Ein frühes Tor von Melvin Alavac brachte die Sportvg Feuerbach gegen den TV 89 Zuffenhausen auf die Siegerstraße Foto: Günter E. Bergmann

Während Weilimdorf seinen vierten Bezirksliga-Sieg feiert, geht der SSV Zuffenhausen unter.

Stuttgarter Norden - Die Fußballer des TSV Weilimdorf und des SC Stammheim haben in der Bezirksliga ihre Spitzenpositionen verteidigt. Die Leistung der Spieler löste bei den Verantwortlichen aber keine Begeisterungsströme aus. Noch unzufriedener war Ingo Ramljak. Der Trainer des SSV Zuffenhausen musste zusehen, wie seine Mannen sich bei der Spvgg Möhringen in Nickligkeiten verloren.

So stellt man sich die Rückkehr aus dem Urlaub wahrlich nicht vor: Nach zweiwöchiger Abwesenheit nahm Ramljak am Sonntag wieder auf der Trainerbank des SSV Zuffenhausen Platz, der Spaß am Spiel hielt sich für ihn aber in Grenzen. Mit 2:5 ging der Gast auf den Fildern unter, dies Ramljak zufolge nicht aufgrund fehlender spielerischer Mittel, „sondern weil wir uns zu viel mit Irrelevanten aufgehalten haben“. Jeder Fehlpass und jede Unkonzentriertheit seien ausgiebig diskutiert worden, statt sich aufs Wesentliche zu verlagern. Den Gegner luden die Zuffenhäuser mehrfach zum Kontern ein. Ausgerechnet in einer Phase beim Stand von 1:0, in der Ramljak seine Spieler am Drücker und kurz vor dem Ausgleich wähnte, brachen die Möhringer ihrem Gegner durch zwei blitzsaubere Tempogegenstöße das Genick. Für den Gast reichte es nur noch zur Ergebniskosmetik durch Barjalei Khostwal und den eingewechselten Davor Biljescovic.

Der Trainer will nun viele Gespräche mit seinen Spielern führen. Für ihn weist die Entstehung der Niederlage darauf hin, „dass wir an unserem Charakter arbeiten müssen“.

Schwach, aber gewonnen

Schwach präsentierte sich am vierten Spieltag nach Auskunft seines Pressesprechers Michael Bachmann auch der TSV Weilimdorf. Das ändert aber nichts daran, dass der Absteiger seinen vierten Sieg feierte, ein 3:2 beim SKV Palästina Al Q`uds Stuttgart. 20 ordentliche Anfangsminuten reichten dem alten und neuen Tabellenführer für den Gang in Richtung Siegerstraße. In jenen brachten Gökhan Kücükcolak und Cesur Sevimli den Gast mit 2:0 in Führung. „Danach haben wir mehr Kampf und Krampf als Fußball gezeigt“, moserte Bachmann. Als Beispiel dazu diente der zwischenzeitliche Anschlusstreffer zum 2:1, als die Weilimdorfer viermal die Chance hatten, die Kugel aus der Gefahrenzone zu befördern – und sie viermal verpassten.

In Gefahr gerieten sie zwar nie, Eugen Weimer stellte bald darauf den alten Vorsprung wieder her, der Treffer zum 3:2 fiel erst in der fünften Minute der überlangen Nachspielzeit, Bachmann legte den Finger dennoch in die Wunde. „Das Ding müssen wir früher klar machen“, sagt er.

Leistungsgerechtes Unentschieden, sagt der MTV-Trainer

Dass der Vorsprung an der Tabellenspitze angewachsen ist, haben die Weilimdorfer dem MTV Stuttgart zu verdanken. Der trotzte dem SC Stammheim im Derby ein 2:2-Unentschieden ab. „Leistungsgerecht“, fand das der MTV-Trainer Francesco Mazzella di Bosco und stimmte darin mit seinem Amtskollegen Thomas Oesterwinter überein. Der haderte trotzdem: „Wir sind nicht zum MTV gefahren, um zwei Punkte abzugeben.“

Zu Beginn der Partie hatte es auch so ausgesehen, als käme es nicht dazu. Der Gast dominierte den Gegner, gab dann aber das Heft aus der Hand. Die Anweisung Oesterwinters an seine Spieler in der Kabine: Ruhe reinbringen und die Bälle behalten. „Sie haben sich die Vorgaben brav angehört, sie aber nicht umgesetzt“, musste der Trainer feststellen. Der MTV nahm seinen Schwung von vor dem Seitenwechsel mit und drehte die Begegnung durch Treffer von Daniel Mägerle und Raphael Hahn. Dieser hätte sogar noch einen nachlegen können, traf mit seinem Lupfer aber nur die Latte. Stattdessen rettete Tobias Oesterwinter Stammheim mit seinem zweiten Tor des Tages den Punkt, beide Male hatte Ferid Schauki Djelassi als engagierter Wegbereiter geglänzt.

„Am Ende hat uns die Cleverness gefehlt“, konstatierte Mazzella di Bosco, der trotzdem zufrieden war. Nach schwachem Saisonstart sei seine Mannschaft spielerisch zwar noch immer da nicht dort, wo sie gerne wäre. „Aber es war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.“

Sieg am Feuerbacher Kirbesonntag

Im zweiten Derby standen sich die Sportvg Feuerbach und der TV 89 Zuffenhausen gegenüber – und die Feuerbacher hatten am Kirbesonntag das bessere Ende für sich. 3:1 schlugen sie den Nachbarn, was dessen Trainer und ehemaligen Feuerbacher Marco Scheel zur Verzweiflung brachte. „Wir schaffen es nicht, fehlerfrei zu spielen und werden dafür bitterböse bestraft.“

Der Gastgeber erwischte im Wilhelm-Braun-Sportpark den besseren Start und ging nach fünf Minuten durch Melvin Alavac in Führung, doch noch vor der Pause erzielte Christian Linder den Ausgleich. Praktisch im Gegenzug aber stellten die Hausherren den alten Abstand wieder her. Ein Klärungsversuch von Martin Henne entwickelte sich zur perfekten Vorbereitung für Luca Annunziata, der einen Stellungsfehler in der Zuffenhäuser Abwehr ausnutzte und alleine aufs Tor zulief. Und auch der dritte Treffer der Gastgeber resultierte aus einer Schludrigkeit in der Verteidigung, sehr zur Freude von Sasa Cudic. Eineinhalb Jahre hatte er wegen eines Kreuzbandrisses nicht kicken können, sein Comeback würzte er mit dem 3:1.

Andreas Merz, der auf der Feuerbacher Trainerbank den erkrankten Peter Secker vertrat, nahm es mit Genuss zur Kenntnis. „So ein Derbyerfolg fühlt sich immer gut an“, sagte er. Noch wichtiger für die siegreichen Gastgeber waren aber die drei Punkte an sich, die ihnen vor dem nächsten Derby am Sonntag in Stammheim etwas Luft verschaffen. „Wir haben uns das verdient, weil wir hart gearbeitet haben“, sagt Merz.

Marco Scheel ist derweil als Psychologe gefragt. Zu viele Fehler in der Abwehr und eine zu schwache Chancenverwertung haben den TV 89 Zuffenhausen auf den vorletzten Tabellenplatz bugsiert.

Die Null muss bei Croatia stehen

Deutlich komfortabler stellt sich die Lage für Croatia Stuttgart dar. Die auch nach drei Spielen noch ungeschlagene Mannschaft von Trainer Igor Ilicic trennte sich gestern torlos vom Landesliga-Absteiger SV Vaihingen, womit sie eine Vorgabe ihres Coachs klaglos umsetzte. Der hatte es vor dem Anpfiff zur obersten Priorität erklärt, hinten die Null zu halten. Dass seinen Spielern umgekehrt kein eigener Treffer gelang, sah Ilicic locker. „Wir haben gegen einen sehr guten Gegner kämpferisch prima dagegengehalten“, sagte er.

Glück hatten die Croatia-Kicker vor allem in einer Szene, in der die Gäste an der Latte scheiterten, ansonsten stand die Defensive der Gastgeber gewohnt gut, dies in einer Begegnung, die trotz der fehlenden Tore alles andere als ein Langweiler gewesen sei. „Es war ein sehr aktiv geführtes Spiel beider Mannschaften“, sagt Ilicic.

Seinem Team steht in dieser Woche eine Doppelschicht bevor. Am Donnerstag treten sie zum Nachholspiel bei der SG Untertürkheim an, am Sonntag wartet dann ein weiterer Härtetest beim TSV Weilimdorf.

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