Bezirksliga TV 89 klettert nach 2:1-Sieg im Klassement

Von Mike Meyer 

SSV-Keeper Tim van Aken (r.) bekam  gegen Weilimdorf nicht viel zu tun, musste aber trotzdem dreimal hinter sich greifen. Foto: Bergmann
SSV-Keeper Tim van Aken (r.) bekam gegen Weilimdorf nicht viel zu tun, musste aber trotzdem dreimal hinter sich greifen. Foto: Bergmann

Zuffenhausen: Im Gegensatz zum TV 89 verschärft sich bei der Sportvg und beim SSV die Lage im Abstiegskampf.

Stuttgarter Norden - Einigkeit herrscht in der Fußball-Bezirksliga. Zumindest gilt das für die Vereine, die im vorderen Tabellenteil ansässig sind. Sowohl der Spitzenreiter Münster als auch die Verfolger aus Weilimdorf, Stammheim und vom MTV haben allesamt gesiegt. Dahinter nutzte der FC Stuttgart-Cannstatt die Chance, sich an den spielfreien Vaihingern vorbei auf Rang fünf zu schieben. Und noch ein Club kletterte im Klassement: Der TV 89 Zuffenhausen hat durch einen hart erarbeiteten und am Ende noch schwer gefährdeten 2:1-Erfolg über den TSV Mühlhausen sein Punkte-Polster auf die Gefahrenzone vergrößert. Das gelang übrigens auch Croatia Stuttgart durch einen Sieg in allerletzter Minute. Die Sportvg Feuerbach und der SSV Zuffenhausen schafften es jedoch nicht, zu punkten, wodurch sich die Lage der beiden Vereine im Kampf um den Klassenverbleib verschärft hat. Würden allerdings nicht die Tore, sondern vergebene Torchancen die Wertung bestimmen – die Tabelle sähe deutlich anders aus.

Chancentod, Teil I

Womit man auch schnell zum SSV Zuffenhausen kommt, der im Derby gegen den TSV Weilimdorf anzutreten hatte. Hier der Tabellenzweite, dort ein Abstiegskandidat. Aber: Der TSV hätte sich nicht beschweren können, wenn er nach 20 Minuten mit 0:4 hinten gelegen wäre. Martin Mataija verfehlte nach acht Sekunden aus spitzem Winkel; in der vierten Minuten klärte Savas Kara bei einem Schuss von Enes Korkmaz auf der Linie; in der 12. Minute scheiterte Martin Mataija an Weilimdorfs Schlussmann Burak Demirel; und weitere sieben Minuten später verfehlte Mehmet Kuzu freistehend nach Pass von Fabian Straub das Tor. Dieses teilweise klägliche Auslassen von Möglichkeiten sollte sich rächen. Nach einem Missverständnis von SSV-Keeper Tim van Aken und seinen Vorderleuten schaltete Eugen Weimer am schnellsten und traf zum 1:0 für die Gäste, die nach einem Konter nebst uneigennützigem Querpass von Georg Kum durch Denis Karabulut auf 2:0 erhöhten. In einer zweiten, sehr zerfahrenen und zumeist unansehnlichen Halbzeit besiegelte schließlich Gökhan Kücükcolak die Zuffenhäuser Niederlage. Wobei der SSV nach dem Seitenwechsel noch drei weitere gute Einschussmöglichkeiten ungenutzt gelassen hatte. „Wir haben das abgerufen, was wir abrufen müssen. Und das hat dann gereicht“, sagte Michael Bachmann, Spielleiter des TSV Weilimdorf.

Chancentod, Teil II

Der Chancentod geht um, zweiter Teil: Obwohl der Sieg des SC Stammheim bei der SG Untertürkheim zu keiner Zeit in Gefahr war, gab es für SC-Coach Thomas Oesterwinter Grund zur Kritik: „Es ist unfassbar, was wir an Chancen liegen lassen“, sagte der Trainer. „Bis zur Pause müssen wir eigentlich schon achtmal treffen.“ Getroffen haben dann nur Tobias Oesterwinter und Maximilian Weinmann. Auch in Hälfte zwei dominierte der SC, fing sich aber kurz vor Schluss und zudem in Überzahl noch ein Gegentor ein. Doch Felix Dieringer stellte in der Nachspielzeit den alten Abstand wieder her.

Chancentod, Teil III

Der Chancentod geht um, dritter Teil: Inzwischen fast schon traditionell hat es die Mannschaft des TV 89 Zuffenhausen geschafft, ihren Trainer Marco Scheel hart an den Rand eines Nervenzusammenbruchs zu bringen. In der Partie beim TSV Mühlhausen traf Diar Shammak zwar nach 20 Minuten auf Vorlage von Daniel Gäng zum 1:0. Und in der 65. Minute markierte Nico Garziella auf Zuspiel von Shammak den zweiten Treffer für den TV 89. Aber weil die Zuffenhäuser es – wieder einmal – trotz etlicher Torgelegenheiten verpasst hatten, die Partie vorzeitig zu entscheiden, wurde doch noch ein Fußball-Krimi daraus, als die Mühlhausener in der 77. Minute auf 1:2 verkürzten und danach mit Macht auf den Ausgleich drängten. Der blieb ihnen aber ebenso verwehrt wie den Gästen die Vorentscheidung. Während der Pfosten einen Treffer des TSV verhinderte, wurde dem Tor von Volkan Uyar wegen Abseitsstellung die Anerkennung verweigert.

Chancentod, Teil IV

Der Chancentod geht um, vorläufig letzter Teil: Auch bei Croatia Stuttgart wäre es um Haaresbreite schief gegangen. Dass die Begegnung mit der TSVgg Plattenhardt ein aus Sicht der Kroaten betrachtet glückliches Ende nahm, lag an der Schlussoffensive des Teams von Trainer Igor Ilicic. Seine Mannschaft hatten in Hälfte eins zwar keine einzige Möglichkeit der Plattenhardter zugelassen, selbst aber durch Abdullah Özdin zwei Hochkaräter vergeben. Als die Gäste aber in der 55. Minute zum ersten Mal gefährlich vor das Croatia-Tor kamen, lag der Ball dann auch im Netz. Dass es kurz darauf nicht 0:2 hieß, verdankten die Platzherren ihrem Keeper Mirko Perkovic, der zweimal in Klasse-Manier klären konnte. Und schließlich klappte es auch mit dem Toreschießen: Kevin Reinhardts Schuss aus 25 Metern landete in der 81. Minuten zum Ausgleich in den Maschen. Und in der Nachspielzeit sorgte Joel Issachar Zango Korade für den 2:1-Siegtreffer.

Chancen genutzt

Über mangelhafte Chancenverwertung konnte sich Francesco Mazzella di Bosco, Trainer des MTV Stuttgart, im Spiel gegen den SV Bonlanden II eigentlich nicht beklagen. In der 6. Minute traf Raphael Rommel nach Vorlage von Raphael Hahn zum 1:0. Und auch der zwischenzeitliche Ausgleich der Bonlandener war schnell korrigiert. Nach einem Foul an Rommel verwandelte Willie Sauerborn den fälligen Strafstoß zum 2:1, dem zwei Minuten später dass 3:1 durch Tom Kursawe folgte. Erneut hatte Hahn die Vorarbeit geleistet. Zehn Minuten vor der Halbzeit begann jedoch eine Phase, die Mazzella di Bosco als einstiger Stürmer gar nicht mag, die sich aber bis zum Schlusspfiff durchzog. „Wir haben, um es nett auszudrücken, das Ergebnis verwaltet“, schildert der MTV-Coach. „Und von Bonlanden kam nicht mehr viel.“

Apropos Kritik: „Schwaches Spiel, schlechter Platz, gutes Ergebnis“ – so brachte Isa Topac, Trainer des FC Stuttgart-Cannstatt, den 2:1-Erfolg seines Teams bei der Spvgg Möhringen auf den Punkt. Die Möhringer hatten nach 13 Minuten aus der ersten ernsthaften Möglichkeit das 1:0 gemacht. Der FC, der laut Topac über die gesamten Spielzeit etwa 70 Prozent Ballbesitz hatte, konnte diesen Rückstand erst in der 55. Minute korrigieren. Behar Hasanaj war im Spvgg-Strafraum von den Beinen geholt worden. Die Folge: rote Karte für den Möhringer Schlussmann Martin Brodbeck, Elfmeter für die Gäste, den Recep Yildiz zum 1:1 verwandelte. In der 87. Minute schlug der FC noch einmal zu: Ali Bakhaev, der aus beruflichen Gründen lange gefehlt hatte, verwertete einen Pass von Tamer Fara zum 2:1-Siegtreffer.

Keine Chance

Von einem Treffer, geschweige denn einem Siegtreffer war die Sportvg Feuerbach in der Partie gegen den SV Sillenbuch ziemlich weit entfernt. „Wir haben in keiner Weise eine Chance gehabt“, sagt Feuerbachs Co-Trainer Andreas Merz nach der 0:3-Niederlage. „Wenn Sillenbuch das clever gemacht hätte, dann hätten sie uns schon vor der Pause abgeschossen.“ Zwar mühten sich die Platzherren nach Kräften, aber mehr als eine Kopfballmöglichkeit durch Marvin Höschele sprang nicht dabei heraus. Und bei besagter Chance war bereits eine Stunde Spielzeit abgelaufen. „Das ist zu wenig“, urteilte Merz – und meinte nicht nur die Offensivaktionen.

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