Zuletzt war der FC Marbach vor acht Jahren so erfolgreich wie in der aktuellen Hinrunde.
Man muss schon ein bisschen in der Annalen des FC Marbach kramen, um auf eine ähnlich erfolgreiche Hinserie in der Bezirksliga Enz/Murr zu stoßen, wie in der aktuellen Spielzeit. Dritter sind die Marbacher im Winter 2017 gewesen. Der heutige Coach Steffen Leibold stand damals noch als Spieler auf dem Platz. Jetzt hat er mit seinem Trainerteam erneut eine starke Hinserie hingelegt und grüßt vor dem letzten Spiel bei AKV B. G. Ludwigsburg vom fünften Platz. 26 Punkte hat der FCM bislang gesammelt mit acht Siegen und einem Remis. Nur fünf Mal ging man ohne Ausbeute vom Platz.
Kurios – trotz der sehr ansprechenden Platzierung weißt man mit 27:28 Toren ein negatives Torekonto auf. Das ist vor allem der 0:8-Klatsche am vierten Spieltag beim TSV Münchingen geschuldet. „Natürlich wollen wir es neben einem Dreier in Ludwigsburg auch noch hinbekommen, damit unser Torverhältnis positiv wird“, sagt Steffen Leibold.
Das Trainergespann hat sehr viel richtig gemaccht
Aber auch so ist er mehr als zufrieden mit den bisherigen 16 Auftritten seiner Mannschaft. „Wenn wir mit 29 Punkten raus kommen, ist das das Maximum und die Jungs haben einen super Job gemacht“, sagt der 38-Jährige. Den Erfolg sieht er als Produkt eines Kollektivs, in das er neben der Mannschaft auch das Team um Dominik Gallert, Torwarttrainer Stefan Watzka und Betreuer Heiko Eggert einbezieht. Doch wenn man die jüngere Vergangenheit betrachtet, in der der Klub permanent seine Fußball-Lehrer ausgetauscht hat, erkennt, dass die Kombo Leibold/Gallert in ihrem ersten Jahr als Coaches überhaupt sehr vieles richtig macht.
Sie scheinen neben den passenden Trainingsinhalten auch die richtige Ansprache, an die bislang schwierig zu führende Mannschaft, gefunden zu haben. „Das liegt vielleicht auch daran, dass wir auch immer noch wie Spieler denken und für die Jungs als sehr nahbar rüberkommen“, sagt der Coach.
Reflexion ist ein großes Thema
Steffen Leibold sieht dabei durchaus Parallelen zu seinem Job als Physiotherapeut und spricht gerne von einer Win-Win-Situation. Zum einen kann er seine Erfahrung mit Einzeltherapien auch gut auf die Gruppe übertragen. „Dann gibt es aber auch wieder Synergien zwischen meiner Arbeit und dem Job als Trainer“, sagt er. Ein großes Thema bei Seibold ist die Reflexion. „Wir als Trainer gehen auch selbstkritisch mit uns um und reflektieren nach dem Einheiten, ob das Coaching und die Ansprache gepasst haben“, sagt er.
Jetzt soll das Marbacher Ensemble an diesem Sonntag um 14 Uhr noch einmal alles abrufen, was die Trainer zuletzt weiterentwickelt haben. Der Gegner kassierte am vergangenen Sonntag eine 2:8-Niederlage beim TASV Hessigheim. „Sie verfügen aber über gute Einzelspieler und wir werden das Spiel sehr ernsthaft angehen“, sagt Leibold.
Auf den gesperrten Burak Yalman und die angeschlagenen Nico Scimenes, Leon Kraguljac, Lewin Hauff und Nicolaus Tsiolakidis wird er beim Jahresausklang verzichten müssen.