Liridon Susuri erzielte im Gipfelduell das Führungstor für den TSV Plattenhardt. Foto: Archiv Günter Bergmann

Der TSV Plattenhardt enteilt an der Spitze, während man beim Nachbarn Bernhausen eine Transferoffensive plant. Die Nachbetrachtung zum 14. Spieltag mit Fokus auf die Teams der Filderebene.

Filder - Für den Sillenbucher Trainer Zvonimir Topalusic ist der Fall bereits klar: „Eine Vorentscheidung. Die gehen jetzt vollends durch.“ Damit schon mal Gratulation. Bei den Betroffenen selbst mag man die Blumen zwar längst noch nicht annehmen, aber auch in ihren Reihen macht man aus einem keinen Hehl: Dieser aktuelle Spieltag, ja, war ein wichtiger Schritt. Nach dem 2:0-Sieg im Gipfelduell mit dem MTV Stuttgart führen die Bezirksliga-Fußballer des TSV Plattenhardt die Tabelle mit neun Punkten Vorsprung an. Insgesamt zeichnet sich mehr und mehr eine Drei-Klassen-Gesellschaft ab: vorne eben der enteilte Spitzenreiter aus dem Weilerhau, dahinter eine breite Masse von Platz zwei bis zwölf, in der die Ergebnisse gerade so beliebig wirken, als wären sie mit dem Würfelbecher ermittelt – und am Ende drei zunehmend abgehängte Mannschaften, für die der angepeilte Klassenverbleib zur Herkulesaufgabe wird. Eine von ihnen, der TSV Bernhausen, will nun mit einer Transferoffensive den Rettungsanker werfen.

TSV Plattenhardt – MTV Stuttgart

Ob’s hilft? Dem Ortsnachbarn TSV Plattenhardt hat in seinem Spiel am Sonntag vor allem eines zum Vorteil gereicht: die eigene Defensive. Im mit Spannung erwarteten Duell zwischen bester Abwehr und bisher bestem Sturm der Staffel gab es einen am Ende eindeutigen Sieger: Ein konzentriert verteidigendes Plattenhardter Ensemble entzauberte den Traumangriff des Verfolgers MTV Stuttgart. Flaute für das Dreigestirn Hahn, Odesh und Backes, das in dieser Saison bereits 27-mal getroffen hat. Zum ersten Mal seit März blieben die Gäste vom Kräherwald in einem Punktspiel ohne Torerfolg. „Ich bin sehr zufrieden damit, wie wir gestanden sind“, sagt der Trainer Steffen Küttner. Und das, obwohl ihm in dem erkrankten Sebastian Gückel kurzfristig ein weiterer Stammakteur ausgefallen war.

Doch macht sich derzeit der sowohl qualitativ als auch quantitativ breit aufgestellte Kader bezahlt. In die Startformation rotierte dafür Liridon Susuri – und der erzielte nach der Pause, als der Tabellenführer auch offensiv die Schlagzahl erhöhte, prompt die Führung. Nach zwei Musterpässen von Ali Parhizi und Paulo Bayrak staubte Susuri ab. Und als Bayrak selbst dann nur sechs Minuten später das 2:0 folgen ließ, war die Spitzenpartie entschieden. Nicht nur das: auch das Plattenhardter Selbstvertrauen weiter gestärkt. Zwar wird Küttner nach wie vor einen Teufel tun, verbal auf die Pauke zu hauen. Eine Ankündigung wagt er inzwischen aber schon: „Sollten wir jetzt auch noch unser letztes Spiel dieses Jahrs am nächsten Wochenende in Musberg gewinnen, kann es nur noch eine Zielsetzung geben: Dann wollen wir bis zum Schluss Erster sein.“

Unterstreichen werden die Plattenhardter dieses Vorhaben wohl auch auf dem Spielermarkt: In der Winterpause sollen noch ein, zwei neue Kicker kommen. Im Gegenzug steht ein erster Abgang fest. Abdul Muvunyi verlässt den Verein – das Ergebnis „unterschiedlicher Auffassungen“ bezüglich seiner Einsatzzeiten, wie Küttner es formuliert. Man habe sich deshalb auf eine Trennung geeinigt. Schon in den vergangenen Wochen gehörte der Routinier nicht mehr zum Kader.

SV Vaihingen – SV Sillenbuch

Erster Plattenhardter Verfolger ist nun der SV Sillenbuch – so sehr auch man darüber am Spitalwald selbst staunt. „Eigentlich unglaublich“ findet der Spielleiter Hans-Georg Spies diese Begebenheit, haben die Seinen doch gerade ein Tief mit nur einem Punkt aus vier Begegnungen hinter sich. Aber in einer Liga der breiten Masse, in der es weit mehr als eine Floskel scheint, dass jeder jeden schlagen kann, reicht das aktuelle 4:2-Siegcomeback im Auswärtsspiel beim SV Vaihingen prompt zum Sprung auf Platz zwei. Freilich: überbewerten will Spies diesen Zwischenstand nicht. „Das ist schön. Aber so eng, wie es in der Tabelle zugeht, macht es gerade keinen großen Unterschied, ob man Zweiter oder Zehnter ist“, sagt er.

Positiv für die Gäste allemal: als ihnen bei einem 1:2-Rückstand bereits eine weitere Niederlage drohte, drehten sie auf. Mit drei Treffern innerhalb von 13 Minuten kippten sie die Begegnung. Maßgeblich beteiligt war der Torjäger Sascha Blessing. Leicht angeschlagen zunächst nur auf der Bank, erzwang er nach seiner Einwechslung erst einen Elfmeter und traf dann bei einem Konter selbst – dies sehr zur Freude seines Coachs Topalusic. Jener mag eine Genugtuung nicht verhehlen. Aufgeregt hatte er sich schon vor der Partie über die Vaihinger Gastgeber: Diese, so Topalusics Vorwurf, hätten sich selbst auf dem angrenzenden Allianz-Kunstrasen warm gemacht, seiner Mannschaft aber nur eine „sandige Ecke“ zur Verfügung gestellt. Während des Spiels geriet Topalusic sich dann zudem mit seinem Amtskollegen Stephan Tregel in die Haare – ein Trainerdisput an der Seitenlinie.

Für Tregel seinerseits war es hinterher „keine Rede wert“. Er bemüht sich um Gelassenheit – auch in Bezug auf den Auftritt seines Teams. „Es war diesmal nicht unser Tag. Die Galligkeit von zuletzt hat etwas gefehlt“, konstatiert Tregel. Ins Bild passte denn auch das erste Gegentor: Nico Breuer überlistete mit einem Rückpass seinen eigenen Keeper. Die Kugel hoppelte am verdutzten Maximilian Ulmer vorbei ins Netz. Die darauf folgenden Vaihinger Treffer von Ali Hasöz und Marco Wanes entpuppten sich als Strohfeuer.

Dass hierbei wiederum der Sillenbucher Schlussmann Simon Vögele schlecht aussah? „Er ist noch jung. Das kann passieren“, sagt Topalusic – und kündigt an: „Bis zur Winterpause bleibt er in jedem Fall im Tor.“ Länger allerdings nicht. Für danach steht bereits die Ablösung bereit. Der eigentliche Stammkeeper Manuel Mümmler ist von seiner Weltreise zurück.

TV Zuffenhausen – Spvgg Möhringen

Keine Frage für Topalusic: der Wiedereinsteiger Mümmler wird die Abwehr stabilisieren – was im gleichen Maße bei der Spvgg Möhringen durch einen dortigen Rückkehrer gelten soll. An der Hechinger Straße heißt der Hoffnungsträger Matteo Brunetti: Auch der Innenverteidiger steht vor dem Saisondebüt, in seinem Fall nach einer Hüftoperation. „Mit seiner Erfahrung ist er enorm wichtig für uns“, sagt der Möhringer Trainer Karl-Heinz Fuhrmann, der den Genesenen am Sonntag schon einmal ins Aufgebot schnuppern ließ – fürs Erste ein Platz auf der Bank. Zum Einsatz kam Brunetti diesmal noch nicht. Aktuell, so die Erkenntnis, hätte es eher erste Hilfe auf der anderen Seite des Spielfelds gebraucht, im Angriff.

„Unser Problem war einmal mehr die Chancenverwertung“, ächzt Fuhrmann nach dem 1:1 im Kellerduell beim TV Zuffenhausen. Reichlich Möglichkeiten, wenig Ertrag. Getroffen hat für das Filderteam nur Sandro Deffner, und zwar mit dem Dusel, der in mehreren anderen Situationen fehlte. Der gegnerische Keeper ließ Deffners eigentlich als Flanke gedachten Schuss durch die Hände rutschen. Pedro Miguel Carvalho Fumega und Benno Kiefer scheiterten dagegen am Torgebälk. Und so bleibt es in der Tabelle wie gehabt: die Möhringer auf dem letzten Platz – nun schon mit zwölf Punkten Abstand zum sicher rettenden zwölften Rang.

In der Winterpause wird man sich im Verein einer Grundsatzfrage stellen müssen: Bleibt man dennoch strikt bei der bisherigen Philosophie und setzt aufs eigene Nachwuchspersonal – auf die Gefahr hin, dass es den Klassenverbleib kosten wird. Oder hält man trotz limitierter Mittel die Augen nach Verstärkungen auf.

Sportvg Feuerbach – TSV Bernhausen

Letzteres tut der nicht minder vom Abstieg bedrohte Fildernachbar TSV Bernhausen definitiv. Erst recht nach der 0:5-Klatsche vom Sonntag in Feuerbach, dem nun ersten schweren Niederschlag auch unter dem neuen Trainergespann Konstantinos Kalantidis/Serdar Kurt. Wie aus zuverlässiger Quelle zu hören ist, arbeiten die Verantwortlichen an einer Transferoffensive für die Rückrunde – auch wenn das vom Verein offiziell keiner bestätigen mag. Die Spur dürfte dabei vor allem zu Kurts vorherigem Club führen, dem KTSV Hößlinswart. Insbesondere drei Spieler von dort sollen auf der Bernhausener Wunschliste stehen. Zwei von ihnen sind Altbekannte auf den Fildern: Mahir Ege (25, Innenverteidigung) und Faton Sylaj (26, Angriff) kickten einst in der Verbandsliga für Calcio Leinfelden-Echterdingen. Sylaj könnte am Fleinsbach das Sturmproblem beheben. In 13 Spielen dieser Saison hat er 17 Tore erzielt, womit er in der Bezirksliga Rems/Murr die Schützenliste anführt. Der Dritte im Bunde der Kandidaten ist sein älterer Bruder Kujtim Sylaj (30, ebenfalls Angriff).

Einstweilen agierten die Bernhausener eine knappe Stunde lang ebenbürtig und gerieten nur durch einen abgefälschten Freistoß unglücklich in Rückstand. Dann aber, als sie das offensive Risiko erhöhen mussten und Kalantidis auf ein Spielsystem mit zwei Spitzen umstellte, wurden sie klassisch ausgekontert.

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