Carmine Pescione (Mitte) und der TSV Weilimdorf können sich in Plattenhardt Foto: Archiv Bergmann

Es bleibt spannend, sowohl an der Tabellenspitze als auch im Mittelfeld und auch am Tabellenende.

Stuttgarter Norden - Während der SC Stammheim ein spielfreies Wochenende genießt, kann sich der TSV Weilimdorf die Tabellenführung zurückholen, doch auch Croatia Stuttgart kann wieder Anschluss an die Spitze der Bezirksliga finden. Die weiteren Nord-Stuttgarter Mannschaften hoffen ebenfalls auf einen Aufschwung, nur haben sie mit der oberen Tabellenhälfte weniger zu tun. Da geht es schlicht nur ums Punktesammeln in einem eng beieinander liegenden Mittelfeld, mit wenig Abstand nach unten zu den Abstiegsrängen.

Die beste Ausgangsposition hat Croatia Stuttgart. Der Tabellensechste der Bezirksliga hat die vielleicht leichteste Aufgabe vor sich liegen, mit der Auswärtspartie beim Tabellenletzten SKV Palästina Al Q’uds Stuttgart. „Die zuletzt zwei Niederlagen haben weh getan, so unerwartet wie diese kamen“, verrät Spielleiter Tomislav Babic, der sich mit seinem Team nun beim Schlusslicht schadlos halten will. So richtig bekannt sei ihnen der Gegner nicht. „Aber wir brauchen auch gar nicht nach ihnen zu schauen, sondern müssen uns nur auf uns konzentrieren.“ Babic rechnet fest mit einem Sieg. „Wir brauchen die drei Punkte vor der Winterpause.“ Damit sei der Anschluss an die Spitze möglich – und weiterer Abstand nach weiter hinten.

Auf diesen hofft auch die Sportvg Feuerbach. Zuletzt zwei Siege in Folge – ein kleiner Aufwind bläst durch den Wilhelm-Braun-Sportpark. Die Feuerbacher peilen gegen die Spvgg Möhringen den Beginn einer Serie an. „Die Siege haben uns gut getan“, sagt Sportvg-Trainer Peter Secker. „Das haben wir gebraucht.“ Das Problem bei diesem Vorhaben: die Möhringer gehören nicht gerade zur Kategorie Lieblingsgegner. „In der vergangenen Saison haben wir zweimal gegen die verloren. Möhringen liegt uns einfach nicht und das wollen wir am Sonntag ändern.“

Der MTV Stuttgart, derzeit Tabellenachter, empfängt den Aufsteiger SG Untertürkheim, der sich derzeit auf Rang 14 befindet. Von der Tabellensituation her könnte es also eine mehr oder weniger klare Angelegenheit werden. Doch MTV-Trainer Francesco Mazzella di Bosco bremst ein: „Die sind nur vier Punkte hinter uns.“ Personell ist die Lage entspannt beim Kräherwald-Team, doch angespannt, das seien er und seine Mannschaft immer, bevor am Sonntag angepfiffen wird. „Wir sind Achter und wollen dies auch am Sonntagabend noch sein“, sagt di Bosco.

Einen Platz dahinter befindet sich der SV Sillenbuch, der den SSV Zuffenhausen empfängt. Aus diesem einstelligen Tabellenplatz erwächst für die Zuffenhäuser kein besonders großer Respekt, im Gegenteil. „Das wird eine Pflichtaufgabe, nachdem wir gerade den Tabellenführer geschlagen haben“, sagt Trainer Ingo Ramljak. „Doch zu feiern gibt es überhaupt nichts. Wir müssen in Sillenbuch gewinnen.“ Derzeit auf Rang 13 platziert, herrscht Zuversicht höchstens durch die Tatsache, dass die Schlotwiesen-Kicker gegen die ersten Fünf nicht verloren haben. „Die Einstellung entscheidet. Wir dürfen keinen Gegner unterschätzen, sonst geht der Schuss nach hinten los.“ Dort, nämlich am Tabellenende, dort befindet sich der SSV Zuffenhausen, und da will der Club schleunigst wieder raus.

Bei der TSVgg Plattenhardt geht es derzeit hart zu. Nach der 0:7-Klatsche gegen den SV Vaihingen am vergangenen Sonntag war das Trainerteam rund 24 Stunden später seinen Job los. Nachfolger von Marco Russo und Joachim Beinschrodt wird vorerst Frank Steiner, ein Plattenhardter Eigengewächs, das später auf die Assistenten-Stelle rutschen soll. „Schade“, sagt Michael Bachmann, der Spielleiter des TSV Weilimdorf , „nachdem unser Trainer Sven Peuckert einst unter Russo gespielt hat, hätten wir uns alle auf ein Wiedersehen gefreut.“ Bachmann geht davon aus, dass der Trainerwechsel, wie so oft nach solch drastischen Maßnahmen, die Plattenhardter Mannschaft eher beflügelt denn hemmt.

Das in dieser Woche gefällte Urteil des Bezirkssportgerichts nach den Tumulten und Auseinandersetzungen nach dem Spiel bei der Spvgg Möhringen Ende September, sorgt bei den Weilimdorfern allerdings für keine größeren Sorgenfalten, trotz eines recht drastisch erscheinenden Strafmaßes: Niko Zalac ist beginnend mit dem kommenden Spieltag für zwölf Spiele gesperrt und muss an einem Anti-Aggressionstraining teilnehmen. Der derzeit sowieso verletzte Gökhan Kücükcolak ist für sechs Spiele aus dem Verkehr gezogen. „Wir haben ja damals schon sofort unsere Konsequenzen gezogen und das Thema intern geregelt.“ So wurde Zalac unabhängig von den Untersuchungen des Sportgerichts sofort aus der Mannschaft genommen. Bachmann will zudem weder das Urteil noch die weniger empfindlichen Strafen gegen Möhringer Spieler kommentieren.

Nach der 1:7-Niederlage beim Tabellenführer SC Stammheim braucht der TV 89 Zuffenhausen dringend ein Erfolgserlebnis. „Wir müssten jetzt eine Reaktion zeigen“, sagt Trainer Marco Scheel, doch angesichts von Verletzungen und weiteren Ausfällen weiß er nicht, wer überhaupt in der Lage ist, für das Auswärtsspiel beim Tabellenvierten FC Stuttgart-Cannstatt aufzulaufen. „Ich hätte nichts dagegen, dass es jetzt kräftig schneit und die restlichen Partien bis zur Winterpause ausfallen.“ Die Innenverteidiger verletzt, die Torhüter entweder im Urlaub oder gesperrt, zahlreiche Spieler angeschlagen. „Ich werde vielleicht selber wieder auflaufen müssen“, sagt Trainer Scheel, der mit Ablauf der vergangenen Saison eigentlich seine Karriere beendete.

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