Die Bezirkssynode Waiblingen hat mit der Neuwahl der Vorsitzenden ihre Arbeit aufgenommen. Wichtigste Aufgabe ist die Zusammenlegung zum neuen Kirchenbezirk Rems-Murr.
Sehr kurz wird die nächste Legislaturperiode der neuen Bezirkssynode, die jetzt mit diversen Wahlen ihre Arbeit aufgenommen und sich konstituiert hat. Denn es stehen sehr große Veränderungen an, da diese Periode des kirchlichen Regionalparlaments vermutlich allenfalls zwei Jahre dauern dürfte.
Der Grund: Voraussichtlich 2028 werden die Kirchenbezirke Schorndorf, Backnang und Waiblingen zusammengelegt – zu dem neuen, gemeinsamen evangelischen Kirchenbezirk Rems-Murr. Die Veränderungen in der Landeskirche Württemberg machen somit weder vor den Kirchengemeinden noch vor den größeren Strukturen halt und strahlen eben auch bis ins vordere Remstal hinein.
Synode endet bereits nach zwei Jahren
Dennoch musste nun für noch rund 24 Monate eine funktionierende Bezirkssynode installiert werden. In der ersten Sitzung des regionalen Kirchenparlaments wurden die verschiedenen Ämter und Ausschüsse besetzt. Die wohl wichtigste Personalie war der Vorsitz der Bezirkssynode. Nachdem viele Jahre Max Müller diesen Posten inne hatte, wurde nun Iris Haustein gewählt.
Die 50-jährige Vermessungsingenieurin ist in Weinstadt-Großheppach beheimatet und inzwischen in der zweiten Wahlperiode in der Bezirkssynode vertreten. Schon in der vergangenen Periode war sie Mitglied im Kirchenbezirksausschuss, dem ständigen Leitungsgremium des Bezirks. In ihrer Wahlrede betonte sie, dass sie die Arbeit im Bezirk als „einen Kraftort“ für sich entdeckt habe.
Die Frage, was in den nächsten zwei Jahren herausfordernd sein werde, beantwortet Haustein so: „Besonders wird werden, dass wir einen guten Weg finden müssen, wie wir die drei Kirchenbezirke zu einem großen Kirchenbezirk zusammenführen.“ Ziel sei, „dass keiner zu kurz kommt und dass sich da jeder wiederfindet mit dem, was ihm wichtig ist“. Sie selbst wolle da „sehr gerne konstruktiv mitarbeiten“.
Zwischen den Wahlgängen ging es dann noch um den Haushalt des Kirchenbezirks, den Kirchenbezirksrechner Jörg Bathelt vorstellte. Ein Novum, denn die Haushaltssystematik hat sich geändert. Zukünftig wird in den Kirchengemeinden und im Bezirk mit der sogenannten Doppik gearbeitet.
Schwund bei den Mitgliederzahlen
Dank der klaren Vorstellung wurde der Haushalt auch rasch beschlossen, obwohl auch hier in den Finanzen der Schwund der Mitgliederzahlen deutlich zu erkennen war. Immerhin waren auch die Bezirkssynodalen dankbar, dass überhaupt ein Haushalt vorgelegt und verabschiedet werden konnte, denn viele andere Kirchenbezirke waren in diesem Punkt noch nicht so weit. „Das quittierten die Synodalen sogar mit spontanem Applaus“, berichtet Pressepfarrer Markus Eckert aus Fellbach-Oeffingen.
Dem evangelischen Kirchenbezirk Waiblingen, als dessen Dekan Pfarrer Ulrich Erhardt fungiert, gehören circa 55.000 evangelische Christinnen und Christen an. Zum Bezirk gehören Kirchengemeinden in Waiblingen, Fellbach, Winnenden, Weinstadt, Berglen, Kernen, Korb, Leutenbach und Schwaikheim.