Ein Mann gegen den Abwehrbeton? Maximilian Schwarz (links) könnte nach seiner Schulterverletzung in die Bonlandener Elf zurückkehren. Foto: Archiv Yavuz Dural

Die Vorschau zum zehnten Spieltag mit Fokus auf die Filderteams.

Filder - Dass die beiden alten Rivalen und Ortsnachbarn auf einer Wellenlänge funken, kommt eher selten vor. Am zehnten Spieltag der Stuttgarter Fußball-Bezirksliga haben der SV Bonlanden und der TSV Plattenhardt jedoch das gleiche Ziel. Dieses lautet: gewinnen, um den Abstand zu den Spitzenplätzen der Tabelle zumindest nicht größer werden zu lassen. Derweil wollen der TSV Rohr und die Spvgg Möhringen in ihren Begegnungen Punkte gegen den Abstieg sammeln. Anpfiff ist an diesem Sonntag jeweils um 14.30 Uhr.

FC Stuttgart-Cannstatt – SV Bonlanden

Sechs Punkte aus zwei Spielen – das ist das Bonlandener Ergebnis der beiden vergangenen Wochen. Und auch wenn die Leistungen nicht herausragend waren, ist man im Lager des Landesliga-Absteigers doch zufrieden, wie der Trainer Klaus Kämmerer sagt. Man kann von einer Trendwende sprechen, nachdem seine Mannschaft zuvor unnötig Zähler liegen gelassen hatte. Nun steht im FC Stuttgart-Cannstatt ein weiterer unangenehmer Gegner bereit. „Ich erwarte eine sehr hektische Partie. Mit spielerischen Leckerbissen ist da nicht zu rechnen“, prognostiziert Kämmerer, der auf dem engen Kunstrasenplatz am Emil-Kiemlen-Weg auf eine stabile Defensive und ein schnelles Umschaltspiel setzen will. „Cannstatt wird sicher tief verteidigen; da müssen wir Lösungen finden“, sagt der Coach – so wie der Lokalrivale TSV Plattenhardt. Der hat vor Wochenfrist vorgemacht, wie es geht und an selber Stätte mit 3:0 gesiegt.

Verlassen kann Kämmerer sich in der Offensive dabei auf die Dienste von Nico Presthofer, der sich zuletzt in einer starken Form präsentierte. Ob ihm als Sturmpartner der beim jüngsten 2:1 in Feuerbach angeschlagen pausierende Maximilian Schwarz oder erneut der gelernte Mittelfeldakteur Marcel Stannull an die Seite gestellt wird, will Kämmerer kurzfristig entscheiden. Einiges spricht für eine Rückkehr von Schwarz in die Startformation.

TSV Plattenhardt – SSV Zuffenhausen

„Lust auf mehr.“ Das haben die Verantwortlichen des TSV Plattenhardt nach dem überzeugenden 3:0-Auswärtserfolg beim FC Stuttgart-Cannstatt und nun schon sieben Pflichtspielen in Serie ohne Niederlage (fünfmal Punkterunde, zweimal Pokal). „Die Stimmung im Team ist gut. Wir wollen aber auch die Spannung hoch halten und weiter gute Leistungen zeigen“, sagt der Trainer Sascha Krammer, der in Cannstatt einen deutlichen Formanstieg seiner Mannschaft beobachten konnte. Gegen das Schlusslicht vom SSV Zuffenhausen sollen die Seinen nun nachlegen und damit den Anschluss an das Führungsquartett der Tabelle halten. Man bereite sich auf diesen Gegner genau so vor wie auf jede andere Mannschaft, trotz des vermeintlichen Kräfteunterschieds.

Die Gäste aus dem Stuttgarter Norden haben aus ihren bisherigen neun Spielen nur zwei Punkte geholt – einen am vergangenen Wochenende beim 1:1 gegen den VfB Obertürkheim, und zwar unter neuem Trainer. Vor der Begegnung hatte der Verein seinen Coach Harald Wolter geschasst und durch Emrah Uyar ersetzt. Es ist also Vorsicht geboten beim TSV Plattenhardt, der weiterhin auf die Verletzten Dennis Riegel, Christoph Hohnemann und Sebastian Lieto verzichten muss.

TSV Rohr – Sportvg Feuerbach

Der Aufsteiger TSV Rohr hat im bisherigen Saisonverlauf durchaus zu überzeugen gewusst. Eine mutige Spielweise zeichnete die Mannschaft aus. Insofern bedeutete das 1:2 am vergangenen Spieltag in Münster eine gewisse Ernüchterung. Einer der Gründe war mit dem holprigen Rasen schnell gefunden, mit etwas größerem zeitlichen Abstand relativiert der Co-Trainer Panagiotis Andreadis diese Einschätzung allerdings. „In der Kreisliga kann man auch mit schlechten Leistungen noch Spiele gewinnen. In der Bezirksliga aber verlierst du an einem schlechten Tag einfach. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht“, sagt Andreadis. Die noch junge Mannschaft befinde sich eben in einem Lernprozess, da gehörten solche Niederlagen auch dazu. Im Training dieser Woche habe man gut an den Schwächen gearbeitet.

Dementsprechend zuversichtlich gehen die Rohrer in die anstehende Begegnung mit der Sportvg Feuerbach, zumal es sich um ein Heimspiel handelt. Auf eigenem Platz hat der Filder­club in den vergangenen zweieinhalb Jahren lediglich zweimal verloren. „Das ist jetzt ein richtiges Sechs-Punkte-Spiel“, sagt Andreadis. „Bei einem Sieg können wir uns im Mittelfeld der Tabelle festsetzen und uns erst einmal weit von der Abstiegszone entfernen. Das wäre grandios.“

VfB Obertürkheim – Spvgg Möhringen

Eigentlich wollten sie dies in der aktuellen Saison endlich einmal vermeiden. Nun aber sitzt die Spvgg Möhringen erneut in der Abstiegszone fest, nachdem es zuletzt gegen durchaus schlagbare Gegner wie Croatia Stuttgart oder die Spvgg Cannstatt Niederlagen gegeben hat. Vom Relegationsplatz, den die Mannschaft gerade belegt, hat sich zum unteren Mittelfeld des Klassements bereits eine Vier-Punkte-Kluft aufgetan. „Angesichts der Tabellensituation sollten wir tatsächlich anfangen, Gas zu geben“, sagt der Trainer Jörg Elser, für den sich die eigene Lage aber auch ein Stück weit relativiert. „Wir haben schon einige Spiele gegen die großen Mannschaften der Liga absolviert“, merkt er an, „das verzerrt das Bild ein wenig.“

Gegen den VfB Obertürkheim soll nun auf jeden Fall Zählbares herausspringen, auch weil sich die zuletzt schwierige Personalsituation wieder etwas beruhigt hat: Die Brüder Martin und Thomas Brodbeck kehren ebenso ins Aufgebot zurück wie Christopher Müller, Pedro Carvalho Fumega und Johannes Tomanek.

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