Zwei Tore in Schlitzohr-Manier: damit ebnete der Spielertrainer Paulo Bayrak den Weg zum Plattenhardter Sieg bei NAFI Stuttgart. Foto: Archiv Yavuz Dural

Die Filderteams aus Bonlanden, Plattenhardt, Vaihingen und Büsnau schaffen es ins Bezirkspokal-Viertelfinale.

Filder - Ein Hoch auf die bisherigen Bankdrücker! Vier Fußballmannschaften von den Fildern waren am Dienstagabend in der vierten Runde des Stuttgarter Bezirkspokalwettbewerbs im Einsatz. Alle vier traten mit teils notgedrungen, teils freiwillig heftig umgekrempelten Aufstellungen an. Und was passierte? Ebenso alle vier zogen mit Siegen ins Viertelfinale ein. Die eigentlichen Zweitbesetzungen des SV Bonlanden, des TSV Plattenhardt, des SV Vaihingen und des TSV Jahn Büsnau hauten ordentlich auf den Putz. Die Trainer der drei Erstgenannten hatten ihre Startformationen im Vergleich zum vergangenen Wochenende gar auf jeweils sieben Positionen verändert.

Bonlandener Acht-Tore-Spaß

Zuvorderst im Fall des SV Bonlanden war davon allerdings nichts zu spüren – zumindest nicht im negativen Sinn. Der Landesliga-Absteiger, der sich in der Punkterunde zuletzt gerade mit der Torausbeute schwer getan hatte, schoss mit einem 8:1 gegen seinen Staffelrivalen MTV Stuttgart den Vogel ab. „Die Mannschaft ist richtig hungrig aufgetreten. Es hat Spaß gemacht, zuzuschauen“, sagt der Coach Klaus Kämmerer, der bewusst jenen Spielern eine Chance gab, die in den vorherigen Partien weniger Einsatzzeit gehabt hatten.

Freilich: zugute kam den Schwarz-Weißen auch die Spielweise ihres Kontrahenten. Es war mal keiner, der sein Heil in der Defensive suchte. Die Gäste vom Kräherwald übten sich auch ohne ihre verletzten Torjäger Raphael Hahn und Tom Kursawe im Sturm und Drang – das wurde von den Bonlandenern bitter bestraft. Jene netzten im ersten Durchgang innerhalb von nur 20 Minuten fünfmal ein. „Wir haben den Gegner in dieser Phase förmlich überrollt“, sagt Kämmerer. Die besten Schützen waren schließlich mit jeweils zwei Treffern Julian Schwarz und Lucas Häberle. Kurios: Sebastian Liebenstein hatte mit einem Kopfball Erfolg – ausgerechnet er, der körperlich Kleinste des Teams.

Bayrak zweimal als Schlitzohr

Einen anderen Hintergrund hatte die große Rotation derweil beim TSV Plattenhardt. Da den Weilerhau-Kickern wie berichtet mehrere Leistungsträger (Siegler, Albayrak, Antonov, Kroer) ausfielen, blieb dem Trainerduo Sascha Krammer/Paulo Bayrak nur ein Improvisieren. Eine Folge: Bilal Toy und Nico Ruck aus der eigenen zweiten Mannschaft gaben ihr Debüt. Gleichwohl jubelten am Ende auch Krammer und die Seinen. Mit einem 3:1 behaupteten sie sich bei NAFI Stuttgart, also auf dem Platz des Bezirksliga-Spitzenreiters und vermeintlichen Favoriten der Konkurrenz – wobei allerdings zu erwähnen ist, dass jener ebenfalls ohne eine ganze Reihe von Stammkräften antrat.

Für Krammer zählte: „Wir haben es sehr gut gemacht. Und wir wachsen als Mannschaft immer mehr zusammen.“ Den Grundstein zum Auswärtscoup legte dabei sein Trainerpartner Bayrak mit einem Doppelschlag. Der Routinier traf zweimal in Schlitz­ohr-Manier. Lauernd am gegnerischen Strafraum, luchste er den Gastgebern jeweils den Ball ab, ehe Christian Mayer nach der Pause den Sack zumachte. Auch dieses dritte Plattenhardter Tor hatte etwas Spitzbübisches: Ihm ging ein Freistoßtrick von Christian Kienle eben mit Mayer voraus.

Vaihinger Joker stechen

Dagegen kam der SV Vaihingen bei seinem 3:1-Sieg beim B-Kreisligisten SV Hoffeld überhaupt erst nach der Pause in Schwung. Nach 45 Minuten lag die Elf vom Schwarzbach noch im Rückstand. Dann startete der Trainer Carmine Napolitano einen Weckruf – zum einen mit einer Halbzeitansprache, zum anderen mit zwei Wechseln. Der eine Joker, Cedric Hornung, bereitete prompt den Ausgleich vor. Und der andere, der für den angeschlagenen Fabian Rück aufs Feld gekommene Evzi Salievski, bewerkstelligte mit zwei Treffern gegen seinen Ex-Club die Wende. „Hoffeld“, sagt Napolitano, „hat es uns schwer gemacht.“ Vor allem einer: der Keeper Benjamin Csulits. Umso bitterer für jenen, dass just ihm beim zweiten Vaihinger Tor ein entscheidender Fehler unterlief, mithin sein einziger.

Büsnauer Wiedergutmachung

Bleibt noch der TSV Jahn Büsnau. Auch dessen Ergebnis lautete 3:1, und zwar zuhause gegen den Elften seiner Kreisliga-A-Parallelstaffel, den TSV Mühlhausen. Dass den Gastgebern in Alper Varay (Leistenoperation), Cemil Han (familiäre Gründe) und Sead Miftari (Muskelriss) drei ihrer wichtigsten Spieler fehlten? Immerhin an diesem verrückten Pokaltag, an dem allerorten die Stunde der Reservisten schlug, erwies es sich nicht als unlösbares Problem. Im Bestreben um Wiedergutmachung nach der 2:7-Schlappe vom Sonntag in Steinenbronn bogen die Büsnauer durch Tore von Zafer Yenigün und Giulio Tenuta früh auf die Siegerstraße ein. Glück für Yenigün: ein von ihm als Flanke gedachter Ball segelte direkt ins Netz.

Zum Rundumerfolg der Filderteams braucht es hiernach lediglich noch ein Bestehen des SV Bonlanden II. Der tritt erst an diesem Donnerstagabend gegen den ASV Botnang an.

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