Nach seinem Pokalsieg hofft der TSV Plattenhardt auf einen zweiten Streich gegen den Tabellenführer NAFI Stuttgart. Im Bild: Paulo Bayrak und Denis Kroer. Foto: Archiv Yavuz Dural

Am zwölften Spieltag sind die Top sechs der Tabelle unter sich.

Filder - Der Zufall will es so: an diesem Samstag sind in der Stuttgarter Fußball-Bezirksliga die Top sechs der Tabelle unter sich. Auf die beiden Filderstädter Vereine, die zuletzt Siegesserien hingelegt haben, warten somit schwere Brocken. Während der SV Bonlanden beim Landesliga-Mitabsteiger SC Stammheim zu Gast ist, bekommt es der TSV Plattenhardt auf eigenem Platz mit dem Spitzenreiter NAFI Stuttgart zu tun. Angepfiffen werden alle Partien um 14.30 Uhr.

SC Stammheim – SV Bonlanden

Der Tabellenvierte trifft auf den Tabellendritten. Und auf Seiten des SV Bonlanden kann man voller gespannter Erwartung sein, nachdem der eigenen Mannschaft zuletzt wettbewerbsübergreifend sechs Siege in Serie gelungen sind. Setzen die Filderstädter ihren Lauf nun auch im Verfolgerduell beim Landesliga-Mitabsteiger fort, wären dies sogenannte Big Points. Mit einem Sieg würden sie zum einen ihren Mitbewerber im Meisterschaftsrennen auf dann fünf Punkte distanzieren und zum anderen selbst weiter dick im Geschäft bleiben. „Wir wollen ein gutes Spiel abliefern. Sollten wir die Zähler mitnehmen können, wäre das natürlich auch ein gutes Signal an unsere Konkurrenz“, sagt der Trainer Klaus Kämmerer, der in dieser Woche aufgrund eines grippalen Infekts das Bett hüten musste und die Amtsgeschäfte vorübergehend an Roger Bay, den Coach der zweiten Bonlan­dener Mannschaft, sowie an seinen Co-Trainer Fabio Lapeschi übergab.

Allerdings stehen nicht nur bei ihm selbst, sondern auch beim Mannschaftskapitän Stefan Adam (Fußverletzung) sowie dem Torjäger Nico Presthofer (Adduktorenprobleme) noch gesundheitliche Fragezeichen bezüglich ihres Einsatzes. Seine beiden Führungsspieler hat Kämmerer schon beim jüngsten 5:1-Derbysieg gegen den TSV Rohr auswechseln müssen.

TSV Plattenhardt – NAFI Stuttgart

Im Pokalwettbewerb hat der TSV Plattenhardt seinen Gegner NAFI Stuttgart zuletzt mit einem 3:1 auf dessen Platz düpiert. Es war die erst zweite Pflichtspielniederlage für den aktuellen Tabellenführer in dieser Saison – für die erste hatte zuvor der Ortsnachbar SV Bonlanden mit seinem 1:0 in der Punkterunde gesorgt. „Nun wollen wir natürlich auch beim Wiedersehen vor unseren eigenen Fans eine gute Rolle spielen“, sagt der Plattenhardter Trainer Sascha Krammer, dessen Partner Paulo Bayrak im besagten Cupspiel mit zwei Toren der Matchwinner war.

Krammer und Bayrak hoffen auf eine erneute Überraschung ihres Teams. Der eigene „Drei-Punkte-Plan“ gilt dabei in doppelter Hinsicht – nicht nur bezüglich der drei zu vergebenden Zähler. „Erstens würden wir einem Sieg selbst weiter vorne dranbleiben und den Abstand zu NAFI verkürzen. Zweitens würden wir das Meisterschaftsrennen noch spannender machen und drittens in der Heimtabelle weiter ungeschlagen den ersten Rang belegen“, rechnet Krammer vor. Im heimischen Weilerhau stehen für die Plattenhardter in dieser Saison bislang vier Siege und ein Remis zu Buche. Darüber hinaus sind sie nach ihrem jüngsten 1:0-Erfolg in Möhringen seit zehn Pflichtspielen (acht Siege, zwei Unentschieden) ungeschlagen.

Aus personeller Sicht hat das Trainerduo wie gehabt die Qual der Wahl. Außer den Langzeitverletzten stehen alle Spieler des Kaders zur Verfügung.

FC Stuttgart-Cannstatt – TSV Rohr

Die zurückliegende Trainingswoche stand beim TSV Rohr im Zeichen der Aufarbeitung der deftigen 1:5-Niederlage in Bonlanden. Dazu zählte auch eine Kopfwäsche für Fabio Andretti und Ricardo Luongo. Jene hat der Chefcoach Moudachirou Amadou dem Spielerduo verpasst, nachdem beide Akteure wie berichtet für die Kombination aus Meckern und Foulspiel Gelb-Rot gesehen hatten und folglich für den aktuellen Spieltag gesperrt sind. Im Fall von Luongo war es überdies bereits die zweite Ampelkarte in der laufenden Saison. „Die beiden werden entsprechend unseres internen Strafenkatalogs zur Kasse gebeten“, sagt der Co-Trainer Panagiotis Andreadis.

Doch damit nicht genug der personellen Hiobsbotschaften: obendrein fallen für die Begegnung in Bad Cannstatt die Offensivkräfte Ömür Karatas und Zakaria Hussein beruflich bedingt aus – was bedeutet, dass sich die Startelf des Aufsteigers gegenüber der vorigen Woche auf mehreren Positionen verändern wird. „Wir haben deshalb aber kein Problem – unser Kader ist bewusst breit aufgestellt“, sagt Andreadis, der hofft, dass der zuletzt mit Rückenproblemen pausierende Abwehrchef und Vizekapitän Marc Scherle ins Aufgebot zurückkehren kann. Beim Gegner, der seine vergangenen sechs Spiele in Serie verloren hat und aktuell nur noch einen Zähler über dem Abstiegsrelegationsrang steht, fehlt Muhammed Cakar ebenfalls mit einer Gelb-Rot-Sperre.

SSV Zuffenhausen – Spvgg Möhringen

Nach zuvor zehn vergeblichen Versuchen haben die Zuffenhausener Gastgeber zuletzt den Bann gebrochen: Mit einem 2:0 gegen den ebenfalls seit Wochen erfolglosen FC Stuttgart-Cannstatt feierten die Nord-Stuttgarter ihren ersten Saisonsieg, womit sie die rote Laterne an Croatia Stuttgart abgaben – ein Zeichen, dass es unter dem neuen Trainer Emrah Uyar aufwärts geht. Beim neuen Schlusslicht Croatia wiederum hat der Ex-Calcio-Coach Radoslav Kral inzwischen das Handtuch geworfen. Beim 1:1 im vorgezogenen Heimspiel gegen Münster am Mittwochabend war er schon nicht mehr dabei.

Aus Möhringer Sicht ist das alles insofern interessant, weil das Filderteam ebenfalls im Abstiegskampf steckt – und weil der erwähnte SSV Zuffenhausen nun im Kellerduell sein nächster Gegner ist. Auf ihrem Konto haben die Gäste von der Hechinger Straße nur noch einen Punkt mehr als ihr Kontrahent. Martin Homm, der in der vergangenen Woche das Traineramt vom zurückgetretenen Jörg Elser übernommen hat, setzt auf einen Neue-Besen-Effekt – dies, nachdem sein Debüt gegen den TSV Plattenhardt (0:1) zumindest ergebnistechnisch in die Hosen gegangen ist. „Beide Mannschaften befinden sich in der gleichen Situation. Ich rechne deshalb mit einem offenen Schlagabtausch, bei dem wir unser Glück notfalls eben auch einmal erzwingen müssen“, sagt er. Seine mutige Prognose: ein Möhringer 2:0-Auswärtssieg.

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