Der Wechsel in die Oberliga ist geplatzt: Tunahan Dogan stürmt wieder für die Sportvg Feuerbach. Foto: Günter Bergmann

Drei Vereine, eine Meinung: Der SSV, der MTV und der TV 89 wollen raus aus dem Tabellenkeller.

Stuttgarter Norden - Für die Fußballer der Sportvg Feuerbach ist Weilimdorf bis zur Rückrunde abgehakt. Auch die beiden Zuffenhäuser Clubs sind bis dahin kein Thema mehr. Nun fehlen aus der unmittelbaren Nachbarschaft nur noch die Stammheimer. Allerdings nicht lange, denn dieses Duell steht am Samstag an und birgt einiges an Brisanz in sich. Denn die Stammheimer wollen auf Tuchfühlung zur Spitze bleiben, die Feuerbacher nicht in den hinteren Tabellenteil abrutschen. Dort haben wiederum drei Vereine genug vom Kellerkinder-Dasein: Der MTV Stuttgart, der SSV Zuffenhausen und der TV 89 Zuffenhausen, die alle auf unterschiedliche Methoden setzen, um die Gefahrenzone möglichst schnell wieder zu verlassen.

Erst war er weg, nun ist er wieder da: Rechtzeitig vor dem Spiel beim SC Stammheim hat die Sportvg Feuerbach Tunahan Dogan zurück. Der mit 15 Saisontreffern in der vergangenen Runde erfolgreichste Angreifer wollte eigentlich zum VfR Mannheim wechseln. Doch im letzten Moment machte der Oberligist einen Rückzieher. Dogan entschwand erst einmal in einen siebenwöchigen Heimaturlaub, steht den Feuerbachern aber nun wieder zur Verfügung und soll dazu beitragen, das Ziel seines Trainers Peter Secker zu erfüllen: „Einen Punkt wollen wir schon mitnehmen.“ Dabei könnte es sich Secker einfach machen: Am vergangenen Spieltag fehlte er krankheitsbedingt und wurde via Mobiltelefon vom 3:1-Derbysieg seiner Kicker beim TV 89 unterrichtet. „Das hat einiges zur Genesung beigetragen“, sagt Secker. „Wenn ich wüsste, dass jedes Mal drei Punkte rausspringen, dann würde ich jeden Sonntag im Bett bleiben.“ Vielleicht sollte sein Stammheimer Amtskollege Thomas Oesterwinter den Trick mit dem Krankenbett auch einmal ausprobieren. Denn durch das Remis gegen den MTV ist der Rückstand des SC auf Platz eins erst einmal auf vier Punkte angewachsen. Doch Oesterwinter setzt auf ein anderes Mittel: Delegieren. „Ich muss von meinen Leistungsträgern verlangen können, dass sie die Mannschaft auch einmal mitziehen und wach rütteln können.“ Denn gegen den MTV hatten die Stammheimer einen schon sicher geglaubten Sieg um Haaresbreite noch verspielt. Zudem hat der SC nicht nur zwei Punkte, sondern auch zwei Spieler verloren: Daniele Garofalo fällt wegen eines Bänderrisses aus, Max Weinmann wegen einer Gehirnerschütterung.

Breiter TSV-Kader qualitativ hochwertig aufgestellt

Ausfälle – vor allem der von Florian Sprenger, der erst wieder Ende Oktober ins Spielgeschehen eingreifen kann – hatte der TSV Weilimdorf auch. Aber: Der Kader des TSV ist nicht nur breit, sondern auch qualitativ hochwertig aufgestellt. „Klar hatten wir Ausfälle, klar haben wir noch nicht so gespielt, wie wir es uns vorstellen“, sagt Weilimdorfs Pressewart Michael Bachmann vor dem Spiel gegen Croatia Stuttgart. „Aber ich gebe zu: Das ist Jammern auf hohem Niveau.“ Diese Aussage dürfte angesichts von der Maximalausbeute von zwölf Punkten nach vier Spielen auch schwer widerlegbar sein. Aber zu hoch will Bachmann den Vorsprung auf das Verfolgerfeld auch nicht bewerten. „Das ist eine Momentaufnahme. Wenn es ganz blöd läuft, dann verdrängt uns Croatia von Platz eins.“ Doch dazu hätte das Team von Igor Ilicic erst einmal das Nachholspiel gegen die SG Untertürkheim gewinnen müssen. Haben sie aber nicht, Untertürkheim hat 2:0 gewonnen. Ilicic muss zwar im Nachholspiel auf Leistungsträger wie Oliver David, Hasan Isbert und Tomislav Lovric verzichten, doch alle drei werden am Sonntag wieder zur Verfügung stehen.

Matajias Rotsperre abgelaufen

Einen Mann mehr als noch vor Wochenfrist hat der SSV Zuffenhausen, da Martin Matajias Sperre nach roter Karte gnädig ausgefallen und inzwischen abgelaufen ist. Dafür fehlen dem Zuffenhäuser Coach Ingo Ramljak vor der Begegnung mit dem Aufsteiger SG Untertürkheim zwei andere Kräfte: Angreifer Mehmet Kuzu weilt im Urlaub, Abwehrspieler Fatih Göktas ist beruflich verhindert. Was aber nicht das einzige Problem des SSV ist, der nach drei Niederlagen in Serie im Tabellenkeller fest hängt. Vor allem die 2:5-Pleite in Möhringen schmerzte Ramljak: „Die war völlig unnötig, aber verdient, weil wir uns nicht als Mannschaft präsentiert haben.“ Der Coach sieht somit seine vorrangige Aufgabe darin, den Teamgeist wieder zu erwecken: „Da muss jeder seine Bereitschaft einbringen, dass das wieder passt.“

Im Training stark angezogen

Arbeitete Ramljak mehr an der Psyche seiner Schützlinge, setzte Marco Scheel, Trainer des TV 89 Zuffenhausen, mehr auf die körperliche Komponente. „Wir haben das Training stark angezogen“, sagt Scheel, dessen Mannschaft es am Sonntag mit dem Aufsteiger SKV Palästina Al Q’uds zu tun bekommt. „Es muss jedem meiner Spieler klar sein, dass wir nur dann da hinten rauskommen, wenn alle 100 Prozent geben. 95 Prozent reichen nicht.“ Immerhin kehren zwei Spieler wieder ins Aufgebot der Nord-Stuttgarter zurück: Moritz Albrecht, und Volker Braun, die verletzungs- und krankheitsbedingt gefehlt hatten, haben das Training wieder aufgenommen.

Offensivkraft wieder im Aufgebot

Beim MTV Stuttgart setzt der Trainer Francesco Mazzella di Bosco auf eine weitere Variante, um seinen in dieser Saison noch sieglosen Kicker den Weg zum ersten „Dreier“ zu ebnen. „Wir müssen nach uns schauen, unser Spiel durchziehen und uns einen Erfolg auch einfach mal erkämpfen“, sagt er vor der Begegnung beim FC Stuttgart-Cannstatt. „Chancen haben wir – wir sollten sie nur nutzen.“ Dazu kann Willie Sauerborn beitragen. Die Offensivkraft hatte am vergangenen Wochenende im Derby gegen Stammheim kurzfristig ausgefallen, steht nun aber wieder im Aufgebot

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