonanz ist riesig. Vielleicht müssen wir diesen Bereich ausbauen“, sagt Rabente. Die Arbeit wird ihr und Kollege Langer auf jeden Fall auch in den nächsten zwölf Monaten nicht ausgehen.