Martin Körner war bisher Bezirksvorsteher für die SPD im Osten Foto: Leif Piechowski

Den Sozialdemokraten in der Landeshauptstadt droht nach der Schlappe bei der Kommunalwahl der Verlust ihres bisherigen Bezirksvorsteherpostens im Osten.

Stuttgart - Den Sozialdemokraten in der Landeshauptstadt droht nach der Schlappe bei der Kommunalwahl der Verlust ihres bisherigen Bezirksvorsteherpostens im Osten. Die SPD hat gemessen am Wahlergebnis zwar Anspruch auf einen der ehrenamtlichen Vorsteherpositionen in den fünf Innenstadtbezirken, doch der Wahlsieger CDU reklamiert die erste Auswahl für sich.

„Wir haben die Wahl gewonnen und sind Sieger im Osten, also haben wir dort auch das Erstzugriffsrecht“, sagt der alte und neue CDU-Fraktionschef im Gemeinderat, Alexander Kotz. Er ist Beisitzer in der Bezirksgruppe Ost seiner Partei. „Für uns ist es nur logisch, dass wir hier den Vorsteher stellen, genauso wie im Norden“, so Kotz.

Die Signale der SPD, die mit ihrem neuen Fraktionsvorsitzenden Martin Körner fünf Jahre den Bezirksvorsteher stellte, habe er vernommen, so Kotz: „Hätte Martin Körner dort weitergemacht, wäre die Lage anders, so aber ist die Stelle vakant“.

Kotz empfiehlt der SPD, mit ihrem Anspruch in den Süden zu wechseln. Dort würden die Sozialdemokraten den Grünen Rupert Kellermann verdrängen. Er ist seit fünf Jahren einer von drei ehrenamtlichen Bezirksvorstehern der Grünen. Die weiteren sind Veronika Kienzle (Mitte) und Reinhard Möhrle (West). Nach Stimmenverlusten können die Grünen nur noch zwei der Führungspositionen beanspruchen.

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Kellermann beobachtet das schwarz-rote Duell im Osten gelassen. Zwar habe die SPD rund 30 Jahre den Bezirksvorsteher im Süden gestellt, die alte Arbeitervorstadt habe sich aber gewandelt und sei „die wahre Hochburg der Grünen in der Innenstadt“. Die Postenverteilung werde letztlich unter den Fraktionen geregelt, redet Kellermann die Mitsprache der Betroffenen klein.

Martin Körner hat den Anspruch der SPD als absolut formuliert. In der Sitzung des Ortsvereinsvorstandes am Donnerstag wurden Namen diskutiert, eine Frau war nicht dabei. In Frage kämen Daniel Campolieti, der mit Platz zehn knapp den Einzug in den Gemeinderat verpasste, aber auch Nicolas Schäfstoß. Sie würden den Generationenwechsel bei der SPD verkörpern. „Wir wollen, dass die Jungen rankommen, der Job ist reizvoll, weil man gestalten kann“, sagt die scheidende SPD-Stadträtin Monika Wüst. Campolieti wollte sich zur Personaldebatte am Freitag nicht äußern, Schäfstoß war nicht erreichbar. Die Sozialdemokraten befürchten, dass die CDU Karl-Christian Hausmann, den Fraktionsvorsitzenden im Osten, aufbieten werden. Der war am Freitag nicht erreichbar, weil im Pfingsturlaub. Hausmann hatte 2011 erfolglos um den CDU-Kreisvorsitz kandidiert.

Die ehrenamtlichen Bezirksbeiräte in den fünf Innenstadtbezirken erhalten wie die Stadträte eine Entschädigung von 1200 Euro pro Monat sowie Sitzungsgeld (60 Euro pro Termin). Sie werden vom Gemeinderat gewählt. In der Wahl sieht die SPD durchaus Chancen für sich. Hausmann, heißt es bei den Sozialdemokraten, sei „erzkonservativ und kaum vermittelbar“ und außerdem bekennendes Mitglied der Mun-Sekte.

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