Bleiben beim SVP ein Trainergespann bis zum Sommer:Francis Pola (links) und Güney Cömert. Foto: Andreas Essig

Vor dem Derby gegen den SV Kornwestheim stellt der SV Pattonville die Suche nach einem Coach für diese Runde ein, fahndet aber für den Sommer weiter.

Bei Michael Uhse kribbelt es schon ein bisschen. Der Vorsitzende des SV Pattonville freut sich auf das Derby an diesem Sonntag (14.30 Uhr) im Bezirksliga-Duell gegen den SV Kornwestheim. Aber nicht nur das Stadtduell euphorisiert den seit Jahren engagierten Macher des SVP: Nach schwierigem Saisonstart, der einen Trainerwechsel als Konsequenz hatte, stabilisierte sich die Mannschaft und grüßt aktuell mit 22 Punkten als Siebter von einem stabilen Mittelfeldplatz in der Liga. Und dann kann Uhse auch noch verkünden, dass den Pattonvillern bis zum Saisonende auch das aktuell so erfolgreiche Trainerduo mit Francis Pola und Güney Cömert erhalten bleibt.

 

Eigentlich wollten die Verantwortlichen bis zur Winterpause eine neue Lösung auf dem Trainerposten präsentieren. „Aber einerseits läuft es aktuell so gut und dann ist es auch schwer mitten in der Runde einen neuen, guten Coach zu finden“, sagt Michael Uhse.

Ab Sommer wird Pola wieder für die Nachwuchsabteilung gebraucht

Länger wird Francis Pola nicht zur Verfügung stehen, der „an anderen Stellen“ noch dringenden gebraucht wird, erzählt Uhse. Der SVP-Chef spielt dabei auf Polas Rolle als sportlicher Leiter im Klub an, der sich vor allem um die vereinsinterne Trainerausbildung und die 15 Nachwuchsteams im Verein kümmert. Bis zum Sommer werden wir dann ein gute Nachfolgelösung für Pola finden“, sagt Uhse.

Der gebürtige Kameruner besitzt nicht nur die DFB-A-Lizenz, sondern betreibt in Stuttgart auch die Fußballakademie Akopola. Doch warum profitiert jetzt die erste Mannschaft so eindrucksvoll von der Expertise des 47-Jährigen? Da fallen Michael Uhse gleich mehrere Dinge ein. Zum einen sei es die positive Ausstrahlung und die richtige Ansprache, mit der Pola zusammen mit dem erfahrenen Güney Cömert der Mannschaft gut tut. Entscheidend aber sei die Arbeit auf dem Platz mit ansprechenden Trainingsinhalten und dem Fokus auf den Fitnesszustand. Der sei bei der Übernahme durch Pola und Cömert nicht besonders gut gewesen. Deshalb trainiert die Formation auch drei Mal die Woche. Mit Erfolg.

„Aber ganz wichtig war auch die Stabilisation des Defensivverhaltens, das die Trainer mit entsprechenden Spielformen in den Übungseinheiten hinbekommen haben“, beschreibt Uhse den Wandel des Ensembles. Diese Kombination auf mehreren Faktoren hat dazu geführt, dass sich die Pattonviller in allen Mannschaftsteilen verbessert haben – von den beiden starken Torhütern, über die Abwehr bis hin zur Kreativabteilung. Die positive Entwicklung will man jetzt auch im Heimspiel gegen den SV Kornwestheim fortsetzen. „Da heißt es wieder Zweikämpfe annehmen und so ein Spiel wird auch im Kopf entschieden“, sagt Uhse.

SVK-Coach betont vor Derby gutes Verhältnis zum SVP

Roberto Raimondo geht passend zur eher kalten Jahreszeit mit gedämpften Erwartungen in das Nachbarschaftsduell. „Wir haben Druck und brauchen Punkte, egal gegen wen“, sagt der Trainer des SV Kornwestheim. Da er zu den Verantwortlichen des SV Pattonville ein sehr gutes Verhältnis pflegt, sieht er in der Begegnung auch nicht unbedingt die Brisanz, die manch anderer in ein Derby hineininterpretiert. Raimondo treiben ganz anderer Dinge um. Mit Paul Beck, der sich einen Kreuzbandriss zugezogen hat, ist dem Coach wieder ein Spieler weggefallen, nachdem Leistungsträger wie Marco Reichert, Stefano Nicolazzo, Danny Schima oder Sandro Freitas seit Wochen nicht zur Verfügung stehen. Nur bei Reichert gibt es Hoffnung, dass er in der Rückserie wieder dabei sein kann.

Foto: Andreas Essig

Die Ausfälle in Kombination mit den vielen englischen Wochen sind für Raimondo eine Erklärung für die bislang wenig gelungene Vorrunde mit Platz 13 in der Tabelle. Da einige Akteure jetzt auch noch noch aus privaten Gründen am Sonntag fehlen, geht er mit dem „letzten Aufgebot“ und ohne Kreativabteilung in die Partie nach Pattonville.

Die Hoffnungen ruhen deshalb auf seiner Abwehrkette, in der er bislang keine Ausfälle zu verzeichnen hat. „Wir müssen aber mit der notwendigen Konzentration in das Spiel gehen und fighten bis zum Ende“, fordert der Coach des SV Kornwestheim.