Mehmet Kuzu erzielte die zwar das 1:0 für den SSV, verabschiedete sichdann aber nach grobem Foulspiel vorzeitig. Foto: Günter E. Bergmann

Die Patzer von Tabellenführer Weilimdorf und dem SC Stammheim bleiben jedoch folgenlos.

Stuttgarter Norden - Fußball ist eigentlich nie langweilig. Aber der achte Spieltag in der aktuellen Fußball-Bezirksligasaison zeichnet sich durch einen ganz besonderen Unterhaltungswert aus. Nicht nur, dass sowohl der Spitzenreiter TSV Weilimdorf als auch der Tabellenzweite SC Stammheim Federn gelassen haben. Nein, auch die gesamte Verfolgerschar patzte und ließ die Ausrutscher des Spitzenduos somit folgenlos bleiben. Und auch im unteren Teil des Klassements hatte manch ein Team eine Überraschung parat, mit der wohl wenige gerechnet haben.

Marc Gsell, Spielleiter des Spitzenreiters TSV Weilimdorf, hatte nach der Partie beim TSV Mühlhausen ein paar grauen Haare mehr. „Es war ziemlich nervenaufreibend“, schilderte Gsell die 90 Minuten, in denen der Gastgeber seine erste Chance zum 1:0 genutzt hatte. Fortan hechelte der Tabellenerste diesem Rückstand hinterher, zunächst allerdings ohne Erfolg. „Das Tor war wie vernagelt“, sagte Gsell. Und die Weilimdorfer hatten noch das Glück, dass dies auch für die Mühlhausener galt, die es zwischen der 60. und 70. Minute verpassten, ihren Vorsprung trotz bester Torgelegenheiten auszubauen. Was sich rächen sollte, denn in der Schlussminute verhinderte Leo Christ die zweite Saisonniederlage für die Weilimdorfer, als er aus 19 Metern Distanz einen Freistoß zum Ausgleich im Netz unterbrachte. Als „glücklich“ bezeichnete Gsell deshalb das Remis, wollte sich aber nicht ärgern: „Die Resultate von unseren Konkurrenten sind das Beste, was uns nach einem 1:1 passieren konnte.“

Damit hätte der SC Stammheim für einen Wachwechsel an der Spitze sorgen können – sofern er bei der Spvgg Möhringen gesiegt statt nur unentschieden gespielt hätte. Doch bei den Stammheimern lief diesmal nur wenig bis gar nichts zusammen. Zwar hatten Leonardo Marra und Michele Cinque in der Schlussphase der Begegnung noch jeweils eine gute Möglichkeit, aber zuvor hatte es der SC in zwei Fällen nur der glänzenden Reaktion von Schlussmann Milan Jurkovic zu verdanken, dass er nicht in Rückstand geraten war. Entsprechend knapp fiel die Analyse von Stammheims Trainer Thomas Oesterwinter aus. „Das war einfach nicht unser Tag.“

Oesterwinters Amtskollege von Croatia Stuttgart, Igor Ilicic, war zwar mit dem Resultat der Partie seiner Mannschaft gegen den Aufsteiger FC Stuttgart-Cannstatt nicht zufrieden, aber dafür mit dem Spiel. „Für die Zuschauer war das richtig toll: Hohes Tempo, offener Schlagabtausch, guter Fußball und haufenweise Torchancen“, urteilte er. „Das Ding hätte auch 6:6 ausgehen können.“ Am Ende war es ein 2:2. Zunächst hatte der Gast in Hälfte eins das 1:0 vorgelegt. Kevin Reinhardt, der nach einem Freistoß am schnellsten schaltete, traf zum Ausgleich. Oliver David brachte die Kroaten nach einem Doppelpass mit Stanislav Vrcan in Führung, die aber nicht bis zum Schlusspfiff Bestand hatte. In der Nachspielzeit egalisierte der FC.

Ein Punkt aus drei Spielen – das war die magere Bilanz der Sportvg Feuerbach in den vergangenen Wochen. Doch gegen die TSVgg Münster präsentierte sich die Feuerbacher Wundertüte in einer gänzlich anderen Verfassung. „Eine mannschaftlich starke Leistung“ attestierte Sportvg-Coach Peter Secker seinem Team, dem ein Doppelschlag in der 27. und 28. Minute zur 2:0-Halbzeitführung gelungen war. Für Treffer Nummer eins zeichnete Melvin Alavac verantwortlich, der ein Zuspiel von Firat Ekinci verwertete. Alexander Secker erzielte in seinem ersten Einsatz nach Verletzungspause Treffer Nummer zwei, der erneut von Ekinci vorbereitet worden war. Diesen Vorsprung wussten die Feuerbacher gut zu verteidigen. Als sich allerdings Abwehrchef Erdinc Bozoglu einen Platzverweis einhandelte, wackelte die Sportvg-Defensive einige Zeit lang und musste in der 74. Minute den Anschlusstreffer hinnehmen. Als aber in der 81. Minute das numerische Übergewicht der Gäste nach einem Platzverweis für den Münsterer Panagiotis Moutas dahin war, fingen sich die Feuerbacher wieder und verteidigten die knappe Führung bis zum Ende der Partie.

Reichlich zu verteidigen hatte auch der SSV Zuffenhausen. Zumal er nach Gelb-Rot gegen Barjalei Khostwal ab der 65. Minute nur noch zu zehnt und weitere zehn Minuten später nach Rot gegen Mehmet Kuzu nur noch zu neunt war. Dennoch: „Vaihingen hat im gesamten Spiel keine einzige klare Torchance gehabt“, behauptet SSV-Trainer Ingo Ramljak. Die Zuffenhäuser dagegen einige, von denen sie zumindest zwei genutzt haben. Erst traf Kuzu nach einem Zuspiel von Kevin Hachenbruch, dann Noureddine El Otmani nach Vorarbeit von Davor Biljescovic und einem Querpass von Kuzu. Angenehmer Nebeneffekt: Der SSV gab die „rote Laterne“ des Tabellenschlusslichts an den Liga-Neuling SKV Palästina Al Q’Uds ab.

Auch Lokalrivale TV 89 Zuffenhausen durfte sich nach dem 3:2 bei der SG Untertürkheim über drei Punkte freuen. „Endlich hat sich meine Mannschaft auch mal für ein gutes Spiel belohnt“, sagte TVZ-Coach Marco Scheel, dessen Kicker allerdings erst einmal in Rückstand gerieten. Doch mit dem sechsten Saisontreffer von Christian Linder in der Nachspielzeit von Hälfte eins hielten sich die Zuffenhäuser im Rennen und gingen in der 69. Minute durch Fadi Odesh ihrerseits in Front. Dass Scheels Team nach einem Eckball nicht auf der Höhe war und so den Ausgleich hinnehmen musste, schreckte die Gäste wenig. Sie antworteten vier Minuten später mit dem 3:2 durch erneut Linder, der damit in der Torjägerliste mit dem bislang führenden Vaihinger Max Knoll gleichzog.

Tore gab es beim 0:0 zwischen dem MTV Stuttgart zwar keine, aber MTV-Trainer Francesco Mazzella di Bosco machte dennoch einen leichten Aufwärtstrend bei seinen Kickern aus. Die verzeichneten zu Beginn und am Ende der Partie ein leichtes Chancenplus, ließen es aber zu oft an der nötigen Präzision im Spielaufbau mangeln. Dazu kamen etliche leichtfertige Ballverluste, die aber folgenlos blieben, da sich beide Mannschaften weitgehend neutralisierten. Die besten Tormöglichkeiten für den MTV vergaben Björn Lorer und Willie Sauerborn. Wobei sich die Elf vom Kräherwald am Ende noch bei Keeper Pietro Morgante für das Remis bedanken konnte, der in der Nachspielzeit mit einem Klassereflex gegen Steffen Fenchel klärte.

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